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Ein Bierbrauer führte den «Kleinen Löwen» ein

Der Sternenhimmel im April 2016 Aufgang: 1. April: 7.07 MOSZ 30. April: 06.14 MOSZ Untergang: 1. April: 19.47 MOSZ 30. April: 20.
Hanspeter Steidle

Der Sternenhimmel im April 2016

Aufgang:

1. April: 7.07 MOSZ

30. April: 06.14 MOSZ

Untergang:

1. April: 19.47 MOSZ

30. April: 20.26 MOSZ

MOSZ = Mitteleuropäische (Sommer-)Ortszeit, Region Toggenburg

Neumond: Donnerstag, 7. April, im Sternbild Walfisch

Vollmond: Freitag, 22. April,

im Sternbild Jungfrau

MERKUR

Er erscheint am Abend und ist vom 10. bis 19. April im Westen zu sehen. Er geht erst um ca. 22 h Sommerzeit unter. In diesem Jahr kann er nur im April am Abend beobachtet werden.

VENUS

Sie kann im April nicht beobachtet werden.

MARS

Er hält sich im Sternbild Schlangenträger auf und geht gegen Mitternacht auf, kann also in der zweiten Nachthälfte gut beobachtet werden.

JUPITER

Noch ist der Jupiter im Sternbild Löwe einer der hellsten «Sterne» am Himmel. Er ist im Fernrohr ein lohnendes Objekt.

SATURN

Der Ringplanet befindet sich im Sternbild Schlangenträger und geht kurz vor Mitternacht auf. Er ist ein dankbares Objekt für die zweite Nachthälfte.

STERNE UND MILCHSTRASSE

Für die Orientierung am Nachthimmel wählt man am besten einige helle Sterne und verbindet sie gedanklich zu einer geometrischen Figur. Der April-Nachthimmel bietet drei helle Sterne, die sich zu einem Dreieck kombinieren lassen. In der Sternkarte ist das Dreieck eingezeichnet. Nun wird das Auffinden von Sternbildern relativ einfach.

Das Frühlingsdreieck setzt sich aus folgenden Sternen zusammen: Stern Regulus im Sternbild Löwe, gegen den Südosthorizont Stern Spica in der Jungfrau und hoch im Osten Stern Arktur im Sternbild Bootes. Das Sternbild Löwe in der Meridianregion ist gut als Löwe zu identifizieren. Über ihm folgt das Sternbild Grosser Bär. Zwischen dem Grossen Bären und dem Löwen befindet sich ein nur aus wenigen Sternen bestehendes Sternbild. Es ist der Kleine Löwe. Der Bierbrauer und Astronom Hevelius hatte das Sternbild «Kleiner Löwe» 1687 eingeführt. Er arbeitete damals mit einem Ungetüm von Fernrohr, das sehr schwer zu bedienen war. Das Fernrohr war 45 Meter lang. Trotzdem gelangen ihm Zeichnungen von Mondkratern, über die man heute noch staunt. Er brauchte viele Knechte, welche das Fernrohr führen konnten. Der Hauptstern Regulus im Löwen befindet sich genau auf der Ekliptik, der Sonnenbahn. Zwischen dem 23. und 24. August zieht die Sonne am Stern Regulus vorbei. Der Jupiter befindet sich gerade unter dem Sternbild Löwe.

Unter dem Jupiter finden sich zwei kleine Sternbilder: Becher und Rabe. Horizontnah sieht man eine Reihe von Sternen, die fast alle zum Sternbild Wasserschlange gehören. Auf der Verbindungslinie Arktur – Regulus liegt das Sternbild «Haar der Berenice». Als Sternbild kann man es kaum benennen, denn es besteht aus Galaxien und weit entfernten Objekten, die man mit blossem Auge nicht sehen kann. Dort befindet sich der Virgo-Galaxiensuperhaufen, eine Ansammlung von mehr als 10 000 Galaxien. Die lokale Galaxiengruppe, zu der auch die Milchstrassengalaxie gehört, besteht aus rund 30 Galaxien und liegt am Rand des Virgo-haufens.

Im Westen sind nur noch wenige Sterne der Wintersternbilder Fuhrmann, Zwillinge und Kleiner Hund zu sehen. Sie verschwinden allmählich im Dunst. Der Winter ist, zumindest was die Sterne und Sternbilder am Himmel betrifft, endgültig vorbei.

Im April sind nicht viele Sternschnuppen zu erwarten. Aus den Regionen der Sternbilder Leier, Löwe und Hinterdeck des Schiffes, ein Sternbild des Südhimmels, scheinen sie zu kommen. Am 22. April werden etwa zehn bis zwanzig Sternschnuppen aus der Region Leier zu erwarten sein. Man vermutet, dass diese Sternschnuppen von einem Kometen stammen, der in 415 Jahren einmal die Sonne umrundet und bei jeder Annäherung an die Sonne zu schwitzen beginnt und dabei einen Teil verliert.

BEOBACHTUNGSABEND

Bei schönem Wetter wird am Freitag, 1. April, von 21.15 Uhr bis ca. 22.30 Uhr ein öffentlicher Beobachtungsabend in der Sternwarte Heiterswil durchgeführt. www.avt.astronomie.ch informiert bis ca. 19 Uhr über die Durchführung. Vom 1. April bis zum 18. April sind die Nächte dunkel, weil das Mondlicht in dieser Zeitspanne nicht oder nur unwesentlich stört. Vom 27. April bis zum 30. April stört das Mondlicht in der ersten Nachthälfte auch nicht mehr.

DER REGENBOGEN

Die Erdbahn um die Sonne liegt für alles Leben genau in der richtigen Distanz zum Atomfusionsreaktor Sonne, der uns die für das Leben notwendige Energie, aber auch gefährliche Strahlen ins All und auf die Erde schickt. Die Sonne spendet nicht nur Wärme, sondern sendet auch Strahlungen ins All aus, die für das Leben auf der Erde gefährlich oder tödlich sein können. Die Erdatmosphäre lässt zum Glück die energiereichere, härtere Strahlung im Ultraviolett-, Röntgen- und Gammabereich nicht auf den Erdboden durchdringen. Bis zu einer Höhe von 7500 Metern wird die härtere Ultraviolettstrahlung bereits von der Erdatmosphäre reflektiert. Der Ozonschirm ist hierfür verantwortlich. Ein Teil der Sonnenstrahlung ist in einem Regenbogen zu beobachten. Das menschliche Hirn hat sich so weit entwickelt, dass die Sonnenstrahlung im Bereich von 400 bis 750 Nanometern, also von Violett über Blau, Grün, Gelb und Rot, von den Menschen wahrgenommen werden kann.

Am violett erscheinenden linken Regenbogenteil schliessen sich weitere Violettfarben an, die die Augen nicht mehr sehen. Es ist das Ultraviolett-Licht. Bienen und andere Insekten jedoch sind für diese Lichtwellen empfindlich. Viele Pflanzen enthalten Ultraviolett-Farbtupfer oder Flächen auf ihren Blüten, die der Mensch nicht mehr erkennen kann. Auf der anderen Seite des Regenbogens folgt auf den fast dunkelroten Bereich die Infrarotstrahlung. Menschen sehen das Infrarot nicht. Man spürt es aber, wenn man sich an die Sonne legt und die Wärme geniesst.

Wilhelm Herschel, Entdecker des Planeten Uranus, machte 1800 ein Experiment: Er mass mit dem Thermometer alle Farbbereiche des Regenbogens. Er liess das Sonnenlicht durch ein Prisma auf eine weisse Fläche projizieren und stellte fest, dass die Temperatur vom linken, violetten Ende bis zum roten, rechten Ende des Spektrums kontinuierlich zunahm. Er war erstaunt, als er das Thermometer ausserhalb des roten Bereichs im unsichtbaren Teil ansetzte. Da stieg die Temperatur nochmals an. Er hatte die Infrarotstrahlung entdeckt. Die an die Infrarotstrahlung anschliessenden Mikro- und Radiowellen wurden erst später entdeckt, ebenso die Röntgen- und Gammastrahlung auf der energiereicheren Strahlungsseite.

Der Regenbogen zeigt nur einen ganz kleinen Ausschnitt aus dem gesamten elektromagnetischen Wellenspektrum und lässt einen nachdenken darüber, dass Menschen die wirkliche Welt gar nicht umfassend wahrnehmen können. Stellt man sich vor, dass man ein wesentlich grösseres Wellenspektrum sehen würde, wie beispielsweise die Handy-Wellen-Muster, so wäre die Welt um einen herum nicht mehr bunt. Es ist gut, wenn der Mensch nur das farblich wahrnimmt, was für sein Leben wichtig ist.

Bild: Hanspeter Steidle

Bild: Hanspeter Steidle

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