Ein besonderer Gast

URNÄSCH. Urs Berger, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR, verlegt diese Woche sein Büro von Heiden ins Reka-Feriendorf in Urnäsch. Er will das Dorf hautnah erleben.

Patrik Kobler
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Herzliche Begrüssung: Der Ausserrhoder Tourismuschef Urs Berger begegnet beim Ponyreiten Sämi Frick. (Bild: pk)

Herzliche Begrüssung: Der Ausserrhoder Tourismuschef Urs Berger begegnet beim Ponyreiten Sämi Frick. (Bild: pk)

Auf den derzeitigen Arbeitsplatz von Urs Berger könnte man fast ein wenig neidisch werden. Just jetzt, wo das Wetter endlich schön ist, verbringt der Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR eine Woche im Reka-Feriendorf. Und so geht er statt in der Geschäftsstelle in Heiden auf dem Balkon in Urnäsch seiner Arbeit nach.

Zum Ferienmachen weilt er freilich nicht im Hinterland. Vielmehr will Urs Berger den Gästekontakt pflegen und das Dorf hautnah miterleben. An die Zimmertüren wird er zwar nicht klopfen, er hat aber vor, an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen, wie etwa am Gemeinschaftsabend.

Urnäsch von grosser Bedeutung

Urnäsch ist für den Ausserrhoder Tourismus von grosser Bedeutung: Die Gemeinde verzeichnet am meisten Logiernächte und verfügt über das grösste Wanderwegnetz. «Auf das Reka-Feriendorf entfallen fast ein Drittel aller Logiernächte im Kanton», sagt Urs Berger. Diese Woche ist es vergleichsweise ruhig auf der Anlage. Knapp die Hälfte der Zimmer sind belegt. Während der Herbstferien ist das Dorf wieder ausgebucht. Als Erfolgsfaktor nennt der Tourismuschef, dass in Urnäsch das Bauernleben spürbar sei. Die Gemeinde sei im besten Sinne «typisch appenzellisch».

«Schlafphase ist vorüber»

Für Berger ist Urnäsch ein Musterbeispiel dafür, was Tourismus bewirken kann. Vom Reka-Feriendorf profitiere die ganze Gemeinde, sagt er. Einen ähnlichen Aufschwung erhofft er sich auch andernorts. Der Rückgang der Logiernächte in Appenzell Ausserrhoden soll mit Investitionen in die Hotellerie gestoppt werden. Zuversichtlich stimmen ihn der Hotelbau auf der Schwägalp («ein Glücksfall») oder die Projekte in Heiden. «Die Schlafphase des Ausserrhoder Tourismus ist vorbei», sagt er. Im Zuge des Sparpakets hat der Regierungsrat den jährlichen Beitrag an den Tourismus um 50 000 Franken auf 940 000 Franken gekürzt. Weitere Kürzungen wären seiner Ansicht nach «ein falsches Signal an potenzielle Investoren». Seine Aufgabe sei es deshalb, den Leuten transparent aufzuzeigen, wofür die Gelder verwendet werden. Eine Gelegenheit dazu bietet sich ihm diese Woche in Urnäsch.

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