Ein Bergsturz veränderte das Ijental

NESSLAU. Das UNO-Jahr zur Biodiversität 2010 ist zwar schon vorüber. Nun startet aber im Nesslauer Ijental ein Projekt, welches zum Erhalt einer einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft beitragen soll. Das Projekt fördert typische und gefährdete Lebensräume.

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Im Ijental bilden Natur und angepasste Bewirtschaftung der Alpen und Riede ein einzigartiges Landschaftsmosaik. (Bild: René Güttinger)

Im Ijental bilden Natur und angepasste Bewirtschaftung der Alpen und Riede ein einzigartiges Landschaftsmosaik. (Bild: René Güttinger)

Für viele ist es ein Geheimtip, für manche Einheimische der schönste Flecken der Gemeinde und für viele Tier- und Pflanzenarten ein optimaler Lebens- und Rückzugsraum. So präsentiert sich das Nesslauer Ijental von seiner schönsten Seite. Es sind aber nicht allein die besonderen Naturwerte des Offenlandes und des Waldes, die überzeugen. Sondern auch die traditionell angepasste Bewirtschaftung der Alpen und Riede, die zu einem einzigartigen Landschaftsmosaik beitragen.

Diese Vielfalt an Lebensräumen ist die Grundlage dafür, dass sich eine reiche Flora und Fauna mit einem hohen Potenzial an Biodiversität entwickeln konnte. Doch wie hoch dieses Potenzial konkret ist, welche Arten vorkommen und wie gefährdet diese sind, und mit welchen Massnahmen diese nachhaltig gefördert werden können, weiss man bis heute nicht genau. Um diesen Fragen nachzugehen, hat sich die Projektgruppe «Blässlaui» gebildet. In dieser Gruppe vertreten sind die Fachbereiche Natur und Landschaft, Wald, Alpwirtschaft und Jagd.

Ökologisches Potenzial nutzen

Das Projekt «Lebensraum Ijental-Blässlaui» hat zum Ziel, das ökologische Potenzial besser auszuschöpfen, um damit die Biodiversität in diesem Gebiet nachhaltig zu sichern sowie, wo nötig, zu fördern. Das reizvolle, für das obere Toggenburg typische Landschaftsbild soll auch für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Dies soll mit einer standortgemässen Land- und Forstwirtschaft, die gleichzeitig im Einklang mit den Zielen des Natur- und Landschaftsschutzes steht, erreicht werden.

Breite Unterstützung

Dass dieses Projekt nicht nur von regionalem Interesse ist, belegen die unterstützenden Geldgeber. So finanziert der Fonds Landschaft Schweiz (FLS) das Projekt mit einem bedeutenden Beitrag. Aber auch der Kanton St. Gallen über das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) sowie die Waldregion 5 Toggenburg leisten einen namhaften fachlichen und finanziellen Beitrag.

Die Politische Gemeinde Nesslau-Krummenau beteiligt sich an den Projektkosten, und die Ortsgemeinde Nesslau als Grundeigentümerin engagiert sich in der Projektgruppe. Für die Projektverantwortlichen ist diese breite Unterstützung auch eine Bestätigung für die spannenden Projektinhalte.

Eine straffe Projektorganisation

Die Projektorganisation setzt sich aus einer Trägerschaft (Ortsgemeinde Nesslau und Politische Gemeinde Nesslau-Krummenau), einer Projektgruppe (Vertreter der Gemeinde, Eigentümer und Bewirtschafter) und den fachlichen Projektbearbeitern zusammen. Die Leitung obliegt Regionalförster Christof Gantner von der Waldregion 5 Toggenburg. Unter der Regie des Nesslauer Biologen und Fotografen René Güttinger werden die zoologischen Grundlagen erfasst. Die Untersuchung der Vegetation und Feuchtstandorte betreut Landschaftsökologe Markus Wortmann.

Schon in diesem Winter wurden die wertvollen Waldstandorte unter der Leitung von Revierförster Thomas Abderhalden ausgelichtet, um besonders für den im Ijental noch zahlreich vorkommenden Frauenschuh bessere Wuchsbedingungen zu schaffen. Als weiteres sind ökologische Waldrandaufwertungen geplant. Weiter in der Projektgruppe Einsitz nehmen Köbi Rutz als Präsident der Ortsgemeinde Nesslau, Hans Kuhn als Gemeinderat der Politischen Gemeinde sowie Rosam Egli als Vertreter der Landwirtschaft.

Den Projektbeteiligten ist bewusst, dass dem Projekt nur durch eine aktive Zusammenarbeit von Naturschutz, Forst und Landwirtschaft ein langfristiger Erfolg beschieden sein wird. (pd)

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