Ein begeisternder Hörgenuss

Die Sopranistin Linda Campanella und das Instrumentalensemble «The Four Seasons» boten den mehr als 3500 Besuchern der vier Neujahrskonzerte der Appenzeller Kantonalbank exzellente Unterhaltung.

Ferdinand Ortner
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OBEREGG. Bei den stets mit Spannung erwarteten Neujahrskonzerten, zu denen die Appenzeller Kantonalbank ihre Kunden und Geschäftsfreunde alljährlich nach Herisau, Oberegg und Appenzell einlädt, herrschte auch heuer wieder beste Stimmung, die in Standing Ovations mündete – wie der Rezensent in der vollbesetzten katholischen Kirche in Oberegg miterleben konnte. Das attraktive Nonstop-Programm, vom Schweizer Vollblutmusiker und Konzertmanager Daniel Moos unter dem Motto «Die vier Jahreszeiten» zusammengestellt und von exzellenten Künstlern begeisternd gestaltet, schlug voll ein. Die effektvoll arrangierten Kompositionen bezogen sich im bunten Melodienzyklus mit Hits aus vier Jahrhunderten jeweils treffend auf eine der vier Jahreszeiten.

Hervorragende Musiker

Interpreten des exquisiten Programms waren profilierte Musiker – die italienische Mezzo-Sopranistin Linda Campanella sowie das Instrumentalensemble «The Four Seasons» mit Barbara Giannamea (Solovioline), Andrea Maschetti (Violine), Eulàlia Garcia (Viola), Claude Hauri (Cello) und Daniel Moos (Klavier/Cembalo). Dieser überzeugte sowohl als Pianist und Ensembleleiter, wie auch als gewandter Moderator, der treffende Bonmots und Anekdoten beisteuerte.

Das Programmkonzept basierte auf reizvoller Barockmusik – Antonio Vivaldis berühmtem «Jahreszeiten»-Opus – in dem der geniale Komponist jahreszeitliche Charakteristika und Naturphänomene musikalisch darstellte.

Musikalischer Jahreszyklus

Nach dem Auftakt mit einem Medley des Instrumentalensembles aus dem «Winter» brillierte die Sopranistin Linda Campanella in der Melodienfolge «Carnevale di Venezia» und der Strauss-Operette «Eine Nacht in Venedig» mit klangvoller Stimme und bravourösen Koloraturen. Der goldene «Herbst» wurde in satter Farbenpracht mit einem Medley von musikalischen Reminiszenzen an fröhlichen Erntedank und verklärte Traum- und turbulente Jagdszenen gepriesen. Romantik pur verströmte der Ohrwurm «Somewhere over the Rainbow». Der Presto-Satz des «Sommers» vermittelte kaleidoskopartig wechselnde bunte Stimmungsbilder mit Vogelgezwitscher und Unwetterkapriolen. Der «Blumenwalzer» von P. I. Tschaikowsky leitete einen melodiösen Liederstrauss mit den Evergreens «Tausend rote Rosen blühn», «Wenn der weisse Flieder wieder blüht» und «Tulpen aus Amsterdam» ein, ehe das «Allegro» aus Vivaldis farbenreichem «Frühling» in einem transparenten Streichersatz den nahenden Frühling erahnen liess.

Den bejubelten Schlusspunkt des Konzertes setzten Linda Campanella und die «Four Seasons» mit dem beschwingten «Frühlingsstimmen»-Walzer von J. Strauss und dem Radetzky-Marsch.