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Trogen hui, Walzenhausen pfui: Die Wahlbeteiligung in Ausserrhoder Gemeinden im Überblick

Die Ausserrhoder Wahlbeteiligung an den Nationalratswahlen steigt seit 2007 kontinuierlich an. Zwei Gemeinden fallen besonders auf: Trogen weist eine vergleichsweise hohe, Walzenhausen eine sehr tiefe Wahlbeteiligung aus.
Astrid Zysset
Am 20. Oktober werden National- und Ständerat gewählt. Bild: Benjamin Manser

Am 20. Oktober werden National- und Ständerat gewählt. Bild: Benjamin Manser

Es ist ein Umstand, der sich kaum erklären lässt: Im Kanton Appenzell Ausserrhoden scheint das Abstimmungs- und Wahlverhalten einem fixen Muster zu folgen. Einzelne Gemeinden weisen regelmässig eine hohe Wahlbeteiligung aus, andere stets eine geringe.

Walzenhausen ist seit 2007 das Schlusslicht

Augenfällig ist die Vorderländer Gemeinde Walzenhausen. Deren Bürgerinnen und Bürger zeigen nur geringes Interesse am nationalen Geschehen. Der Blick in die Statistik offenbart, dass Walzenhausen bei den vergangenen drei Nationalratswahlen in puncto Wahlbeteiligung stets die hinteren Plätze belegte. 2015 gaben 36,8 Prozent ihre Stimme bei den Wahlen ab – so wenige wie in keiner anderen Ausserrhoder Gemeinde. 2011 waren es 38,6 Prozent. Abermals letzter Platz. Und 2007? Damals machten sich 25,9 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Mühe, den Wahlzettel auszufüllen und einzuwerfen.

Und wiederum war die Wahlbeteiligung geringer als in allen anderen Ausserrhoder Gemeinden. Immerhin: Bei den eidgenössischen Vorlagen war das Interesse minim höher. Im vergangenen Mai wurde über das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (Staf) abgestimmt. Walzenhausens Wahlbeteiligung betrug damals 37,1 Prozent. Nur die Gemeinde Stein wies weniger Interesse auf (31,3 Prozent). Im vergangenen Februar kam die Zersiedelungsinitiative an die Urne. Die Vorderländer Gemeinde war mit 29,7 Prozent wiederum in den Schlussrängen der Wahlbeteiligung zu finden.

Trogen ist am anderen Ende der Skala

Doch es geht auch anders. Dem fixen Muster folgend muss es, wenn es eine Gemeinde mit einem stetig geringen Wahl- und Abstimmungsinteresse gibt, auch eine solche geben, die eine fortwährend hohe Wahlbeteiligung aufweist. Diese ist Trogen. Die Mittelländer Gemeinde schlägt in der Wahlstatistik regelmässig oben aus.

Bei den Nationalratswahlen 2015 war Trogen mit 58,4 Prozent diejenige Gemeinde im Kanton, welche die höchste Wahlbeteiligung aufwies. 2011 schaffte sie es mit 54,8 Prozent auf den zweiten Rang. Grub wies damals mit 60,1 Prozent die höchste Wahlbeteiligung auf, was allerdings wohl auch dem Umstand geschuldet war, dass sich Andrea Caroni zur Wahl stellte. Jener ist Bürger von Grub.

2007 wies Trogen mit 37,6 Prozent die dritthöchste Wahlbeteiligung in Ausserrhoden auf. Auch bei den eidgenössischen Vorlagen mischt die Mittelländer Gemeinde regelmässig vorne mit. So etwa bei der Staf-Vorlage, bei welcher Trogen mit 46,9 Prozent nach Teufen die zweithöchste Wahlbeteiligung aufwies, wie auch bei der Zersiedelungsinitiative. Bei dieser wies Trogen mit 42,5 Prozent die dritthöchste Beteiligung im Kanton aus.

Walzenhauser Gemeindepräsident: «Vielleicht ist Bern einfach zu weit weg»

Warum die Wahlbeteiligung in Walzenhausen regelmässig gering ist, kann sich Gemeindepräsident Michael Litscher nicht erklären. «Vielleicht sind die Geschehnisse in Bern einfach zu weit weg», mutmasst er. Über mangelndes Interesse an der kommunalen Politik kann er sich nämlich nicht beklagen. «Da muss ich den Bürgerinnen und Bürgern ein Kränzchen winden. Sie zeigen sich sehr engagiert.»

Die Wahlbeteiligung beispielsweise bei den vergangenen Gesamterneuerungswahlen sei mit 36 Prozent relativ hoch gewesen. Das Interesse an kommunalen Themen zeige sich auch darin, dass Anlässe der Lesegesellschaft oder Informationsveranstaltungen der Gemeinde rege besucht werden. Besonders Raumplanungsfragen und die Revision der Gemeindeordnung hätten in jüngster Vergangenheit immer wieder zu Gesprächen mit der Bevölkerung geführt, so der Gemeindepräsident

Das Interesse am politischen Geschehen war aber nicht immer so gross. Erst seit etwa zwei Jahren sei dieses angestiegen, so Litscher. Zu diesem Zeitpunkt trat der neue Gemeindepräsident sein Amt an. Etwas, das er umgehend änderte, war die Informationspolitik samt Einbindung der Bevölkerung. Zuvor war das Interesse an den Versammlungen «teilweise sehr gering», so Litscher.

Mit der Einführung der Informations- und Mitwirkungsstrategie werde gezielter und umfangreicher informiert. An den Orientierungsversammlungen wird nebst dem Voranschlag darum auch über weitere Themen informiert. Und die Bevölkerung werde im Rahmen von Vernehmlassungen und Arbeitsgruppen in die Prozesse miteingebunden. (asz)

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