Ein Appenzeller…

Ein Appenzeller namens Toni ging kurz vor Weihnacht zu Kuoni, um ein Last-Minute-Ziel zu suchen. Man riet ihm, ein Resort zu buchen auf Maledivens Kilah-Zipfel, doch der Pariser Klimagipfel ging Toni plötzlich durch den Sinn.

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Hr Eugen Auer Portraet für Gwondrig (Bild: Martina Basista)

Hr Eugen Auer Portraet für Gwondrig (Bild: Martina Basista)

Ein Appenzeller namens Toni

ging kurz vor Weihnacht zu Kuoni,

um ein Last-Minute-Ziel zu suchen.

Man riet ihm, ein Resort zu buchen

auf Maledivens Kilah-Zipfel,

doch der Pariser Klimagipfel

ging Toni plötzlich durch den Sinn.

Er sprach, liegt Fliegen denn noch drin,

wenn dadurch Gletscher erodieren

und beide Pole Eis verlieren,

so dass der Meeresspiegel steigt.

Es ist, so sprach er, angezeigt,

sich ökologisch auszurichten

und auf das Fliegen zu verzichten,

ich fahre statt zum Palmenstrand

zum Wintersport ins Bündnerland.

Doch Schnee lag daselbst nicht die Spur,

erstaunt sah er, dass die Natur

dem Land ein Frühlingskleid verlieh,

doch half man sich mit Energie,

liess Wasser auf die Berge schiessen

und dort in Schneekanonen fliessen,

um es dann energiebetrieben

als Kunstschneeflocken zu verstieben,

samt zugesetzten Härtestoffen.

Verblüfft sprach Toni, und betroffen,

welch Energie- und Wasserfresser,

ich denke fast, ich wäre besser,

wird hier Ökobilanz gezogen,

flott geflogen.

Eugen Auer

Eine Auswahl der Glossen von Eugen Auer ist

in Buchform erschienen. «Ein Appenzeller namens…»,

Band 1 bis Band 3 sowie eine CD, ist im Buchhandel

oder unter www.appenzellerverlag.ch erhältlich.

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