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Ein Appenzeller baut Zürich

In Zürich Altstetten realisiert eine Firma aus Appenzell eine Wohnsiedlung aus Raummodulen für Studenten und Asylsuchende. Dem Projektverantwortlichen schweben ähnliche Projekte im Appenzellerland vor.
Martin Schneider
So soll die Wohnsiedlung in Zürich Altstetten später einmal aussehen. (Bild: PD)

So soll die Wohnsiedlung in Zürich Altstetten später einmal aussehen. (Bild: PD)

Asylsuchende und Studenten wohnen zusammen, wodurch der interkulturelle Austausch gefördert wird und eine durchmischte Mieterschaft entsteht. In Zürich Altstetten soll diese Art vom gemeinsamen Wohnen durch eine temporäre Siedlung für 20 Jahre ermöglicht werden. Initiiert wurde das Projekt durch eine Stiftung. Massgeblich an dessen Realisierung beteiligt ist die Firma Simuba AG mit Sitz in Appenzell, die sich für das Projekt mit einem Architekturbüro aus Zürich sowie einem Hersteller von Raummodulen zur Arbeitsgemeinschaft KHS AG zusammengeschlossen hat.

Potenzial hätten solche Projekte auch in der Region Ostschweiz, zeigt sich Urs Schläpfer, Projektverantwortlicher bei der Simuba AG, überzeugt. Denn das Prinzip hinter solchen Siedlungen ist in der Theorie denkbar einfach. In einer Produktionshalle werden Raummodule aus Holz inklusive der Inneneinrichtung fixfertig zusammengebaut und anschliessend an den Bestimmungsort gefahren, wo die einzelnen Module dann zu einem grossen Haus zusammengefügt werden.

«Vor Ort müssen wir nur noch die Haustechnik zusammenschliessen sowie die Böden und Übergangselemente ergänzen.»

Vorteile sieht der Projektverantwortliche vor allem in der schnellen Bauweise. Denn die Produktion der standardisierten Raummodule in der Fertigungshalle verläuft wie am Fliessband. In Zürich Altstetten beträgt die Bauzeit von der Fundation bis zur Bezugsbereitschaft lediglich fünf Monate. Ende Oktober sollen 95 Raummodule zu einer grossen Siedlung zusammengeschlossen sein, bestehend aus 33 Wohnungen zu 100 respektive 65 Quadratmetern. Hinzu kommen Gemeinschafts- und Begegnungsräume sowie Waschküchen. 22 dieser Wohnungen werden vom Jugendwohnnetz (JUWO) an Studenten vermietet, die restlichen elf vermietet die Asyl-Organisation Zürich (AOZ) an Asylsuchende. Die Mieten der insgesamt 139 Zimmer sollen zwischen 500 und 600 Franken betragen.

Appell an die Politik gerichtet

Für das Appenzellerland schwebt Urs Schläpfer ein Projekt nach Vorbild von Zürich Altstetten vor, jedoch im Sinne einer Mehrgenerationensiedlung. «In einer solchen könnten Synergien genutzt werden. Alleinerziehende Personen etwa könnten ihre Kinder älteren Personen in Obhut geben.» Zudem verortet Schläpfer insbesondere für das Dorf Appenzell das Bedürfnis nach günstigem Wohnraum, denn Immobilien im Hochpreissegment gäbe es bereits genug. Damit Landeigentümer ihr Land für solche Projekte hergeben, könnte sich Schläpfer die Abgabe von Grundstücken im Baurecht vorstellen.

«Die Ressourcen und die Baugrundstücke sind zwar vorhanden, aber die Eigentümer wollen diese zum Teil aus strategischen oder wirtschaftlichen Gründen heute noch nicht bebauen.» Schläpfer sieht in einer Übergangsnutzung von Bauland mit wieder abbaubaren Siedlungen eine Win-Win Situation. «Die Landeigentümer erhalten für die Abgabe des Baurechtes Zinsen, andererseits besteht die Möglichkeit, temporär günstigen Wohnraum zu schaffen.» Auch sieht Schläpfer hier eine Chance für die Politik und richtet gleichzeitig einen Appell an diese. «Kantone und Gemeinden könnten Ländereien für solche Projekte erwerben und zur Verfügung stellen, um günstigen Wohnraum zu schaffen.»

Einer temporären Nutzung sind aber auch Grenzen gesetzt. «Wirtschaftlich werden Siedlungen nur dann, wenn sie für mehrere Jahre genutzt werden können.» Zudem mache die Modulbauweise nur für grosse Projekte Sinn, bei welchen sich das Raumlayout wiederhole, so Schläpfer. Ansonsten seien dieser Bauweise in der Ausführung und Nutzung fast keine Grenzen gesetzt.

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