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Eigenständigkeit dominierte sein Leben

Zum Gedenken
Peter Eggenberger
Hugo Knoepfel, 1. September 1938 – 8. März 2018. (Bild: PD)

Hugo Knoepfel, 1. September 1938 – 8. März 2018. (Bild: PD)

Am 16. März wurde Hugo Knoepfel, Walzenhausen, von einer grossen Trauergemeinde zur letzten Ruhe geleitet. Als Politiker und Unternehmer hat er sich zeitlebens mit Herzblut für das Wohl seiner Gemeinde eingesetzt.

Geboren am 1. September 1938 als erstes Kind der Eltern Ernst und Frieda Knoepfel, durfte Hugo mit vier Geschwistern im Almendsberg und später in der Schlissi eine unbeschwerte Jugendzeit erleben. Bereits in der Schulzeit manifestierte sich sein Hang zur Eigenständigkeit und Selbstbestimmung. Als ihm der gefürchtete Lehrer Paul Spörri in der dritten Sekundarschulklasse beschied, sein Besuch des Unterrichts sei nutzlos, zog er augenblicklich die Konsequenzen. Statt im Schulzimmer zu versauern, knatterte er mit einem uralten Motorrad durch die Waldungen rund um die Burgruine Grimmenstein. Die Buben beneideten ihn, und von den Mädchen wurde er als Robin Hood von Walzenhausen bewundert.

Eigenständigkeit bestimmte auch sein weiteres Leben: Bereits zu Beginn der Mechanikerlehre in der Arboner Firma Saurer verliess er das Elternhaus, um selbstständig zu wohnen. Nach der Ausbildung eröffnete er in der Budik seines Grossvaters im Schlissitobel eine mechanische Werkstatt. Zielstrebig arbeitete er sich hoch, und 1972 konnte er seinen blühenden Betrieb in eine leerstehende Fabrik im Ortsteil Güetli verlegen. Krönung seiner unternehmerischen Karriere war der 1991 erfolgte Bezug der neuen Fabrik im Gaismoos, wo heute rund fünfzig Mitarbeiter komplexe und hochpräzise mechanische Bauteile für rund 400 Kunden im In- und Ausland produzieren.

Refugium am Eichenbach

1968 schloss er mit der Lutzenbergerin Brigitta Zigerlig den Bund der Ehe, dem die Kinder Daniela, Marcel und Andrea geschenkt wurden. Als Wohnsitz diente der Familie das mittlerweile zum heimeligen Refugium ausgebaute untere Haus in der Schlissi am Eichenbach, wo er für sein vielfältiges Engagement immer wieder neue Kräfte schöpfte. 1972 wurde Hugo Knoepfel in den Gemeinderat gewählt, den er von 1977 bis 1987 präsidierte. Mit seinem unternehmerischen Denken und Handeln vermochte er seine Ratskollegen und die Bevölkerung vom 7,271 Millionen Franken erfordernden Grossprojekt Mehrzweckanlage zu überzeugen. Das verschiedenste Raumbedürfnisse abdeckende Gebäude wurde 1983 Tatsache und bewährt sich bis heute. Auch die Rehaklinik «Rheinburg», die Überbauung «Kreuz» mit Ärzte-, Therapie- und Wohnlokalitäten, das Vereinsgebäude im Ortsteil Lachen und das neue Bankgebäude tragen Knoepfels Handschrift. Dank der von ihm initiierten Bauland Erschliessungs AG entstanden zudem diverse Mehr- und Einfamilienhäuser in Dorfnähe, und mit dem Kauf des zentral gelegenen Hauses «Holzkirche» beim Bahnhof eröffnen sich Walzenhausen heute neue Zukunftsperspektiven. 1980 wurde Knoepfel in den Kantonsrat delegiert und stand schon bald als Regierungsratskandidat zur Diskussion. Er verzichtete und entschied sich für die Gemeinde, die Familie und das Unternehmen.

Pilot und Geniesser

In seiner knapp bemessenen Freizeit hatten Wanderungen mit Familie und Kollegen samt dem Besuch gemütlicher Restaurants Priorität. Als brevetierter Pilot kreiste er oft über dem geliebten Appenzellerland, und auch das Motorrad- und Skifahren gehörte zu seinen Hobbys. Überaus wichtig war ihm die Pflege seines grossen Freundeskreises. Ein grosses Anliegen war ihm zudem die Realisierung der 1988 erschienenen Walzenhauser Gemeindechronik, die er gemeinsam mit einem Autorenteam verwirklichte.

Nach dem politischen Engagement widmete er sich wieder seiner Firma, deren Hauptverantwortung er 2017 in die Hände von Tochter Daniela legte. 2014 wurde er mit der Diagnose Knochenkrebs konfrontiert. Auch hier dominierten Eigenständigkeit und Selbstbestimmung, verzichtete er doch auf Bestrahlungen und Chemotherapien. Fürsorglich betreut von seiner Familie und dem regionalen Spitexteam durfte er am 8. März in seinem Heim friedlich einschlafen. Als liebenswerter Mensch mit Ecken und Kanten, als Unternehmer und als Politiker mit beeindruckendem Leistungsausweis bleibt Hugo Knoepfel unvergessen.

Peter Eggenberger

redaktion@appenzellerzeitung.ch

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