Eigenkapital deckt Aufwandüberschuss

Der Steuerfuss der Gemeinde Nesslau wird bei 144 Prozent belassen, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung zum Voranschlag 2013. In den kommenden Jahren werde eine Erhöhung aber wohl unumgänglich sein.

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Der Verkauf des ehemaligen Gemeindehauses in Neu St. Johann bringt der Gemeinde Nesslau Einnahmen, die für den Bau eines neuen Gemeindehauses verwendet werden sollen. (Bild: Olivia Hug)

Der Verkauf des ehemaligen Gemeindehauses in Neu St. Johann bringt der Gemeinde Nesslau Einnahmen, die für den Bau eines neuen Gemeindehauses verwendet werden sollen. (Bild: Olivia Hug)

NESSLAU. Die Gemeinde Nesslau wird bereits in ihrem Startjahr voraussichtlich mehr ausgeben als einnehmen. Und dies, obwohl sie nicht mit der grossen Kelle anrühren wird. Die Pflichtübungen – damit sind die gesetzlichen Ausgaben gemeint – überwiegen bei weitem diejenigen der Kür. Bei einem Steuerfuss von 144 Prozent, welcher dem aktuellen der Gemeinde Nesslau-Krummenau entspricht, muss mit einem Aufwandüberschuss von 470 000 Franken gerechnet werden. Trotzdem erachtet es der Gemeinderat als vertretbar und angemessen, den Steuerfuss auf 144 Prozent festzulegen. Der Aufwandüberschuss kann aus dem Eigenkapital gedeckt werden.

Finanzielle Mehrbelastungen

Durch die schwierige Wirtschaftslage kann nicht mit einer Zunahme der Steuererträge gerechnet werden. Insbesondere kommen im Voranschlag 2013 aber weitere Sparübungen des Kantons zum Tragen. So haben ab 2013 die Gemeinden pro Sonderschulkind 11 500 Franken mehr Schulgeld zu entrichten und sich mit fast einem zusätzlichen Drittel an der Pflegefinanzierung zu beteiligen, was neu einer beachtlichen Ausgabe von 370 000 Franken entspricht. Zudem erhält die Gemeinde ab dem nächsten Jahr für den Einzug von Kantonssteuern weniger Bezugsprovisionen. Dadurch dass der Kanton bereits 2012 die Gemeinden zu verschiedenen finanziellen Mehrbelastungen verknurrt hat, schmerzen diese zusätzlichen Kostenüberwälzungen umso mehr. Im Voranschlag 2013 zum ersten Mal bemerkbar macht sich der Beitrag von voraussichtlich 88 800 Franken an die neue KES-Behörde Toggenburg.

In den nächsten Jahren ist mit weiteren finanziellen Mehrbelastungen zu rechnen, weshalb in absehbarer Zeit eine Steuerfusserhöhung wohl unumgänglich sein wird.

Neuer Bauamtstransporter

Das Budget der Investitionsrechnung sieht einen Aufwandüberschuss von 1,223 Millionen Franken vor. Darin enthalten sind Ausgaben für eine Neugestaltung des Spielplatzes Wiese, der Ersatz des bald 19jährigen Bauamtstransporters sowie die Anschaffung von Unterflurbehälter. Diese Ausgabe muss allerdings – wie diejenige des neuen Prozessleitsystems für die Wasserversorgung Stein – aus einer Spezialfinanzierung sowie mit Beiträgen gedeckt werden. Aus den Liegenschaftsverkäufen des Mehrfamilienhauses Marktstrasse 1 und des Gemeindehauses Neu St. Johann wird ein Buchgewinn von rund 1,17 Millionen Franken resultieren. Dieser soll – sofern die Bürgerschaft zustimmt – als Vorfinanzierung für das neue Gemeindehaus verwendet werden.

Für die Gemeindeverschmelzung hat der Kanton einen Entschuldungsbeitrag von 2,842 Millionen Franken in Aussicht gestellt und in der Zwischenzeit auch überwiesen. Dieser Beitrag muss für zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen verwendet werden. (gem)

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