Eigenes Stück für Zeltainer

UNTERWASSER. Am Freitag startet das Kleintheater Zeltainer in seine 12. Saison. Betreiber Martin Sailer legt den Fokus vermehrt auf Kinderanlässe, zudem wird ein Theater in Eigenproduktion aufgeführt.

Sabine Schmid
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In den vergangenen Tagen wurde auf dem Parkplatz der Iltiosbahn in Unterwasser der Zeltainer aufgestellt. (Bild: Sabine Schmid)

In den vergangenen Tagen wurde auf dem Parkplatz der Iltiosbahn in Unterwasser der Zeltainer aufgestellt. (Bild: Sabine Schmid)

Martin Sailer, Inhaber und Betreiber des Kleintheaters Zeltainer in Unterwasser, spricht schon von einem Rekord, bevor die neue Saison losgegangen ist. «Bis im Herbst finden 45 Anlässe statt, so viele wie noch nie», erklärt er. Zusammen mit freiwilligen Helfern ist er in dieser Woche daran, das Kleintheater im Zirkuszelt aufzubauen. Über einen, der kräftig anpackt, freut sich Martin Sailer besonders: Pascal Dussex, ein Mitglied von Les trois Suisses, und seine Familie geben einen Ferientag daran, beim Aufbau mitzumachen.

Vier Anlässe für Kinder

Les trois Suisses werden in diesem Sommer nicht auf der Zeltainer-Bühne stehen. Trotzdem konnte Martin Sailer illustre Gäste engagieren. Den Anfang macht morgen Freitag Heinz de Specht, aber auch Schweizer Komikergrössen wie Sutter & Pfändler, Stéphanie Berger, Peach Weber, Ferruccio Cainero oder Rolf Schmid werden in Unterwasser ihr neues Programm vorstellen. «Etwa ein Drittel der Künstler sind noch nie bei mir aufgetreten. Die anderen kommen immer wieder gerne ins Obertoggenburg. Rob Spence beispielsweise hat sich und sein Programm für zwei Abende bei mir angeboten», erzählt Martin Sailer.

Auffallend im Programm sind auch einige Künstler aus der näheren Umgebung wie die in Ebnat-Kappel wohnhafte Margrit Bornet oder Langenegger & Alder. Ausgebaut hat Martin Sailer in diesem Jahr auch das Kinderprogramm. Vier Anlässe – Andrew Bond, Dominic Deville, Bruno Hächler und das Theater Tägg en Amsle – sprechen speziell die kleineren Besucher an.

Konzerte in mehreren Stilen

Im Zeltainer spielt sich aber viel mehr ab als Comedy und Kabarett. Immer wieder nutzen Musiker die Bühne, die sich in einem alten Schiffscontainer befindet. Beim Musikprogramm setzt Martin Sailer auf verschiedene Stile, Max Lässer und das kleine Überlandorchester stehen für traditionelle Volks- und Tanzmusik mit Einflüssen aus Blues, Folk, Rock und Jazz. Das Einfrauorchester Frölein Da Capo und der Blues Max repräsentieren andere Stile als beispielsweise der Liedermacher Reto Zeller. Der wohl bekannteste Gast, der in Unterwasser zu einem Konzert aufspielt, ist der Luzerner Marc Sway, der mit Rhythm und Soul seinen eigenen Musikstil geschaffen hat.

Schweizermacher auf der Bühne

Trotz ihrer bescheidenen Grösse eignet sich der Bühnencontainer auch hervorragend als Theaterbühne. Auch in diesem Jahr spielt die einheimische Senioren-Theatergruppe Silberfüchse ihr aktuelles Stück. «Ich wollte sie unbedingt engagieren», sagt Martin Sailer.

Mit «Die Schweizermacher» lanciert er in diesem Sommer die erste Eigenproduktion des Kleintheaters. Gemeinsam mit Regisseur Daniel Koller, der das noch nie als Theater aufgeführte Stück für die Theaterbühne adaptiert hat, suchte Martin Sailer in einem Casting nach Schauspielern. 23 Personen hätten sich gemeldet, erzählt er. «Geplant sind vorerst einmal fünf Aufführungen mit der Premiere am 8. August», sagt Martin Sailer. Er lässt sich überraschen, wie dieses Projekt vom Publikum aufgenommen wird.

Ebenfalls noch nie gab es im Zeltainer einen «Langen Tisch». Inspiriert vom letztjährigen Anlass in Lichtensteig stellt Martin Sailer einen Sonntagnachmittag lang Tische und einen Grill zur Verfügung. Jeder kann sein Essen selber mitbringen, Getränke gibt es im Zeltainer zu kaufen. «Ich bin gespannt, was sich daraus entwickelt. Der Tisch bietet Platz, um zu plaudern, zu philosophieren oder was auch immer. Und bei Bedarf wird der Tisch verlängert», erklärt Martin Sailer.

Zeltainer auf dem Berggipfel

Wie gewohnt endet Ende September die Saison und das Zelt wird abgebrochen. In diesem Jahr geht es aber noch weiter. Unter dem Titel «Zeltainer meets Chäserrugg» finden im neuen Bergrestaurant zwei Abende statt, an welchen für Essen und Trinken und für gute Unterhaltung gesorgt wird. Mehr kann und will Martin Sailer im Moment noch nicht verraten. Erstmals will er die Saisoneröffnung vor vollem Haus erleben.

www.zeltainer.ch

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