Eidgenössisches künftiger Könige

Alle drei Jahre messen sich die Nachwuchsschwinger am Eidgenössischen. In Aarburg kämpfen diesen Sonntag sicher vier Schwinger aus dem Appenzellerland um Zweige, Ehre und die Lebendpreise «Fabienne», «Guggi» und «Petra».

Peter Rechsteiner
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Roman Wittenwiler (rechts) und die anderen Appenzeller schwingen diesen Sonntag um den eidgenössischen Zweig. (Bild: Lorenz Reifler)

Roman Wittenwiler (rechts) und die anderen Appenzeller schwingen diesen Sonntag um den eidgenössischen Zweig. (Bild: Lorenz Reifler)

SCHWINGEN. Die 150 besten Athleten des Landes im Alter zwischen 15 und 17 Jahren stehen sich am Sonntag am Eidgenössischen der Nachwuchsschwinger (ENST) in drei Kategorien gegenüber.

Marty bei den Jüngsten

In jeder Kategorie haben sich 13 Schwinger des Nordostschweizerischen Schwingerverbandes qualifiziert, darunter vier Appenzeller. Mit einer konstanten Saisonleistung empfahl sich Jamie Marty fürs NOS-Team. An jedem Nachwuchsschwingfest der Saison, an dem der wendige Eichberger ins Sägemehl stieg, trat er die Heimreise mit einem Zweig an. Seine Siege am Buebenschwinget in Goldingen und am Kronberg zeigen, dass er bereit für den Saisonhöhepunkt ist. Der angehende Metzgerlehrling möchte den Schwingklub Appenzell mit einer guten Leistung vertreten.

Poltera erster Ersatz

In der Kategorie Jahrgang 1999 ist Andrin Poltera aus Urnäsch der einzige Appenzeller, der um den begehrten eidgenössischen Doppelzweig kämpfen könnte. Sein Einsatz ist jedoch offen, da er als Ersatzschwinger in den Aargau reist. Mit fünf Zweiggewinnen zeigte er diese Saison eine sehr gute Leistung.

Gleich drei Appenzeller stehen in der ältesten Kategorie auf der Teilnehmerliste. Vom Schwingklub Herisau ist Stefan Keller in Aarburg dabei. Für den Schreinerlehrling ist es bisher eine Saison mit Hochs und Tiefs. Zu Beginn verpasste er die Zweigränge, konnte aber am Appenzeller und St. Galler Nachwuchsschwingertag die Auszeichnung erkämpfen. Das Eidgenössische, an dem die Organisatoren 4000 Zuschauer erwarten, ist für Keller der Saisonhöhepunkt.

Zweiganwärter Wittenwiler

Die Farben des Schwingklubs Gais vertritt Leo Salnajs aus Lustmühle. Im Alter von 13 Jahren begann der Fan von Schlangen und Fischen mit dem Schwingsport. In seiner noch jungen Karriere feierte er 13 Zweiggewinne, darunter in diesem Jahr den Doppelzweig am NOS in Näfels.

Mit dem NOS-Sieg 2013 hat der Schwellbrunner Roman Wittenwiler bewiesen, dass er mit den Besten mithalten kann. Dieses Jahr stand er am Glarner und Appenzeller Nachwuchsschwingfest im Schlussgang, konnte dort aber nicht gewinnen und belegte die Ehrenplätze. Für den grossgewachsenen Wittenwiler liegt viel drin. Er kann auf ein starkes NOS-Team zählen. Mit dabei ist Samuel Giger. Der Thurgauer mit Appenzeller Wurzeln ist Favorit, da sich der Nordwestschweizer Zwei-Meter-Mann Michael Bächli vor kurzem verletzte.

Hoher Stellenwert

Der Eidgenössische Nachwuchsschwingertag hat seit seiner Lancierung vor neun Jahren einen zunehmend höheren Stellenwert. Für zahlreiche Spitzenschwinger war der Sieg am ENST der Beginn einer grossen Karriere.