Eichenes Rollewiib bleibt in Waldstatt

Der «Martini-Sommer» hat dem Martini-Markt Waldstatt einen Besucherrekord beschert. An beiden Ausstellungstagen weilten weit über 3000 Personen am Anlass. Der Schweizer Meister im Kettensägenschnitzen, Thomas Jud, schuf einen Silvesterchlaus aus einem Eichenstamm.

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Publikumsmagnet war das aus einem Eichenstamm mit der Kettensäge geschnitzte «Rollewiib». (Bild: H9)

Publikumsmagnet war das aus einem Eichenstamm mit der Kettensäge geschnitzte «Rollewiib». (Bild: H9)

WALDSTATT. Der vierte Martini-Markt Waldstatt an der alten Landstrasse fand dieses Jahr erstmals in vier verschiedenen Liegenschaften statt. Von der Ausdehnung profitierten Aussteller ebenso wie die Besucher, die in noch grösserer Zahl als in den letzten drei Jahren an die alte Landstrasse strömten.

Filigrane Arbeit mit Kettensäge

Auslöser für den Grossaufmarsch war Thomas Jud, der amtierende zweifache Schweizer Meister im Kettensägenschnitzen. Jud schuf aus einem 2,5 Meter hohen Eichenstamm einen Silvesterklaus. Dass mit Kettensägen so filigrane Details herausgearbeitet werden können, zeugt von der Professionalität des Künstlers.

Am Sonntagnachmittag wurde das «Rollewiib» spontan von ehemaligen und aktiven Mitgliedern des TVW-Chlauseschuppels mit einigen «Chlause-Zäuerli» würdig in den Kreis ihresgleichen aufgenommen. Das ungefähr eine halbe Tonne schwere Werk wurde – bereits am Samstag, noch bevor es fertig war – von einem Waldstätter erworben. Es steht nunmehr in der Schäfliwiese am Wanderweg vom Bahnhof zum Bad Säntisblick und erinnert ewig an den vierten Martini-Markt Waldstatt.

Vier verschiedene Standorte

Der Martini-Markt 2015 fand erstmals nicht nur in und vor dem 280 Jahre alten Bauernhaus sowie im «alten Kindergarten» an der alten Landstrasse, sondern auch in den Häusern Tobler und Bösch statt. In ersterem waren elf Aussteller untergebracht. Zu ihnen zählte auch Schreinerlehrling Silvan Lämmler, der als Projektarbeit seine Insektenhotels mit grossem Erfolg verkaufte. Kurzfristig mit dabei war auch der Vorderländer Winzer Matthias Tobler aus Wolfhalden.

«Da isch de Tuume»

Männiglich war überrascht, Esther Ferrari aus Urnäsch am Martini-Markt anzutreffen. Sie signierte noch vor der offiziellen Vorstellung das Kinderbuch mit CD «Da isch de Tuume». Ohne von der im Vorfeld des Anlasses nicht publizierten «Vorpremiere» zu wissen, besuchte Sängerin Daniela Lendenmann aus Appenzell am Sonntag die Veranstaltung. Und so setzte auch sie spontan während ihrer Anwesenheit ebenfalls ihre Signatur auf das Werk, an dem sie engagiert mitgewirkt hatte.

Bruderer im Rampenlicht

Dank der Idee der Martini-Markt-Organisatoren erhielt der 83jährige Schreiner Walter Bruderer erstmals die Möglichkeit, inmitten einiger seiner Miniatur-Chlausschüppeli zu sitzen. Dank dem grosszügigen Entgegenkommen der angefragten Eigentümerinnen und Eigentümer konnten am Martini-Markt Waldstatt 13 Bruderer-Schuppel bestaunt werden. Sogar aus Gähwil wurde für die Ausstellung ein Schuppel nach Waldstatt gebracht. Für Bruderer war das ein unerwartetes Geschenk. Er freute sich ausserordentlich über die ihm gebotene Plattform.

Unerwartetes Handwerk

Der Entscheid wurde allseits positiv aufgenommen. Die vom Verein Spielgruppe Regeboge auf der Strasse betriebene Festwirtschaft profitierte ebenso wie der Anlass als Ganzes vom herrschenden Martini-Sommer.

Die fünfte Ausgabe des Martini-Marktes Waldstatt findet am 5./6. November 2016 statt. Die Planung sieht vor, dass dannzumal die Besucher wiederum eine Veranstaltung erleben, an denen sie unerwartetem Handwerk begegnen. (H9)

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