Ehrgeiz für Beruf und Sport

ALT ST. JOHANN. Linus Mettler aus Unterwasser hat die Ausbildung zum Forstwart als Bester seines Jahrgangs mit der Note 5,2 abgeschlossen. Nebst der Lehre war er auch Sportler. Marco Bollhalder aus Unterwasser schlägt denselben Weg ein.

Christiana Sutter
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Marco Bollhalder (links) will wie Linus Mettler Ausbildung und Sport unter einen Hut bringen. (Bild: Christiana Sutter)

Marco Bollhalder (links) will wie Linus Mettler Ausbildung und Sport unter einen Hut bringen. (Bild: Christiana Sutter)

Zu sehen, wie sich die Natur verändert, war dereinst ein Argument, das den 18jährigen Linus Mettler aus Unterwasser dazu bewogen hat, Forstwart zu werden. «Ich bin aber auch ein Bewegungsmensch und bin gerne in der Natur.» Den ganzen Tag in einem Raum zu sitzen, ist nicht sein Ding. Vor drei Jahren begann er die Lehre als Forstwart bei der Forstbetrieb Obertoggenburg AG FOAG. Jetzt schloss er die Ausbildung als Bester seines Jahrgangs mit der Note 5,2 ab. Als Anerkennung erhielt er vom Forstwartverein eine handgeschmiedete Axt.

Sport und Beruf kein Nachteil

Nicht nur Linus Mettler ist stolz auf das Geleistete, sondern auch seine Vorgesetzten der FOAG. Zum einen Betriebsleiter Reto Hürlimann und zum anderen Ruedi Forrer. Er ist Ausbildner bei der FOAG und hat schon einige junge Männer ausbilden dürfen. Das Spezielle an Linus Mettler ist, dass er nebst der Lehre auch Sportler war. Er war Alpin-Skifahrer und zu Beginn der Lehre im Kader des Ostschweizer Skiverbandes OSSV. Bis letzten Winter war Mettler Mitglied des Nationalen Leistungszentrums. Ende des Winters wurde er ins Kader des Regionalverbandes OSSV zurückgestuft. «Dieser Rückschritt bedeutet für mich, dass es schwierig wird, wieder in ein höheres Kader aufzusteigen.» Dass der Sport für eine Berufslehre kein Nachteil ist, bestätigt Ruedi Forrer: «Diese jungen Athleten bringen den nötigen Ehrgeiz, den sie im Sport benötigen, auch mit in den Beruf.»

Neues kennen lernen

Für Linus Mettler war die körperliche Arbeit gleichzeitig ein natürliches Krafttraining. «Ich musste für das Skitraining nie einen Kraftraum besuchen. Das bestätigten mir die Trainer und Sportärzte», sagt er. Wobei nebst der körperlichen Arbeit trotzdem Technik, Koordination und Schnelligkeit trainiert werden musste. «Die Motivation dafür fehlte mir eigentlich nie.» Ende August verlässt Linus Mettler die FOAG. Er geht nach Valens. «Dort will ich noch andere Berufsbereiche kennen lernen.» Ihn interessiert der Seilbahnbau. Dem Skisport will Linus Mettler treu bleiben. Er möchte sich im Skiclub engagieren und sich im Skisport weiterbilden.

Hände fehlen

Für Nachwuchs in der FOAG ist gesorgt. Mit dem Unterwässler Marco Bollhalder tritt Anfang August wieder ein Sportler die Lehre als Forstwart an. Auch Bollhalder ist im Alpinkader des OSSV. Dass ein Athlet aber öfters mit Abwesenheit glänzt, mussten die Verantwortlichen der FOAG während der Lehrzeit von Linus Mettler feststellen. «Wir sind ein Kleinstbetrieb. Wenn zwei Hände fehlen, merkt man das», sagt Reto Hürlimann. Daher wurde ein weitere Lehrling eingestellt.

Marco Bollhalder freut sich auf die Ausbildung, «sie ist vielseitig, ich kann mich bewegen und bin in der Natur.» Er ist sich bewusst, dass er seinen Trainingsalltag umstellen und während der Arbeit konzentriert dem Ausbildner Ruedi Forrer gut zuhören muss. Da man als Sportler- Lehrling öfters mit Abwesenheit glänzt, «musst du die dir aufgetragenen Arbeiten auch schneller lernen», gibt Linus Mettler seinem Nachfolger zu bedenken.

Nebst den beruflichen Zielen, dereinst einen guten Abschluss zu machen, möchte Marco Bollhalder auch sportlich weiterkommen. Für nächsten Winter hat er sich vorgenommen, in den nationalen Rennen immer unter die Top fünf zu fahren. Damit diese Ziele erreicht werden können, gibt ihm Linus Mettler einen Tip: «Auch wenn du nach dem Schaffen müde bist, musst du trainieren.»

Ausbildner und Betriebsleiter: Ruedi Forrer (links) und Reto Hürlimann.

Ausbildner und Betriebsleiter: Ruedi Forrer (links) und Reto Hürlimann.