Ehrenamtliches Engagement
«Wir benötigen Freiwillige, die sich gerne für ältere Menschen engagieren»: Der Rotkreuz-Fahrdienst sucht Verstärkung

Weil die Nachfrage nach dem Fahrdienst steigt, fehlen dem Schweizerischen Rote Kreuz beider Appenzell Fahrerinnen und Fahrer. Wer sich für diese Tätigkeit interessiert, muss einige Voraussetzungen mitbringen – nicht nur ein eigenes Auto.

Jesko Calderara
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Im Appenzellerland sind rund 85 Personen für den Rotkreuz-Fahrdienst im Einsatz.

Im Appenzellerland sind rund 85 Personen für den Rotkreuz-Fahrdienst im Einsatz.

Bild: PD

Der Rotkreuz-Fahrdienst erfreut sich auch im Appenzellerland einer steigenden Beliebtheit. 2020 wurden alleine im Einsatzgebiet Herisau 1064 Fahrten durchgeführt und 10'621 Kilometer zurückgelegt. Die Kehrseite des Erfolgs: Weil die Nachfrage stark zugenommen hat, braucht es immer mehr Fahrerinnen und Fahrer. Zurzeit herrscht in beiden Appenzeller Kantonen diesbezüglich ein Mangel. «Wir benötigen Freiwillige, die sich gerne für ältere Menschen engagieren», sagt Ruth Schönenberger, Leiterin Einsatzzentrale des Rotkreuz-Fahrdienstes Herisau. Sie kann aktuell auf sechs Fahrer zählen, wovon drei nur teilweise eingesetzt werden können.

Nicht nur in der Hinterländer Gemeinde, sondern im ganzen Appenzellerland sollen die Teams nun verstärkt werden. Wer sich für diese ehrenamtliche Tätigkeit interessiert, muss einige Voraussetzungen mitbringen. Gesucht sind Frauen und Männer, welche die notwendige Zeit für regelmässige Einsätze haben. Als Beispiel nennt Schönenberger Pensionierte, die stundenweise eine Beschäftigung suchen. Fahrer müssen darüber hinaus ein eigenes Fahrzeug haben. Für ihre Dienste erhalten sie eine Entschädigung, welche der Gast bezahlt. Die Grundpauschale für zehn Kilometer beträgt zehn Franken. Für längere Fahrten fallen 80 Rappen je Kilometer an. Nebst diesen «harten» Faktoren sind gemäss Schönenberger Sozialkompetenzen, Hilfsbereitschaft und eine Offenheit im Umgang mit fremden Menschen hilfreich. Schönenberger sagt:

«In den Gesprächen mit den Fahrgästen sind wir oftmals eine Art Seelsorger.»

Zu Beginn absolvieren die Rotkreuzhelfer einen Kurs, danach können sie jährlich an Weiterbildungen teilnehmen.

Kein Transport von rollstuhlgängigen Personen

Insgesamt sind im Appenzellerland rund 85 Personen für den Rotkreuz-Fahrdienst tätig. Zudem gibt es zehn Vermittlungsstellen, die für die Koordination und die Planung der Einsätze verantwortlich sind. Der Fahrdienst ist eine Dienstleistung des Schweizerischen Roten Kreuzes mit sozialem Charakter, für dessen Nutzung keine Mitgliedschaft notwendig ist. Er richtet sich an ältere und chronisch kranke Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und den ÖV nicht benutzen können. Rollstuhlgängige Personen werden im Gegensatz zum Tixi-Fahrdienst nicht befördert. Ein klassischer Einsatz ist die Fahrt vom Heim zum Arzt, in die Therapie oder ins Spital. Wer einen medizinischen Termin erhalten hat, meldet sich am besten frühzeitig bei der entsprechenden Vermittlungsstelle. Diese organisiert dann einen Freiwilligen, welcher den Kunden zum vereinbarten Zeitpunkt an der Haustüre abholt, zum Termin fährt und nachher wieder zurück nach Hause bringt.

Kontaktdaten Rotkreuz-Fahrdienst

Wer sich für eine Tätigkeit beim SRK-Fahrdienst interessiert, meldet sich bei der Geschäftsstelle in Herisau: 071 353 11 50 oder per Email: info@srk-appenzell.ch Wer Schweizerisches Rotes Kreuz.