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EBNAT-KAPPEL: «Velofahren ist auch pilgern»

Er hat Tradition, der Velogottesdienst in der evangelischen Kirche Ebnat-Kappel. Sei es auf dem Rad oder mit dem Auto, die Unentwegten besuchten auch dieses Jahr diesen Anlass.
Stefan Füeg
Einige liessen sich durch die nasse und kühle Witterung die Lust an der Ausfahrt zum Velogottesdienst nicht nehmen. (Bild: Stefan Füeg)

Einige liessen sich durch die nasse und kühle Witterung die Lust an der Ausfahrt zum Velogottesdienst nicht nehmen. (Bild: Stefan Füeg)

EBNAT-KAPPEL. Sonntagmorgen in Ebnat-Kappel. Entgegen den Tagen zuvor ist es grau, eher kühl, es nieselt vom Himmel. Nicht gerade das Wetter, welches Pfarrer Philippe Müller erwartet hat. Denn er ist der Organisator des Velogottesdienstes. «Schon zum 13. Mal findet dieser nun statt, zum zweitenmal in der Kirche Ebnat-Kappel.» Vorher war der Standort bei der Kirche in Kappel, an diesen Durchführungsort mögen sich noch einige der gegen 10 Uhr gestern morgen anwesenden Radfahrer erinnern.

Zu kühl zum Velofahren

Immer noch Sonntagmorgen, immer noch trister Himmel, kühl. Trotzdem findet sich eine bunt gekleidete Gruppe ein. Auffallend zwar, dass viele der Neuankömmlinge in Zivilkleidung antraben, ohne Rad. «Es war ganz einfach zu kühl», so die Worte der meisten. Pfarrer Philippe Müller nimmt es gelassen. «Schön ist ganz einfach, dass die Leute trotzdem kommen, dass sie den Gottesdienst, ob jetzt mit oder ohne Velo mitfeiern wollen». Er erinnert sich an das vergangene Jahr, da sei es noch schlimmer gewesen, es habe Bindfäden geregnet.

In der Kirche dann zuerst die musikalische Einleitung durch die einheimische Kapelle Männertreu. Müller sagt nebst den obligaten Begrüssungsworten, dass er vom Aufmarsch erfreut sei. «Ihr trotzt dem Wetter, sei es mit oder ohne Rad.» Und dann: «Wir Velofahrer sind auf der Lebensfahrt, Ausfahrten können genutzt werden, um aufzutanken, Energie zu speichern.» Der Lebensweg sei dasselbe, auch dort sollte Mann oder Frau auftanken können, sich erholen.

Abbild der Lebensfahrt

Was braucht es denn auf einer Velofahrt? Diese Frage beantwortete der Pfarrer gleich selber: «Natürlich eine Pelerine.» Und was heisst das Wort, was beschreibt es? Müller: «Kurz übersetzt heisst das Pilger.» Er stellte gleich noch eine These auf, nämlich, dass eine längere Velofahrt ein Abbild der Lebensfahrt sei. Was könne nicht alles erlebt werden auf mehrtägigen Ausfahrten? Es sei doch klar, dass die Menschen immer wieder auf der Suche seien, dieses Suchen sei auch beim Fahren vorhanden. «Wo rasten wir, wo essen wir, wo schlafen wir und wo fahren wir durch, welche Strecke wählen wir, wo ist es einfach, wo schwierig?», all dies müsse beantwortet werden. Und genau das weise auf die Pilgerschaft hin, denn auch Pilger müssten sich entscheiden. Das Pilgern beinhalte aber auch das gleichzeitige Fern- und Heimweh, ebenso verhalte es sich beim Radfahren. «Wir wollen einerseits raus, weg, aber gleichzeitig freuen wir uns bereits wieder aufs Nach-Hause-Kommen.» Alle seien Teil der Welt, das Suchen gehöre ganz einfach dazu.

Nach Abschluss des gemeinsamen Gottesdienstes traf man sich vor der Kirche zu einem zum Teil ausgiebigen Schwatz, zu einer kleinen Stärkung. Dann verschwanden die ersten wieder, sei es auf dem Rad, sei es im Auto. Und da und dort hörte man, wie sich die Velofahrer zuriefen: «Bis nächstes Jahr!»

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