EBNAT-KAPPEL: Umzug vom alten ins noch ältere Pfarrhaus

Wie geplant wird das Pfarrhaus der evangelischen Kirchgemeinde in Ebnat-Kappel bald saniert und umgebaut. Dazu muss es aber zuerst leer sein.

Roland Lieberherr
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Bis Ende 2017 sind das Sekretariat der Kirchgemeinde und die Pfarrbüros vorübergehend im Stüssihau untergebracht. (Bild: pd)

Bis Ende 2017 sind das Sekretariat der Kirchgemeinde und die Pfarrbüros vorübergehend im Stüssihau untergebracht. (Bild: pd)

EBNAT-KAPPEL. Mesmer Ernst Wälle trägt zwei schwere Umzugskartons aus dem Kirchenzentrum und hievt sie auf einen kleinen Handkarren. «Der Estrich ist schon leer», sagt er und läuft los. Schon vor Wochen hat er damit begonnen, Stück für Stück aus dem Pfarrhaus zu tragen. Stühle, Bilder, Regale, Bücher – das ganze Inventar muss raus. Bis zum Baustart im Oktober muss das Gebäude komplett geräumt sein. «Alles, was möglich ist, zügle ich fortlaufend. Weit ist es ja nicht», sagt Wälle und lacht. Gleich ennet der Hauptstrasse lädt er den ersten Karton ab, verstaut ihn im ehemaligen Jugendtreff Schafbüchel. Das leerstehende Haus dient der Kirchgemeinde als Materiallager während der Umbauphase.

Stüssihaus wird zur neuen Heimat

Zwei Häuser weiter macht Wälle erneut Halt: Vor dem Stüssihaus lädt er den zweiten Karton ab. Dieses wird vorübergehend zur neuen Heimat der Kirchgemeinde. Im Erdgeschoss konnte sie drei Räume mieten – für das Sekretariat und die beiden Pfarrbüros. Ab dem 29. September werden die Geschicke der Kirchgemeinde von dort aus geleitet. Sekretärin Adi Wälle blickt ihrem neuen Arbeitsort positiv entgegen: «Der Umzug ist momentan zwar mit etwas Mehrarbeit verbunden – aber ich freue mich auf die Begegnungen mit Schülern, Lehrern und Eltern.» Denn das Schulhaus Schafbüchel liegt gleich gegenüber dem Stüssihaus.

Doch bis die Kirchgemeinde dort einziehen kann, braucht es noch einige Vorarbeiten. Die drei alten Räume müssen aufgefrischt werden: Wände streichen, neue Teppiche verlegen, Fenster reparieren, Lichtanlagen und elektrische Anschlüsse erneuern. «Inzwischen erstrahlen die vorher kargen Zimmer in neuem Glanz – bald sind sie bezugsbereit», stellt Adi Wälle zufrieden fest. Ihr Mann, Mesmer Ernst Wälle, kümmert sich unterdessen um weitere Arbeiten, die vor dem Umzug noch gemacht werden müssen. Mit der Bohrmaschine schraubt er am Hauseingang einen neuen Briefkasten fest. So kommt die Post für die Kirchgemeinde auch künftig am richtigen Ort an.

Dabei wurde sie schon vor über 130 Jahren just zu diesem Haus geliefert, wie Mesmer Wälle weiss: «Im 19. Jahrhundert war das Stüssihaus das Pfarrhaus. Es wurde 1888 auf Baumstämme gehoben und mehrere Dutzend Meter verschoben, damit die Grubenmann-Kirche gebaut werden konnte.» Einen solchen Kraftakt braucht der jetzige Umzug nicht – auch wenn am Zügeltag, 28. September, ebenfalls Schwerarbeit ansteht. Dann werden die grossen Möbel und das Klavier von Organist Philipp Kamm vom Pfarrhaus ins Stüssihaus transportiert. Nur einen Tag später beziehen Pfarrerin Esther Schiess, Pfarrer Philippe Müller und Sekretärin Adi Wälle ihre neue Arbeitsstätte. Ausser dem neuen Standort ändert sich für die Kirchbürger grundsätzlich nichts, wie Hans Looser, Präsident der Kirchenvorsteherschaft (Kivo), ausführt: «Alle Pfarrpersonen und Mitarbeitenden sind gleich für die Kirchbürger verfügbar. Treffpunkt ist lediglich für während etwa ein Jahr nicht im Kirchenzentrum, sondern im Stüssihaus, in der Kirche, zuhause oder in anderen Räumen innerhalb unserer Gemeinde.» Zudem darf die Kirchgemeinde während dieser Zeit bei Bedarf auch die Infrastruktur der Schulgemeinde und der Politischen Gemeinde nutzen.

Unverändert bleiben die Öffnungszeiten des Sekretariats und die Telefonnummern der Kirchgemeinde, einzig der Religions- und Konfirmandenunterricht der Oberstufe findet neu im Wier statt. Damit die Kirchbürger über sämtliche Neuerungen im Detail informiert sind, wird jeweils im aktuellen Kirchenzettel, auf der Homepage der Kirchgemeinde, im öffentlichen Schaukasten und auf dem Telefonbeantworter der neue Standort der Pfarrbüros und des Sekretariats kommuniziert. Ebenso wird ein entsprechender Hinweis beim Pfarrhaus – respektive der Baustelle – plaziert.

Bisher läuft alles nach Plan

Schon bald fahren an der Steinfelsstrasse 2 die Bagger und Handwerker auf. Der Baustart ist auf Ende Oktober vorgesehen. Kivo-Präsident Hans Looser blickt dem Umbau zuversichtlich entgegen: «Bisher läuft alles nach Plan. Ich freue mich sehr, dass wir die Räumlichkeiten für die Kirchbürger und die Mitarbeitenden bauen dürfen. Der Aussenplatz und der einmalige ovale Pavillon werden für die Kirche und die Menschen in der Gemeinde eine Aufwertung ergeben sowie einen schönen Begegnungsort inmitten unseres Dorfes.» Inzwischen läge auch die Baubewilligung vor.

Als erstes steht die Sanierung und der Umbau des bestehenden Pfarrhauses ab November an. Im Frühjahr erfolgt der Start zum Pavillon-Neubau und im Sommer wird das Aussenareal neu gestaltet. Gegen Ende 2017 soll der Umbau fertig sein. Jedoch so viel ist jetzt schon klar: Kaum haben die Handwerker ihre letzten Arbeiten am Kirchenzentrum abgeschlossen, heisst es wieder «zrugg-zügle». Aus dem uralten Pfarrhaus ins neu umgebaute.

Mesmer Ernst Wälle trägt den Umzugskarton in die vorübergehende Bleibe der Kirchgemeinde – ins Stüssihaus. Bilder: pd (Bild: pd)

Mesmer Ernst Wälle trägt den Umzugskarton in die vorübergehende Bleibe der Kirchgemeinde – ins Stüssihaus. Bilder: pd (Bild: pd)

Sekretärin Adi Wälle, Pfarrer Philippe Müller, Mesmer Ernst Wälle, Organist Philipp Kamm und Pfarrerin Esther Schiess (von links). (Bild: pd)

Sekretärin Adi Wälle, Pfarrer Philippe Müller, Mesmer Ernst Wälle, Organist Philipp Kamm und Pfarrerin Esther Schiess (von links). (Bild: pd)