EBNAT-KAPPEL: Ultraschnelles für 3,3 Millionen

Die Dorfkorporation baut das schnellste Netz. Der Netzerneuerung mit Glasfaserkabeln FTTH, einem Projekt, das insgesamt 3,3 Millionen Franken kostet, wurde an der Korporationsversammlung vom Montagabend einstimmig zugestimmt.

Beatrice Bollhalder
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Gemeinsam auf einem Nenner: Jürg Ostermeier, Karin Anderegg, Max Looser, Walter Solèr, Max Steidle, die zurückgetretenen GPK-Mitglieder und Verwaltungsräte (von links), mit Präsident Walter Scheiwiller (rechts). (Bild: Beatrice Bollhalder)

Gemeinsam auf einem Nenner: Jürg Ostermeier, Karin Anderegg, Max Looser, Walter Solèr, Max Steidle, die zurückgetretenen GPK-Mitglieder und Verwaltungsräte (von links), mit Präsident Walter Scheiwiller (rechts). (Bild: Beatrice Bollhalder)

Beatrice Bollhalder

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Die Dorfkorporation sorgt für die Elektrizitätsversorgung und dafür, dass Trinkwasser immer in ausreichender Menge vorhanden ist und dass Abwasser möglichst geruchlos wieder verschwindet. Diese drei Bereiche sind auf einem guten Stand. Ein wenig Nachholbedarf hat man dagegen im Bereich Kommunikation. Das heisst, man ist in Ebnat-Kappel keineswegs hinter dem Mond, möchte aber unbedingt auf den Zug aufspringen und die Kunden mit dem Besten ausrüsten, was es im Moment gibt. Und das ist das Glasfaserkabel.

Bis in jede Wohnung

Die Dorfkorporation hat die Luxusausführung ins Auge gefasst. FTTH (Fibre to the home) bedeutet, dass das Glasfaserkabel bis in jede einzelne Wohnung gezogen wird. Damit wird man in Ebnat-Kappel die jährlich steigenden Bandbreitenbedürfnisse für mehrere Jahrzehnte abdecken können. Gespannt hörten die 61 Korporationsmitglieder, die an der Versammlung erschienen waren, Walter Scheiwiller zu, als dieser die Stärken und Schwächen des Glasfaserkabels erörterte. «Bis heute kennen wir keine Schwächen. Ausser wenn das Kabel bei Bauarbeiten beschädigt wird», liess der Präsident wissen. Als Stärke nannte er, dass dieses System unterhaltsfrei sei. Ausserdem ist es preiswert, verfügt über eine fast unendliche Übertragungskapazität und kann ohne Verstärker über grosse Distanzen übertragen. «Schnell, stark und direkt» heisst also die Devise. Kein Grund also für die Korporationsmitglieder, diesem Fortschritt im Wege zu stehen. Vor allem, da sie darüber informiert wurden, dass damit auch die Ersetzung von 159 Netzverstärkern hinfällig wird und es keine Unterhaltselemente zwischen dem HUB (Repeating-Hub) an der Hofstrasse 5 und dem Modem beim Kunden mehr braucht, die gewartet werden müssen. Ausserdem wurde versprochen, dass auch die Aussengebiete mit dem ultraschnellen Internet versorgt werden. Und das Beste: Man rechnet damit, dass man für die Amortisation des Kredites über 3,3 Millionen Franken, für die man ursprünglich 15 Jahre vorgesehen hat, weniger Zeit braucht. «Aus heutiger Sicht werden wir schon nach zehn Jahren in der Sparte Kommunikationsnetz wieder schuldenfrei sein», verkündete Walter Scheiwiller.

Neue Trafostation bei der Morga

Erneuert werden soll die Trafostation Morga. Sie hat einen schlechten Standort mitten auf dem Fabrikareal. Im Zusammenhang mit dem Neubau des Ladengebäudes bietet es sich der Dorfkorporation an, ihre Trafostation an der Peripherie des Morga-Areals neu zu erstellen. Natürlich müssen die zu- und wegführenden Kabel, die dort zusammenlaufen, entweder zum neuen Standort verlängert oder umgelegt werden. Als weitere Investition im Bereich der Elektrizitätsversorgung sollen zwei Freileitungsgebiete verkabelt werden.

Für die Wasserversorgung sollen die drei Allmenquel- len hinter dem Restaurant Speer im Steintal, die vor fünf Jahren ausser Betrieb genommen worden sind, neu gefasst werden. Ausserdem sollen entlang den Abschnitten Untersandstrasse und dem oberen Teil der Wierstrasse die Versorgungsleitungen erneuert werden. In der Kläranlage gilt es, eine Maschine nach 15 Jahren zu ersetzen, da die Unterhaltskosten in der Zwischenzeit zu hoch geworden sind. Sowohl der Rechnung, als auch dem Budget wurde ohne Wortmeldungen einstimmig zugestimmt.

Langjährige Verwaltungs- räte verabschiedet

Walter Solèr und Max Steidle ­haben beide während je zwölf Jahren im Verwaltungsrat der Dorfkorporation mitgearbeitet und wesentlich dazu beige­tra-gen, dass die Korporation auf ­Erfolgskurs ist. Während den letzten vier Jahren gehörte auch ­Daniel Schatzmann dem ­Ver- waltungsrat an. Dank der nun eingesparten Zeit bleibe den dreien sicher künftig mehr Zeit für deren Hobbys, meinte Scheiwiller schmunzelnd und überreichte ihnen passende Prä­­sente.

Auch in der Geschäftsprüfungskommission gab es einen Wechsel. Mit dem gleichzeitigen Rücktritt von Jürg Ostermeier (16 Jahre), Max Looser (zwölf Jahre) und Karin Anderegg (acht Jahre), die als eingespieltes Team galten, wurde das gesamte Gremium auf einmal erneuert.