EBNAT-KAPPEL: Pizza, aber selbstgemacht

Unzählige Mädchen und Knaben haben bei Erika Störi Stricken, Nähen und Kochen gelernt. Nun, mit 60 Jahren, lässt sie sich pensionieren, um Zeit für Neues zu haben.

Sabine Schmid
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Erika Störi wurde an ihrem letzten Arbeitstag als Handarbeits- und Kochlehrerin von den Ebnat-Kappler Schülern verabschiedet. (Bild: PD)

Erika Störi wurde an ihrem letzten Arbeitstag als Handarbeits- und Kochlehrerin von den Ebnat-Kappler Schülern verabschiedet. (Bild: PD)

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

Ihre Augen leuchten, wenn Erika Störi von ihrem Beruf erzählt. Sie unterrichtet Handarbeit und Hauswirtschaft an der Schule in Ebnat-Kappel. Oder genauer gesagt, sie unterrichtete, denn auf Ende des Schuljahres lässt sich die 60-Jährige frühpensionieren. 27 Jahre lang hat sie unterrichtet. Sie sei sehr jung aus dem Seminar in St. Gallen nach Nesslau gekommen, erinnert sich Erika Störi an ihren Anfang als Lehrerin. Zwei Jahre später nahm sie eine Stelle in Ebnat-Kappel an, wo sie bis zur Pensionierung geblieben ist. Mit einem längeren Unterbruch nota bene, als ihre Kinder klein waren.

«Jetzt ist es viel cooler zu unterrichten, wir sind freier in der Gestaltung.» Um den grössten Unterschied von damals zu heute zu nennen, muss Erika Störi nicht lange überlegen. Früher mussten alle Schülerinnen in der Handarbeit dasselbe fertigen. Heute werde projektartig gearbeitet. Und im Handarbeitszimmer sitzen auch Knaben. Erika Störi unterstützt dies, der Unterricht sei durch die Durchmischung von Mädchen und Knaben abwechslungsreicher und interessanter geworden. Handarbeiten verlange Feinmotorik und Kreativität, da stünden die Knaben den Mädchen in nichts nach.

Ein offenes Ohr für die Schüler

Verändert hat sich auch der Kochunterricht, den Erika Störi in der Oberstufe gibt. Vegetarierinnen, andere Kulturen, Lebensmittelallergien – solche Themen sind ihr nicht fremd. «Mir ist gesunde Ernährung wichtig», betont die Lehrerin. Deshalb verzichtete sie wo möglich auf Fertigprodukte. Wenn die Schüler Pizza wünschten, ging Erika Störi auf diesen Wunsch ein – der Teig und die Sauce wurden aber selbst gemacht. Wünschen durften die Schüler aber nur vor den Ferien, sonst gab die Lehrerin das Menu vor. «Zusammen mit meiner Kollegin erstellte ich jeweils den Menuplan für das ganze Schuljahr», sagt Erika Störi.

Nebst der gesunden Ernährung gab sie ihren Schülern auch Essenskultur weiter. «Ein schön gedeckter Tisch und sich Zeit nehmen fürs Essen gehören für mich auch in den Kochunterricht», sagt sie. Die Schüler hätten dies geschätzt. Und weil sie mit ihnen gemeinsam am Tisch sass, hat Erika Störi auch immer wieder mitbekommen, wenn etwas die Klassen bedrückt hat. «Zackig» sei sie hingegen gewesen, wenn es ums Aufräumen und Abwaschen ging, sagt sie von sich.

Schöne Erlebnisse in den Schullagern

Erika Störi war die Beziehung zu ihren Schülern immer sehr wichtig. Da sie im Dorf wohne, hätten die Schüler und die Eltern sie auch auf der Strasse oder auch am Grümpi angetroffen. Zudem begleitete Erika Störi zahlreiche Klassen ins Lager, im Sommer als Köchin, im Winter als Gruppenleiterin beim Skifahren. Dort erlebe man die Schüler anders als in der Schule, was sehr wertvoll ist, sagt sie. Der Abschied wird emotional sein, aber nachher wird es mir bestimmt nicht langweilig, sagt sie schmunzelnd. Als nächste Projekte beendet sie eine bereits angefangene Ausbildung in Feng Shui und baut ein Haus. Und kochen wird sie nach wie vor gerne.