EBNAT-KAPPEL: Mit der Ellipse läuft alles rund

Das neue Zentrum der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde nimmt Gestalt an. Zahlreiche Gäste feierten neulich die Aufrichte im ovalen Bijou – die Premiere ist geglückt.

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Wieso schwierig, wenn es auch einfach geht? Das künftige Kirchenzentrum konnte man an der Aufrichte einfach von Hand zusammenfügen. (Bild: PD)

Wieso schwierig, wenn es auch einfach geht? Das künftige Kirchenzentrum konnte man an der Aufrichte einfach von Hand zusammenfügen. (Bild: PD)

Mit neugierigen Blicken betreten die ersten Gäste den ovalen Neubau beim früheren Pfarrhaus. Trotz Betonboden, unverkleideten Wänden und dicken Holzträgern versprüht der Rohbau einen gewissen Charme. «Schon jetzt wirkt der Pavillon dank den hohen Fenstern einladend», sagt eine Besucherin anerkennend. Und fügt an: «Ich freue mich auf die ersten Veranstaltungen in diesem speziellen Raum.» Bald finden hier nicht nur kirchliche Anlässe aller Art statt, denn der Mehrzweckraum soll dem ganzen Dorf zur Verfügung stehen.

Das ist zwar noch Zukunftsmusik: Aber die Feuertaufe hat das Herzstück des neuen Kirchenzentrums bereits erfolgreich bestanden. In gemütlicher Atmosphäre feierten zahlreiche Gäste kürzlich die Aufrichte des ovalen Anbaus. Handwerker, Planer, Unternehmer, Architekten und Kirchenvertreter waren vor Ort. Sie alle tragen dazu bei, dass aus dem früheren Pfarrhaus ein modernes Kirchenzentrum ent-steht. Hans Looser, Präsident der Kirchenvorsteherschaft (Kivo), blickte bei der Begrüssung in die Menge und meinte mit einem Augenzwinkern: «Wenn ich all die Menschen sehe, die hier angepackt haben, wird mir auch klar, warum es so viel kostet.»

Zentrum mit Ausstrahlung und Anziehung

Doch die Investition von rund 2,8 Millionen Franken diene letztlich der gesamten Bevölkerung und sei weitsichtig, betonte Looser. Vielleicht gar ähnlich visionär, wie es vor über 250 Jahren einige Kirchbürger von Oberwattwil waren, als sie an gleicher Stätte – auf dem Ebnet – eine religiöse Gemeinschaft gegründet sowie mit viel Fleiss, Elan und in Fronarbeit eine Kirche erbaut hatten. «Heute wollen wir uns hier eine neue Heimat schaffen», betonte Looser. «Ein Kirchenzentrum mit Ausstrahlung, das alle Menschen anziehen soll.» Dann blickte er zurück auf den Ursprung der Idee, das Herz der Kirchgemeinde an einem einzigen Standort im Dorf zu konzentrieren. Er erwähnte den Verkauf der Kirche, des Pfarrhauses und des Landes in Kappel, mit dessen Geld die Aufwertung des Kirchenzentrums überhaupt erst möglich wurde. Looser bedankte sich bei den Kirchbürgern für ihre Unterstützung, bei den Kivo-Mitgliedern für ihr grosses Engagement sowie bei allen, die in den letzten Wochen und Monaten in irgendeiner Form an den Umbauarbeiten beteiligt waren.

Ellipsenbau als Herausforderung

Denn bislang lief aus baulicher Sicht alles rund mit dem ovalen Bau. Das bestätigte Architekt Beat Loosli vom Büro Raumfindung aus Rapperswil-Jona: «Wir haben keine bösen Überraschungen erlebt und auch nichts Unerwartetes angetroffen.» Doch er räumte mit einem Schmunzeln ein. «Klar, als Architekt hat man stets den Bauherrn im Nacken. Da tauchen oft folgende Fragen auf: Geht’s noch etwas schneller? Und auch etwas günstiger?» Als grösste Herausforderung bezeichnete Loosli jedoch die Ellipsenform des Anbaus. «Bei dieser besonderen Konstruktion müssen sämtliche Details noch genauer aufeinander abgestimmt sein als bei einem konventionellen Bau – das dauert entsprechend etwas länger.» Trotzdem verliefen Um- und Neubau bislang nach Plan. Das bleibe hoffentlich so, denn noch stünden diverse Arbeiten an. Von Sommer bis Herbst wird das Aussenareal komplett neu gestaltet: Dabei entsteht zwischen Kirche und Zentrum ein kleiner Park, der zum Verweilen einladen soll. Der Pavillon-Anbau wird mit Schindeln verkleidet und erhält schon bald sein fertiges Aussehen im Innern. Zudem läuft der Umbau der verschiedenen Räumlichkeiten innerhalb des Pfarrhauses auf Hochtouren weiter.

Erster Augenschein nach den Sommerferien

Nach den Sommerferien darf auch die Öffentlichkeit einen ersten Augenschein im neuen Kirchzentrum nehmen (siehe Kasten). Bis Ende Jahr soll der Umbau komplett fertig sein und ab 2018 das Leben im neuen Kirchenzentrum Einzug halten. Wie der fertige Bau dereinst ausschaut, konnten die Gäste bereits bei der Aufrichte sehen – allerdings erst en miniature. Architekt Beat Loosli überreichte Kivo-Präsident Hans Looser und Kivo-Mitglied Huli Bolt je einen Bastelbogen: Mit einem kleinen Modell des Kirchenzentrums, das die beiden ausschneiden und zusammenbauen mussten. Nach erfolgreicher Bastelei folgte der Ausklang der Aufrichte: Die Gäste verpflegten sich am reichhaltigen Buffet, genossen die musikalische Unterhaltung und sorgten mit ihren lebhaften Gesprächen dafür, dass das Herzstück des neuen Kirchenzentrums bereits erstmals ein Ort der herzlichen Begegnungen wurde. (pd)