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EBNAT-KAPPEL: Herrschaftshaus – Armenhaus – Museum

Das Ackerhus eignet sich als Beispiel dafür, wie sich die Ansichten über die Restaurierung geschützter Gebäude seit der Mitte des letzten Jahrhunderts geändert haben. Die Denkmalpflege berichtet im jüngsten Jahresbericht unter anderem über das Gebäude.
Martin Knoepfel
Das Ackerhus in Ebnat-Kappel mit dem letztes Jahr erstellten Anbau. (Bild: Sabine Schmid (20. November 2015))

Das Ackerhus in Ebnat-Kappel mit dem letztes Jahr erstellten Anbau. (Bild: Sabine Schmid (20. November 2015))

Im Jahresbericht 2015 stellt die Denkmalpflege verschiedene im letzten Jahr und teils auch schon 2014 renovierte Bauwerke in speziellen Beiträgen vor (siehe Kasten). Dazu zählt auch das Ackerhus in Ebnat-Kappel. Der Artikel stammt von Oliver Orest Tschirky, Bauberater bei der kantonalen Denkmalpflege. Er weist darauf hin, dass es sich beim Ackerhus um ein früheres Herrschaftshaus mit einem kunstvoll gearbeiteten Dach, mit üppigen barocken Malereien und mit einer äusserst repräsentativen Giebelfront handle. Erstellt wurde das Ackerhus um die Mitte des 18. Jahrhunderts für einen für damalige Verhältnisse gutsituierten Bürger auf dem Füberg in Oberhelfenschwil. 1870 kaufte die Gemeinde das Gebäude und nutzte es zuletzt als Armenhaus.

1951/1952 wurde das Gebäude von Oberhelfenschwil an den heutigen Ort versetzt, nachdem die Gemeinde es dem Dickler Lehrer, Maler und Volkskunstsammler Albert Edelmann geschenkt hatte. Der Autor weist darauf hin, dass die Zerlegung von Häusern, deren Verschiebung und der Wiederaufbau an einem neuen Platz früher nicht selten waren, weil Baumaterialien teuer, die Arbeitskräfte dagegen günstig waren.

Hat Edelmanns Restaurierung Denkmalwert?

Weiter zeichnet der Artikel die Umgestaltung des ehemaligen Heimatmuseums nach. Dem kleinen Saal im neuerstellten Anbau ans Ackerhus attestiert der Autor eine ausgezeichnete Akustik. Kritik übt der Bericht der Denkmalpflege hingegen an verschiedenen Ergänzungen, die Albert Edelmann in den 1950er-Jahren des letzten Jahrhunderts vorgenommen hat. Die von Albert Edelmann neugemalten Dachuntersichten hat man bei der Renovation mit Brettern abgedeckt. Sie sind also nicht mehr sichtbar, werden aber auch nicht zerstört, wie der Bericht betont. Die Fassadenmalereien sind in den 1950er-Jahren ergänzt worden. Unsachgemäss nennt der Bericht diese Malereien. Offenbar zählt man darauf, dass sie unter dem Einfluss des Wetters allmählich verblassen.

Hintergrund ist, wie der Bericht eingesteht, dass sich die Meinungen, was eine Restaurierung soll und darf, seit der Mitte des letzten Jahrhunderts geändert haben. Damals seien massivere Eingriffe bis hin zur Rekonstruktion möglich gewesen. Nach heutiger Auffassung solle eine Restaurierung vor allem bewahrend sein, hält der Artikel im Jahresbericht der Denkmalpflege fest. Die Renovation des Gebäudes sei sehr sorgfältig erfolgt. Man habe nur dort, wo es nötig war, repariert, ergänzt oder neu gestrichen. Die Einbauten seien so geplant worden, dass möglichst wenig historische Substanz verlorenging, hält Oliver Orest Tschirky fest.

Haus mit Toggenburger Bezug in Wittenbach

Im Jahresbericht erwähnt wird sodann ein weiteres historisches Gebäude mit Bezug zum Toggenburg, das Haus Hurliberg 538 in Wittenbach. Das ehemalige Gasthaus Zu den drei Eidgenossen gehöre wegen der reichhaltigen Malereien zu den herausragenden Gebäuden in der Region, heisst es. Es war der letzte Wohnsitz des Geistlichen Johannes Pfister, der im Zweiten Villmergerkrieg 1712 erfolglos die Befreiung des Toggenburgs von der Herrschaft des Abts von St. Gallen anstrebte.

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