EBNAT-KAPPEL: Frittierte Tannzapfen zum Begegnungstreff

Die Werkstatt im Rosengarten lädt am Samstag zu ihrem Begegnungstag ein. Essen, Musik, Bilderausstellung und ein vielseitiges Verkaufsangebot von Produkten aus den Werkstattbereichen gehören dazu.

Kathrin Burri
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Mitarbeiter Stefan Pfander (links) gemeinsam mit Abteilungsleiter Urs Bischof bei der Produktion der Anzündhilfen, welche auch «Zündmöckli» genannt werden. (Bild: Kathrin Burri)

Mitarbeiter Stefan Pfander (links) gemeinsam mit Abteilungsleiter Urs Bischof bei der Produktion der Anzündhilfen, welche auch «Zündmöckli» genannt werden. (Bild: Kathrin Burri)

Keine Angst. Die frittierten Tannzapfen im Eingang zur Werkstatt im Rosengarten, verpackt in Tragtaschen, bleiben kaum in den Zähnen stecken. Viel mehr sind die Zündzapfen die neueste Produktion der Abteilung WWG (Wald-Wege und Garten) und wollen am Samstag verkauft werden. Sie dienen zum schnellen, problemlosen Feuer entfachen, sind handgemachte Anzündhilfen und entstehen seit dem Spätsommer in ausgeklügeltem Verfahren, in der WWG Gruppe. «Gute 100 Säcke stehen bereit», sagt Urs Bischof, Abteilungsleiter der WWG und schmunzelt, «und dann wären noch Unverpackte in Schachteln zu finden», fügt er an. Jetzt lacht er richtig.

Neues im Werkstattbereich herstellen

Begonnen hat alles mit Waldbegehungen und Tannzapfensuche, mit Erfahrungen und Erzählungen einiger Arbeitnehmenden aus früheren Tätigkeiten. Und mit der Motivation der Mitwirkenden, Neues in ihrem Werkstattbereich zu kreieren. Diese Motivation entspricht in ihrem Grundsatz der Ausrichtung des diesjährigen Begegnungstreffs: «Übergänge». Die Übergänge von Altem zu Neuem, von Abschied und Anfang, von Bekanntem und Unbekanntem, so erklärt Rosmarie Altenburger, Bereichsleiterin Werkstatt im Rosengarten, seien dieses Jahr besonders aktuell. Denn im kommenden Frühjahr kann die Werkstatt auf ein Viertel Jahrhundert Bestehen zurückblicken. Der Rosengarten hat sich immer wieder gewandelt, neu ausgerichtet, sich kritisch positioniert bezüglich gesellschaftspolitischer Haltung gegenüber Menschen mit speziellen Bedürfnissen und ihr Grundanliegen, diesen Menschen im Rosengarten einen sinnstiftenden Arbeitsplatz zu schaffen, zielstrebig verfolgt. Hier war die Werkstatt im Rosengarten stets Denkanstösserin der meinungsbildenden Übergänge zu neuen Denk- und Handlungsansätzen. Rosmarie Altenburger spricht in diesem Zusammenhang von einer wertschätzenden Art und Weise, damit Fähigkeiten und Ressourcen für alle gewinnbringend eingebracht werden können. Dass in diesem Zusammenhang die Wirtschaftlichkeit der Werkstatt mitgedacht werden muss, ist selbstredend. Die Anzündhilfeproduktion hat einige Wegkreuzungen eingeschlagen, bis sie so wie heute, fast schon optimal, funktioniert. «Ein Thermostaat fehlt noch, er wird nächstens eingebaut», sagt Abteilungsleiter Urs Bischof. Die einzelnen Arbeitsschritte passen und die Sicherheit wird hoch eingeschätzt.

Die Tannzapfen werden nach dem Sammeln getrocknet. Später werden Jutestreifen zugeschnitten und die Zapfen umwickelt. Die Zeiten sind vorbei, wo im Topf Wachs geschmolzen und die Tannzapfen darin getaucht wurden. Jetzt steht die Fritteuse bereit, voller geschmolzenem Wachs und mit festgesetzter Temperatur. Ein erneutes Trocknungssystem, eine Lehre, die genau die festgelegte Tannzapfenanzahl in ihren Ausbohrungen für den Verpackungssack aufnimmt, eine Grillzange und Arbeitende, die ausdauernd produzieren; so gelingt das neue Produkt. Eine weitere Neuentwicklung sind die Anzündwürfel, kleine Quader aus Sägemehl und Wachs. Auch ihre Herstellung verlangte einige Tüfteleien. Zum Beispiel die Konstruktion einer Presse für die gleichmässigen Klötzchen und nicht zuletzt einen stolzen Namensgeber. Einer der Mitarbeitenden in der Produktionskette, Stefan Pfander, nannte sie Zündmöckli. Unter diesem Namen werden sie fortan verkauft.

Die ganze Rosengartenbelegschaft freut sich auf den Samstag und heisst Interessierte willkommen.

Kathrin Burri

redaktion@toggenburgmedien.ch

Musikalische Darbietungen: Harfenklänge: Von 14.45 bis 15.15 Uhr; von 16.30 bis 17 Uhr und von 17.45 bis 18.15 Uhr. Alphornklänge: Von 14 bis 14.30 Uhr und von 15.45 bis 16.15 Uhr.