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EBNAT-KAPPEL: «Das ‹Du› war im Dorf ein Thema»

Vor dem Strassenfest rief der Verkehrsverein Ebnat-Kappel das «Du-Dorf» aus. Die Reaktionen seien mehrheitlich positiv gewesen, zieht Präsident Patrick Zollinger Bilanz.
Sabine Schmid
Wie Gemeindepräsident Christian Spoerlé erlaubten am Wochenende viele Ebnat-Kappler das Duzen. (Bild: PD)

Wie Gemeindepräsident Christian Spoerlé erlaubten am Wochenende viele Ebnat-Kappler das Duzen. (Bild: PD)

«Wir könnten einander auch Du sagen.» Für manche ist dieser Schritt gross. Darum versuchte der Verkehrsverein Ebnat-Kappel am Strassenfest vom vergangenen Wochenende, Hürden abzubauen. Wer einen roten Kleber mit der Aufschrift «Du» trug, den durfte man duzen. Wie nachhaltig die Aktion ist, weiss Verkehrsvereinspräsident und Initiant Patrick Zollinger aber noch nicht.

Patrick Zollinger, wie ist die Aktion «Ebnat-Kappel als Du-Dorf» bei der Bevölkerung der Gemeinde angekommen?

Wir vom Verkehrsverein waren am Wochenende am Strassenfest aktiv unterwegs und wir haben festgestellt, dass bereits viele Teilnehmer den Du-Kleber getragen haben. Ich würde schätzen, dass es etwa zwei Drittel waren. Zudem haben einige Vereine das Logo in ihre Dekoration integriert und sich so zum Du bekannt. Ich kann mich bei der Bevölkerung nur bedanken, dass sie diese Aktion so gut unterstützt hat.

Haben Sie bereits im Vorfeld Reaktionen gehört?

Wir haben auf der Internetseite www.dudorf.ch eine Kommentarfunktion eingerichtet. Ein Kommentar war kritisch, die anderen durchwegs positiv. Da auch Medien ausserhalb des Toggenburgs über die Aktion berichtet haben, haben wir auch von Auswärtigen gute Rückmeldungen erhalten. Mich hat gefreut, dass wir eine positive Schlagzeile aus dem Toggenburg auslösten.

Bei wem kam die Aktion besser an, bei der jüngeren oder älteren Bevölkerung?

Das kann ich nicht sagen, es gab Ältere als auch Jüngere, die nicht mitmachen wollten. Andererseits gab es Stimmen von älteren und jüngeren Ebnat-Kapplern, die die Aktion unterstützt und mit anderen Duzis gemacht haben. Gefreut hat mich die Anfrage von Festbesuchern, die nicht aus Ebnat-Kappel stammen, ob sie auch einen Du-Kleber tragen können. Das war selbstverständlich auch möglich.

Auf der Homepage vom Du-Dorf erhielten Sie einen Kommentar von Jörg, des Bürgermeisters der Gemeinde Rodenäs in Nordfriesland, der Ebnat-Kappel zu dieser Aktion beglückwünscht. Haben Sie ihn kontaktiert?

Ja, ich habe ihm ein E-Mail geschickt und er hat uns ein Statement für die Homepage geschrieben. Rodenäs hat das Du politisch eingeführt. Ob das bei uns auch möglich ist, lasse ich offen. In Rodenäs mit seinen 450 Einwohnern war das vielleicht etwas leichter.

Wird Ebnat-Kappel nun beim Du bleiben oder geht es zum Sie zurück?

Wir streben an, dass das Du im Alltag integriert wird, aber wir können es nicht vorschreiben. Es gab Leute, die am Strassenfest explizit darauf hingewiesen ­haben, dass das Du auch danach gelten solle. Vereine haben bereits angefragt, ob sie das Logo verwenden dürfen, was wir ­bejaht haben. In der Schule sind die Lehrer jedoch zum Sie zurückgekehrt. Übrigens problemlos, wie ich gehört habe. Wir ­suchen nun den den Kontakt zu den Geschäften, um ihnen das Einkaufen auf Du vorzuschlagen, was einem Bekenntnis zum ­Einkaufen im Dorf gleichkäme.

In einem Kommentar auf der Homepage wird ein «Festtags-Du» als Kompromiss vorgeschlagen. Wäre das für Sie eine Möglichkeit, am Du festzuhalten?

Wir lassen das noch offen. Es wird sich zeigen, ob bei den Ballon­tagen im September und beim Weihnachtsmarkt wieder vermehrt geduzt wird. Der Übername «Du-Dorf» für Ebnat-Kappel käme jedenfalls nicht schlecht an.

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

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