EBNAT-KAPPEL: Bereit für anstehende Investitionen

An der Rechnungsgemeinde präsentierte Gemeindepräsident Christian Spoerlé am Mittwoch einen Überschuss von 1,5 Millionen Franken. Trotz der guten Finanzlage bleibt der Steuerfuss bei 145 Prozent, da viel gebaut werden muss.

Sabine Schmid
Merken
Drucken
Teilen
Die Bürgerversammlung Ebnat-Kappel wurde musikalisch eröffnet durch Gitarrenklänge von Stefan Frei und Mia Nüesch. (Bild: Sabine Schmid)

Die Bürgerversammlung Ebnat-Kappel wurde musikalisch eröffnet durch Gitarrenklänge von Stefan Frei und Mia Nüesch. (Bild: Sabine Schmid)

Sabine Schmid

sabine.schmid

@toggenburgmedien.ch

111 Bürger konnte Gemeindepräsident Christian Spoerlé an der Rechnungsgemeinde in der evangelischen Kirche Ebnat-Kappel begrüssen. Wie jedes Jahr waren Musikschüler – in diesem Jahr Mia Nüesch und Stefan Frei aus Fritz Bleikers Gitarrenklasse – für den musikalischen Auftakt besorgt. Christian Spoerlé hielt in seinen Begrüssungsworten fest, dass die Herausforderungen für die Region Toggenburg, beispielsweise bezüglich der Wirtschaft, der Raumplanung und der Verkehrserschliessung gross ­seien. Die Gemeinden, darunter auch Ebnat-Kappel, hätten gut gewirtschaftet und könnten positive Abrechnungen präsentieren. Die Folge sei vielerorts, dass der Steuerfuss gesenkt werde. In Ebnat-Kappel hingegen würde man dringend notwendige Investitionen tätigen. Christian Spoerlé sprach damit die im Februar an der Urne bewilligte Erweiterung und Instandsetzung der Schulanlage Wier sowie den geplanten Neubau des Pflegeheims Wier an, der im Mai zur Abstimmung kommt. Aufgrund des komfortablen finanziellen Polsters stehen die Vorzeichen gut, dass diese grossen Investitionen getätigt werden können, ohne dass der Steuerfuss erhöht werden müsse, sagte der Gemeindepräsident.

Besserstellung gegenüber dem Budget

Im Herbst 2015 war die Gemeinde noch davon ausgegangen, dass die Rechnung 2016 mit einer Null abschliesst. Die Zahlen sind nun aber viel besser ausgefallen, am Schluss blieb ein Gewinn von über 1,5 Millionen Franken. Dieser wird ins Eigenkapital gelegt, das nun auf über 5,7 Millionen Franken angestiegen ist.

Der Gemeindepräsident nannte verschiedene Punkte, die zu dieser Besserstellung beigetragen haben. Auf der Einnahmeseite fällt ins Gewicht, dass die ­Gemeinde Ebnat-Kappel rund 530000 Franken mehr Steuern eingenommen hat als veranschlagt. Der grösste Anteil davon fällt auf die Einkommens- und Vermögenssteuern (+464000 Franken) und auf die Handänderungssteuern (+100000 Franken). Erträge, die weitaus grösser waren als budgetiert, gab es unter anderem bei den Grundbuch­gebühren. Positiv auf das Rechnungsergebnis ausgewirkt haben sich beispielsweise Minderaufwände beim Winterdienst, bei Beträgen an das Amt für öffentlichen Verkehr oder bei der regionalen Berufsbeistandschaft und beim Kinder- und Erwachsenenschutz (Kesb). Die Ausgaben der Gemeinde für die Sozialhilfe bei Kantonsbürgern und Ausländern waren um 302900 Franken höher als budgetiert. Für das laufende Jahr prognostiziert Christian Spoerlé, dass die Kosten bei der Sozialhilfe nochmals ansteigen werden.

Schulratspräsident Pierre Joseph legte den Finanzbedarf der Schule dar. In der Schulanlage Schafbüchel wurde eine nicht mehr genutzte Wohnung in fünf Räume für Kleingruppen umgebaut. Weil jüngere Lehrer angestellt werden konnten, wurde bei den Lohnkosten das Budget nicht voll ausgeschöpft. Hingegen musste eine zusätzliche Deutschklasse für Kinder mit Migrationshintergrund eröffnet werden, was mit 19000 Franken zu Buche schlägt. Weniger Geld wurde ausserdem für Sonderschüler ausgegeben. Unter dem Strich, fasste Pierre Joseph zusammen, blieb die Schule sowohl beim Aufwand als auch beim Ertrag unter den Budgetzahlen.

Gewinn auch bei den Heimen

Daniel Thoma, Leiter der Alters- und Pflegeheime, konnte ebenfalls einen positiven Jahresabschluss präsentieren. Nach den ordentlichen Abschreibungen und einer budgetierten Einlage von 250000 Franken verbleibt ein Betriebsgewinn von fast 564000 Franken. Nun verfügen die Alters- und Pflegeheime über ein Eigenkapital von über 6,6 Millionen Franken. Daniel Thoma informierte die Bürgerschaft, dass am 21. Mai über den Neubau des Pflegeheims abgestimmt werde. Er lud bereits jetzt zu einer Informationsveranstaltung ein, die am 8. Mai in der Aula des Schulhauses Wier stattfinden wird.

Die Bürger genehmigten sowohl die Rechnung der Gemeinde als auch der Alters- und Pflegeheime. Ebenso sprachen sie eine neue wiederkehrende Ausgabe für die Kindertagesstätte Topolino. Diese soll als Defizitgarantie verstanden werden. In den ersten drei Jahren ist die Limite hoch angesetzt, danach darf sie 20000 Franken nicht übersteigen. Christian Spoerlé zeigte sich zuversichtlich, dass die Kindertagesstätte selbsttragend betrieben werden kann.