EBNAT-KAPPEL: Baden im Kerzenlicht statt im Mondschein

Im Freibad Ebnat-Kappel war das Freibad am Montag bis 22 Uhr geöffnet, statt wie üblich bis um 20 Uhr. "Vollmondschwimmen" heisst dieser Anlass, der gut besucht war. Nur der Mond machte nicht ganz mit.

Sabine Schmid
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Noch scheint der Mond nicht über der Ebnat-Kappler Badi, für gute Stimmung sorgen bunte Lämpchen und Feuerschalen. (Bild: Sabine Schmid)

Noch scheint der Mond nicht über der Ebnat-Kappler Badi, für gute Stimmung sorgen bunte Lämpchen und Feuerschalen. (Bild: Sabine Schmid)

24 Grad, die perfekte Wassertemperatur. Dies finden zahlreiche Damen und Herren, die am Montag eine Eintrittskarte für die Badi Ebnat-Kappel kaufen. Für einmal ist aber nicht um 20 Uhr Schluss. Bis um 22 Uhr ist die Schweizer Fahne aufgezogen und signalisiert, dass die Badi geöffnet ist. «Vollmondschwimmen» nennt sich dieser Anlass. «Es geht was», freut sich Betriebsleiter und Bademeister Gerd Hamann. Er schaut dem Treiben im Becken zu und lässt seinen Blick über die gut besetzten Tische beim Kiosk schweifen.

Im vergangenen Jahr probierte er aus, ob die Ebnat-Kappler auch beim Einnachten in die Badi zu locken sind. «Wir wurden damals überrannt», erinnert er sich. Daher hat er den Anlass wieder in seine Saisonplanung übernommen. Eigentlich hätte bereits beim Juli-Vollmond die Badi Ebnat-Kappel bis um 22 Uhr offen sein sollen. Aber: Petrus machte einen Strich durch die Rechnung. Jetzt, im August, klappte es mit dem Wetter, und auch mit der perfekten Wassertemperatur.

Lichterketten und Feuerschalen am Becken

«Mami, mir ist kalt», tönt es von einem Kind, das eben noch die Rutschbahn herunter gesaust ist, nun aber vom Baden genug hat. Schnell wickelt die Mutter es in ein flauschiges Badetuch – es soll die letzten Ferientage nicht krank im Bett verbringen müssen. Baden in der Abenddämmerung hat also Vor- und Nachteile. Sehr zur Freude der Kinder wartet kein Erwachsener, um die zarte Haut mit irgendwelchen Sonnencremes einzuschmieren. Im Gegenzug fehlen aber die wärmenden Sonnenstrahlen, um die Haut zu trocknen. Besonders dann, wenn man nach dem Bad die Dusche verlässt. Die ist nämlich nicht geheizt.

Gerd Hamann und seine Helfer platzieren derweil Feuerschalen an den Beckenrand. Ehrlicherweise müsste der Anlass nämlich in Kerzenlicht-Schwimmen umbenannt werden. Denn der Mond – und dies nicht wegen der parziellen Mondfinsternis – ist nicht zu sehen. Den Badegästen scheint dies nichts auszumachen. Der Betriebsleiter hat seinerseits für stimmige Beleuchtung gesorgt. Bei den Garderoben und rund um die Rutschbahn leuchten bunte Lämpchen an Lichterketten. Am grossen Baum hat er kleine, solarbetriebene Lämpchen aufgehängt. Hätte Gerd Hamann einen Wunsch frei, würde er sich eine Beleuchtung im Innern des Beckens wünschen. «Eine Unterwasserbeleuchtung würde den Gästen gewiss noch besser gefallen», ist er überzeugt. Und: Dann könnte der Vollmond-Schwimmspass verlängert werden. «Wir müssen jetzt um 22 Uhr Schluss machen, weil es danach zu dunkel ist für die Aufsicht im Beckenbereich», erklärt er.

Schwimmbad wird zur Begegnungsstätte

Gerd Hamann ist froh, dass der Betrieb ruhig und unfallfrei abläuft. Ob er zufrieden sei mit dem Publikumsaufmarsch? «Wir können nie genügend Gäste bekommen», sagt er lachend. Aber: Zwischen den vielen Stammgästen macht er immer wieder unbekannte Gesichter aus. Feriengäste, Toggenburger aus anderen Gemeinden. Willkommen sind sie alle. Denn: «Die Badi soll eine Begegnungsstätte sein», sagt Gerd Hamann. Es freut ihn deshalb auch, dass alle Altersschichten sich an diesem Abend im Schwimmbad treffen.

Der Mond zeigt sich an diesem Abend übrigens auch noch, nachdem er endlich über die Berge geklettert ist. Gesehen haben ihn nur die spätesten Gäste. Ud Gerd Hamann und seine Helfer. Sie bleiben noch zwei bis drei Stunden, um die Badi zu reinigen und für den Betrieb am Dienstag vorzubereiten.