EBNAT-KAPPEL: Ausgewogenheit mit «Herzbluet»

Die Bäuerinnen und Landfrauen aus dem Mitteltoggenburg genossen einen unterhaltsamen Nachmittag in der Schafbüchelturnhalle.

Adi Lippuner
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Die Präsidentinnen der Ebnat-Kappler Bäuerinnenvereinigungen mit der Vorstandsfrau des kantonalen Bäuerinnenverbands: Rösli Bösch, Jeanette Oppliger, Vreni Senn und Anita Kolp (von links).

Die Präsidentinnen der Ebnat-Kappler Bäuerinnenvereinigungen mit der Vorstandsfrau des kantonalen Bäuerinnenverbands: Rösli Bösch, Jeanette Oppliger, Vreni Senn und Anita Kolp (von links).

Adi Lippuner

redaktion@toggenburgmedien.ch

Das Motto «Herzbluet» war am Mittwochnachmittag auf Schritt und Tritt spür- und sichtbar. Dekorative Herzen beim Eingang, auf den Tischen sowie neben und auf der Bühne stimmten die gut gelaunten Frauen auf den Nachmittag ein. Mit viel Herzblut haben es die vorbereitenden Vereine, die drei Bäuerinnen­vereinigungen von Hüsliberg, Schattenhalb und Wintersberg-Bendel mit ihrer OK-Präsidentin Jeanette Oppliger geschafft, den Gästen einen unvergesslichen Nachmittag, fernab von Alltagssorgen, zu bereiten.

Gemeindepräsident Christian Spoerlé bezeichnete seinen Auftritt am Bäuerinnentag «als ­spezielle Aufgabe». Er zeigte sich beeindruckt von der Liebe, dem Engagement und eben dem Herzblut, welches in die Vorbereitung und Durchführung des Nachmittags gesteckt wurde. Die Bäuerinnen und Landfrauen bezeichnete er als «wichtige Säule der Gesellschaft». Die Tagungsgemeinde wurde mit einem Film, der auch auf der Homepage der Gemeinde abgerufen werden kann, vorgestellt. «So kann ich vielleicht die eine oder andere Frau dazu animieren, bei einer anderen Gelegenheit wieder einmal bei uns zu verweilen.»

Im Anzug von Chantal Bournissen

Mit Simon Lüthi konnte ein Musiker gewonnen werden, der nicht nur virtuos Akkordeon spielt, sondern auch für den einen oder anderen Scherz zu haben ist. Während vier Frauen den immer wieder gerne gehörten und gesehenen Sketch «Am Skilift», des unvergessenen Kabaretts Rotstift aufführten, wagte sich Simon ­Lüthi in einem Skianzug von Chantal Bournissen, den er im Jahr 1992 erhielt, auf die Bühne. Der rennmässige Auftritt läutete einen besonderen Genuss ein: Es wurde ein Ausschnitt aus dem Film, welcher das Schweizer Fernsehen über den Weltcup-Riesenslalom am Girlen im Jahr 1977 drehte, gezeigt. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, dass damals über 400 Freiwillige im Einsatz waren, dass am Renntag 25 000 Zuschauerinnen und Zuschauer ins Dorf Ebnat-Kappel strömten und dass die Rechnung mit einem satten Gewinn abgeschlossen werden konnte.

Verborgene oder sichtbare Talente gibt es in jedem Dorf und in jedem Verein. Für einmal wurden am Bäuerinnentag einige sichtbar gemacht. Frauen aus den drei Vereinen stellten sich mit ihrer «Herzblut»-Tätigkeit vor. Ob klöppeln, stricken, häkeln, Gäste im Skiliftrestaurant be­treuen, als Samariterin das Wissen weitergeben, Böschele, Hosen nähen oder dekorative Kränze herstellen – das Interesse der Frauen ist breit gefächert.

Zeit für gemütliches Zusammensein, für Gedankenaustausch und die Kontaktpflege gehören ebenso zu einem Bäuerinnentag wie die Informationen aus dem kantonalen und schweizerischen Verband. Die Mühlrütner Bäuerin Vreni Senn, Vorstandsmitglied des kantonalen Bäuerinnenverbands, informierte über Aktivitäten von Veloferien über Wandertage bis zur Beteiligung an der Olma. Neu soll auf der Homepage des kantonalen Bäuerinnenverbands eine Trachtentauschbörse aufgebaut werden.