E-Bike kommt langsam ins Toggenburg

REGION. In der übrigen Schweiz sind sie schon seit längerem auf dem aufsteigenden Ast – die E-Bikes. Allmählich nimmt die Nachfrage nach den elektronischen Velos auch im Toggenburg zu. Leider sind die schnellen Geräte oftmals in Unfälle verwickelt.

Timon Kobelt
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Alexandra Alpiger stellt die E-Bikes bereit. Der Motor ist dort, wo bei einem Fahrrad der Getränkehalter ist. (Bild: Timon Kobelt)

Alexandra Alpiger stellt die E-Bikes bereit. Der Motor ist dort, wo bei einem Fahrrad der Getränkehalter ist. (Bild: Timon Kobelt)

Wer will völlig verschwitzt bei der Arbeit erscheinen, nur weil er den Weg mit dem Velo zurückgelegt hat? Es wäre doch viel bequemer, die steilen Strassen im Toggenburg ohne Anstrengung zu bewältigen. Das E-Bike macht es möglich.

Toggenburg reagiert

Vor rund zehn Jahren sind die E-Bikes in der Schweiz erstmals richtig aufgekommen. Inzwischen stiegen die Verkaufszahlen stetig an. Gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) sind zwischen 2005 und 2013 rund 185 000 E-Bikes verkauft worden. Heute belaufen sich die Zahlen gar auf eine Viertelmillion. Die Zunahme der Verkaufszahlen ist wohl noch lange nicht zu Ende.

Im Toggenburg sind sich die lokalen Sportgeschäfte des Anstiegs der Verkaufszahlen bewusst. So bieten mittlerweile viele Sportläden E-Bikes sowohl zum Mieten als auch zum Verkauf an. Vor einem Jahr hat das Geschäft Sporttreff in Unterwasser die E-Bikes ins Sortiment aufgenommen. Grund waren sich häufende Anfragen von Kunden, die gerne E-Bikes mieten wollten. Alexandra Alpiger, Verkäuferin bei Sporttreff, sagt: «Wir bekamen und bekommen laufend mehr Anfragen bezüglich E-Bikes. Meistens handelt es sich um Feriengäste, welche gerne einen Tag mit den E-Bikes unterwegs sein wollen.» Im Sommer vermiete sie rund 20 Bikes pro Monat. Sie sei jedoch überzeugt, dass diese Zahl noch steigen werde. Vom Alter her seien es vor allem über 40-Jährige, die Interesse an den E-Bikes zeigen würden. «Es gibt aber auch jüngere Menschen, die gerne mit den Bikes unterwegs sind. Denn man kann gut Sport mit ihnen betreiben, selbst wenn sie eine elektrische Hilfe besitzen», meint Alpiger.

Verschiedene Modelle

E-Bikes gehören alle zur Fahrzeugkategorie der Motorfahrräder. Innerhalb der E-Bikes gibt es jedoch verschiedenste Modelle für einen unterschiedlichen Gebrauch. Für Sportler existieren Mountainbikes mit Elektroantrieb. «Mit diesen kann auf steilen Strassen und mit guter Tretunterstützung schnell eine Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde erreicht werden», sagt die Verkäuferin. Für den herkömmlichen Strassenverkehr gibt es E-Bikes, die rund 20 Kilometer pro Stunde schnell sind.

Hohes Unfallrisiko

Wo Tempo im Spiel ist, sind Unfälle nicht weit. Gemäss bfu verunfallten im Jahr 2014 450 Personen mit einem E-Bike. Im Vorjahr waren es rund 100 weniger gewesen. Im Kanton St. Gallen stabilisierte sich die Zahl der Unfälle in den letzten Jahren bei 30. Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, erklärt die Ursachen der Unfälle: «Oftmals unterschätzen die Lenker der Fahrräder ihre Geschwindigkeit. Somit beurteilen sie Verkehrssituationen falsch.» Ausserdem nähmen Autofahrer die E-Bikes häufig als Velos wahr. Deshalb seien die Autofahrer vom Tempo der E-Bikes überrascht.

Eine Zulassungsprüfung wie bei Fahrrädern hält Hanspeter Krüsi indes nicht für notwendig. Man müsse die Leute aber darauf hinweisen, dass sie nicht mit einem gewöhnlichen Fahrrad unterwegs seien. Nur wenn man sich der Geschwindigkeit bewusst sei, liessen sich Unfälle vermeiden.