Durch Aufklärung Mobbing vorbeugen

Das Elternforum Wattwil hat das Thema Mobbing an der Schule aufgeworfen und zu einem Informations- und Diskussionsabend zum Thema eingeladen. Die Schulpsychologin Sandra Schmid zeigte dabei auf, was Mobbing ist, was die Vorstufen sind und was sich gegen Mobbing tun lässt.

Matthias Giger
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WATTWIL. Anhand einer Spirale hat die Schulpsychologin Sandra Schmid am Informationsabend des Elternforums Wattwil aufgezeigt, wo gewöhnliche Konflikte aufhören und in eine Form von Mobbing fliessen. Während am Anfang ein relativ harmloser Konflikt wie Eifersucht oder ein Streit stehe, der leicht aufgelöst werden könnte und noch weit entfernt von Mobbing ist, werde es zunehmend schwieriger, einen Mobbingprozess aufzulösen, je länger er dauert, so Sandra Schmid. Auf einer Grafik (siehe Bild) zeigte sie auch auf, welche Lösungsansätze es für die jeweilige Phase gibt.

Da sich Mobbing oft in der Schule oder auf dem Schulweg abspielt, wo es von den Eltern nicht beobachtet werden kann, sei es wichtig, dass Eltern hellhörig werden, wenn beispielsweise ihre Kinder über einen Mitschüler oder eine Mitschülerin lästern. «Auf keinen Fall sollten sie sie in diesem Verhalten noch bestärken, indem sie ihnen zustimmen», betonte Sandra Schmid.

Mobbing vorbeugen

In Gruppen mit einem guten Team- oder Klassengeist komme Mobbing selten vor. «Daher ist alles, was für ein gutes Klassen- und Unterrichtsklima getan wird, auch Mobbing-Prävention», sagte Sandra Schmid. Schulratspräsident Norbert Stieger, der am Informationsabend die Schulgemeinde Wattwil-Krinau vertreten hatte, nannte einige Präventionsprojekte der Schulsozialarbeit Wattwil. So erhielten beispielsweise Schülerinnen und Schüler beim Projekt «Faustlos» Unterricht, der ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen fördert. Im Rahmen des Projekts «Gewaltprävention» machen sie sich bewusst, dass sie entscheiden, ob und wie sie in einen Konflikt gehen. Zudem sollen sie lernen, wie sie ihre eigene körperliche und seelische Grenzen selbstbewusst und überzeugend ausdrücken und behaupten. Aber auch mit den Neuen Medien lernen sie, verantwortungsvoll umzugehen. Denn damit hat man schneller jemanden bloss gestellt, als einem lieb ist.

Eigenes Kind stärken

Auch Eltern können etwas gegen Mobbing tun, indem sie ihre Kinder aufklären, ihnen sagen, wann es richtig ist, sich verbal zur Wehr zu setzen oder Erwachsene um Hilfe zu bitten.

Sandra Schmid sagte, dass man zwischen nieder-reaktiven und hoch-reaktiven Kindern unterscheide. Nieder-reaktive Kinder neigen dazu, sich dominieren zu lassen, herum gestossen und benachteiligt zu werden. Hoch-reaktive Kinder hingegen neigen zu unnötigen Kämpfen.

Eltern, die ihr Kind als nieder-reaktiv einstufen, können ihm helfen, die eigenen Gefühle ausdrücken zu lernen und sie dabei unterstützen, um den Herausforderungen zu begegnen und ihre sozialen Fertigkeiten trainieren. Eltern von hoch-reaktiven Kinder sollten ihnen die Konsequenzen ihres Verhaltens aufzeigen, ihnen dabei helfen Mitgefühl und Empathie zu erlangen, sich so zu sehen, wie sie von anderen gesehen werden und sich Freiheiten zu verdienen.