Dunant über die Ohren erleben

HEIDEN. Das Henry-Dunant-Museum in Heiden wartet mit einer neuen Sonderausstellung auf. Zur Eröffnung von «Hör mal …Henry Dunant» erschienen Persönlichkeiten, die Dunants Wirken musikalisch interpretiert haben.

Karin Erni
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Wirkten an der Sonderausstellung mit: Gigi Tagliapietra, Josef Büchelmeier und Erika Thali-Fritsche. (Bild: ker)

Wirkten an der Sonderausstellung mit: Gigi Tagliapietra, Josef Büchelmeier und Erika Thali-Fritsche. (Bild: ker)

HEIDEN. Es sei keine eigentliche Ausstellung, sondern eine «Hörstellung», sagt Kurator Josef Büchelmeier scherzhaft zur neuen Sonderausstellung im Dunant-Museum Heiden. Wie bei der letzten Ausstellung «Was zählt der Mensch» spielen auch hier wieder iPads eine tragende Rolle. Mit ihnen erschliesst sich dem Besucher, was auf den Bildern an der Wand zweidimensional zu sehen ist, zusätzlich als Film- und Tondokument.

Dunant und die Musik

An der Eröffnung ist auch Erika Thali-Fritsche anwesend. Die gebürtige Appenzellerin hat im Jahr 1963 gemeinsam mit Robert Lattmann eine Schallplatte besungen. Mit dem Lied «Ich sprach zum Wind» wurde das 100-Jahr-Jubiläum des Roten Kreuzes im Jahr 1964 gefeiert. Der Erlös der Schallplatte sollte gemäss Aufschrift dem Spital Heiden zugute kommen.

Extra aus dem norditalienischen Desenzano ist Gigi Tagliapietra angereist. Der ehemalige Inhaber einer Informatikfirma ist ein Förderer der Scuola di Musica del Garda. Diese befindet sich in der Nähe des Schlachtfeldes von Solferino. Hier hatte Henry Dunant in Anbetracht «eines der schrecklichsten Schauspiele, das sich erdenken lässt», einst die Idee zur Gründung des Roten Kreuzes. «Henry ha un'idea» heisst denn auch das 45minütige orchestrale Werk. Das Besondere daran sei, sagt Tagliapietra, dass die Musik im Stück nicht einfach Begleitung, sondern der Hauptakteur sei. «Musik ist eine Sprache, die alle verstehen.»

Dunants Feuerorgel

Weitere Ausstellungs-(Hör-)Stücke sind die von Benjamin Britten 1964 komponierte «Cantata Misericordium», ein in Österreich uraufgeführtes Musical, und auch das Pyrophon – eine Art «Feuerorgel» – gehört zur Ausstellung.

Sonderausstellung «Hör mal ...Henry Dunant!», Henry-Dunant-Museum Heiden, bis 30. Oktober. Öffnungszeiten: Di bis Sa 13.15 bis 16.30 Uhr, So 10 bis 12 Uhr und 13.15 bis 16.30 Uhr

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