Du bist, was du isst

Brosmete

Roger Fuchs
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Wer kennt sie nicht? Die Gala, die Jonagold, die Maigold, die Gravensteiner, die Boskoop oder die Golden Delicious. Nein, natürlich rede ich hier nicht von Missen der letzten Jahre, sondern von den Früchten des Paradiesbaums. Welche Apfelsorte es Adam einst angetan hatte, tut an dieser Stelle nichts zur Sache. Ob süsslich, süss-säuerlich oder säuerlich – längst finden wir Äpfel das ganze Jahr über im Angebot. Doch vielleicht geht es ihnen wie mir: Statt auf solch gesunde Nahrung zu setzen, ist in der Morgenpause schneller einmal der Griff zum Gipfeli getan. Manchmal halbrund geformt wie eine Banane, manchmal steckengerade, mal knusprig, mal teigig, immer stopfend, selten notwendig und doch immer magisch anziehend. Das kann und darf es aber nicht sein, rede ich mir dieser Tage wieder einmal gut zu. Selbst wenn ich die lokalen Bäckereien gerne berücksichtige, die ersten Frühlingstage wecken auch wieder die Sehnsucht nach frischer, saftiger Nahrung. Und was gibt es denn Gesünderes, als einen kräftigen Apfel, motiviere ich mich selbst. Und hoffe dabei natürlich, solche ohne Rückstände von Pestiziden zu erwischen. Doch selbst dann: Vitamine finden sich nur in Fruchtfleisch und niemals im Gipfeliteig. Allein schon der Anblick der rot-grün-gelben Hautfärbung muss doch die Entscheidung einfach machen. Nur Gesundes und Vitaminreiches kann neue Lebensgeister wecken. Gut, es ist nicht so, dass ich mich schon halbtot fühlen würde, aber manchmal bringt nur positives Mentalcoaching einem dorthin, wo man sich hinbewegen sollte.

Und so schreibe ich diese Brosmete an mich selbst. Sozusagen als Warnung! Pass auf, was du isst. Du bist, was du isst – oder so ähnlich. Und vielleicht geht es jemandem ähnlich wie mir. Brechen wir auf zu gesunden Ufern. Mit mindestens einem Apfel pro Tag – mmmh! Einen guten Ap­petit.

Roger Fuchs