«Du bist ein Faden...»

Das ganze Familienepos «Das achte Leben (für Brilka)» der georgischen Autorin Nino Haratischwili breitet sich wie ein Teppich vor der Leserin oder dem Leser aus. Es ist nicht nur die Geschichte der Familie von Brilka, sondern auch ein Teil der Geschichte Osteuropas im 20.

Iris Schläpfer, Mediathek der Kantonsschule Trogen
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Das ganze Familienepos «Das achte Leben (für Brilka)» der georgischen Autorin Nino Haratischwili breitet sich wie ein Teppich vor der Leserin oder dem Leser aus. Es ist nicht nur die Geschichte der Familie von Brilka, sondern auch ein Teil der Geschichte Osteuropas im 20. Jahrhundert, von der Russischen über die Sowjetische, Georgische bis wieder hin zur Russischen Geschichte. Auf über tausend Seiten werden verschiedenen Figuren über sechs Generationen, von der Autorin meisterhaft lebendig gezeichnet, vom Leben geschüttelt. Beginnend mit der Russischen Revolution reicht die Zeitspanne über die Stalin-Zeit bis hin zum Kalten Krieg, der Auflösung der Sowjetunion, der nachsowjetischen Zeit und dem Georgischen Bürgerkrieg. Niza erzählt ihrer zwölfjährigen Nichte Brilka diese Geschichte, die 1900 mit der Geburt von Stasia beginnt, der Tochter eines Scholokadenfabrikanten in Georgien. Stasia heiratet den Weissgardisten Simon, der nach Petrograd versetzt wird. Das Buch verdient die Bezeichnung Epos, wird in manchen Rezensionen mit Werken Tolstois oder der südamerikanischen Literatur verglichen. Ein ideales Werk für lange Winterabende. Der Bucheinband ist aufklappbar und schön gestaltet. Die Autorin ist 1983 in Tiflis geboren und lebt heute als Dramaturgin und Schriftstellerin in Hamburg.

Haratischwili, Nino. Das achte Leben (für Brilka). – Frankfurt a. M.: Frankfurter Verlagsanstalt, 2014. (ISBN 978-3-62700-208-4)

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