Drohbriefe und fehlendes Licht

Die traktandierten Programmpunkte gingen an der 51. ordentlichen katholischen Kirchgemeindeversammlung in Teufen ruhig über die Bühne. Für Diskussionsstoff sorgten indes anonyme Briefe an den Pfarreibeauftragten sowie die Kirchenbeleuchtung.

Alexa Scherrer
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TEUFEN. Die Post, die der Pfarreibeauftragte Stefan Staub Ende vergangenen Jahres erhalten hatte, war nicht erfreulich: In regelmässigen Abständen erhielt er insgesamt 12 anonyme Drohbriefe. Als «geschiedener Möchtegern-Pfarrer von Teufen» wurde er darin bezeichnet, der den «allseits geliebten Priester vertrieben» habe und der für die «immer leerer werdenden Kirchenbänke» verantwortlich sei. An der 51. Kirchgemeindeversammlung am vergangenen Dienstag im Pfarreizentrum Stofel in Teufen nahm Stefan Staub dazu Stellung. Natürlich frage er sich zwangsläufig, ob oder was er falsch gemacht habe.

Nichtsdestotrotz wird aber nach vorne geschaut: «Ich orientiere mich an den zahlreichen positiven Rückmeldungen, die ich erhalte», so Staub. Sicher war ihm dabei nicht nur die Unterstützung des Präsidenten des Kirchenverwaltungsrates, Alfons Angehrn, sondern auch die der anwesenden Kirchbürger. Man würde solche Angriffe auf die Kirchgemeinde nicht dulden, hiess es aus dem Publikum: «Unsere Pfarrei lebt, und das lassen wir uns nicht durch solche falschen Frömmler kaputtmachen.»

Kirche nicht beleuchtet

Zur Diskussion stand auch die Frage, wieso die Kirche am Abend nicht mehr beleuchtet sei – schliesslich müsse man sich nicht verstecken. Josef Neff, der das Bauressort Bühler innerhalb des Kirchenverwaltungsrates leitet, erklärte, dass die Beleuchtung in Bühler mit jener der Strassenlaternen gekoppelt sei und somit zeitgleich ausgeschaltet werde, in Teufen sei dies jedoch nicht der Fall. Dieser Sachverhalt wird laut Alfons Angehrn abgeklärt – auch hinsichtlich der Teufner Ambitionen, Energiestadt zu werden.

Zweckverband SE Gäbris

Ebenfalls besondere Aufmerksamkeit erhielt die Genehmigung der Statuten des Zweckverbandes Seelsorgeeinheit Gäbris. Dass die Statuten des Zweckverbandes nicht nur auf Antrag der Kirchgemeinden, sondern auch auf jenen des Kreisrates geändert werden können, warf Fragen auf.

Die bisherigen Mitglieder des Kreisrates – Alfons Angehrn, Präsidium, und Irene Hasler, Ressort Finanzen – wurden bestätigt.

Neuwahlen im Pfarreirat

Aus dem Kirchenverwaltungsrat lagen keine Rücktritte vor, und alle Mitglieder inklusive Präsident Alfons Angehrn wurden einstimmig bestätigt. Ebenso verlief es mit den Mitgliedern der Geschäftsprüfungskommission und des Zentralrates des Verbandes röm.-kath. Kirchgemeinden des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Vier Rücktritte hatte währenddessen der Pfarreirat mit Ursula Katschnig, Pius Oberholzer, Irene Hasler und Karin Fritsche zu verzeichnen. Neu gewählt wurden Theres Graf, Teufen, und Stephen Braddock, Stein.

Für den Zweckverband der Seelsorgeeinheit wurde zum bisherigen Richard Wiesli mit Waltraud Schirmer eine zweite Delegierte gewählt.

Geringer als budgetiert

Die Kirchgemeindeversammlung hatte vergangenes Jahr darüber abgestimmt, den Steuerfuss ab 2013 von 0,5 auf 0,45 zu senken. Der Antrag, diesen Steuerfuss auch für 2014 beizubehalten, wurde einstimmig angenommen.

Die Verwaltungsrechnung 2012 schliesst mit einem Vorschlag von 24 036 Franken ab. Somit ist das Ergebnis gegenüber dem budgetierten Vorschlag von 33 480 geringer als erwartet ausgefallen.

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