Dringend gesucht: Ein Präsident

An der «Kirchhöri 2015» der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Gais muss eine enttäuschte Vizepräsidentin bekanntgeben, dass das Präsidium verwaist bleibt. Die Kivo will eine Renovation der Kirche an die Hand nehmen.

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Versammlungsleiterin Regula Ramseyer (rechts) freut sich über die Neuwahl von Monika Graf-Vetsch als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission. (Bild: hf)

Versammlungsleiterin Regula Ramseyer (rechts) freut sich über die Neuwahl von Monika Graf-Vetsch als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission. (Bild: hf)

GAIS. Erstmals seit Jahrzehnten sank die Zahl der teilnehmenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der ordentlichen Kirchgemeindeversammlung unter die 40er-Marke: Nur 39 reformierte Gaiserinnen und Gaiser vernahmen am Sonntagmorgen nach dem Gottesdienst aber, dass die Kirchgemeinde trotz fehlendem Präsidium funktioniert. Wie im Amtsbericht in der Publikation mit Jahressrechnung 2014 und Budget 2015 erwähnt, hatte sich die Kirchenvorsteherschaft das Jahresmotto «Gemeinsam etwas für die Gemeinschaft tun» vorgenommen. Dass ihr die Umsetzung auch unter erschwerten Umständen gelungen ist, beweist folgender Satz aus dem Bericht der Geschäftsprüfungskommission: «Das Team hat seine Aufgaben vorzüglich und verantwortungsbewusst in vorbildlicher Zusammenarbeit erfüllt.»

Beschwerliches und Positives

Als Versammlungsleiterin stellte denn auch Regula Ramseyer, Vizepräsidentin der Kivo, fest, dass die anfallenden Aufgaben dank gegenseitiger Hilfe gelöst werden konnten. Hingegen blieben alle Anstrengungen bei der Suche nach einem Präsidenten oder einer Präsidentin erfolglos. Sie findet das traurig und etwas resigniert stellte sie fest, dass offenbar viele nur profitieren möchten, eine Mitarbeit aber verweigerten.

Es gab aber auch Positives zu vermerken, wie etwa das gute Funktionieren des voll motivierten kirchlichen Mitarbeiterteams, dem Regula Ramseyer herzlich dankte. Gratulieren konnte sie Sozialdiakon Daniel Menzi, der soeben seine Ausbildung als Laienprediger abgeschlossen hat und nun auch Predigt-Stellvertretungen übernehmen kann.

Finanzen und Neuwahl

Kassier Jürg Boppart meldete einen Besserabschluss der Rechnung 2014 um rund 20 000 Franken; budgetiert war ein Minus von knapp 14 000 Franken. Trotz weniger Steuereinnahmen resultierte ein Gewinn von rund 6300 Franken, dies dank Einsparungen in einigen Aufwandkonti. Gemäss Bericht der Revisoren wurde die Rechnung abgesegnet.

Das Budget 2015 rechnet bei gleichbleibendem Steuersatz von 0,55 Einheiten mit einem Verlust von rund 17 500 Franken. Man habe zurückhaltend budgetiert und erwarte vor allem bei den Steuern einen erneuten Rückgang. Auch das Budget fand die Zustimmung der Versammlung. Mit der Finanzfachfrau Monika Graf-Vetsch konnte erfreulicherweise die vakante dritte Revisorenstelle besetzt werden. Die Neugewählte wurde mit herzlichem Applaus willkommen geheissen.

Renovation in Sicht

Als Verantwortliche für die kirchlichen Gebäulichkeiten orientierte Kivo-Mitglied Esther Johnson darüber, dass an und in der Kirche nicht mehr alles «nach Wunsch» aussehe. Vor allem der Turm, die Westfassade und das Dach erforderten genaueres Überprüfen. Die Kivo will einen längeren Prozess einleiten und mit Fachleuten und der Politischen Gemeinde Vorabklärungen treffen. Eventuell soll auch eine Spezialkommission geschaffen werden, die Umfang und Finanzierung abklären könnte. Für den Finanzanteil der Kirchgemeinde liegen im Renovationsfonds zurzeit 440 000 Franken. (hf)