DREIEN: Zwischen Stall und Wohnhaus

Seit 1957 sorgt die Theatergruppe Dreien im Saal des Restaurants Post in der Fasnachtszeit für Unterhaltung, heuer vom 18. bis 25. Februar mit dem Lustspiel «Alpe – Vegas».

Peter Jenni
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Knecht Melch kann von Glück reden, dass ihm der Ganove Joe die Haare nicht ausreisst. (Bilder: Peter Jenni)

Knecht Melch kann von Glück reden, dass ihm der Ganove Joe die Haare nicht ausreisst. (Bilder: Peter Jenni)

Peter Jenni

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Das traditionelle Theaterleben in Dreien ist aktuell wie eh und je, dafür sorgen nebst den Laiendarstellern hinter den Kulissen auch Regisseur Peter Blöchlinger und Bühnenbildner Bruno Scherrer.

Herr Blöchlinger, wie lange sind Sie bei der Theatergruppe und wie dazu gekommen?

Seit drei Jahren, per Zufall. Bei einem Familienspaziergang bestaunte unser kleiner Sohn bei Assistenz-Regisseur Pius Keller die Hasen neben dem Haus. Da kam der Hausbesitzer und lud uns zum Kaffee ein, nicht uneigennützig, wie sich herausstellte. Er fragte meine Frau, ob sie Theaterspielen möchte, was Luzia verneinte, «aber mein Mann hat schon gespielt». Eine halbe Woche später stand ich bereits auf der Bühne.

Warum als Regisseur, haben Sie Erfahrung mit Laiendarstellern?

Seit 1995 spielte ich in Goldingen beim Jodlerklub Theater und half auch beim Trachten- und Musikverein aus. Während zehn Jahren führte ich auch Regie.

Theater wird überall gespielt, weshalb soll man ins «Pöstli» Dreien kommen?

In diesem Saal herrscht eine heimelige Atmosphäre, das Publikum ist viel näher bei den Darstellern und umgekehrt. Unser Theaterspiel hat Tradition, viele kommen aus dem Bekanntenkreis der Darsteller. Mund-zu-Mund-Werbung ist wichtig, damit man im Gespräch bleibt. Ebenso traditionell ist die «Pöstli»-Metzgete, wenn wir spielen.

Welches sind die Voraussetzungen, um das Publikum zu begeistern?

Theater nahe am Leben, mit einer Geschichte dahinter sowie ein gutes Verhältnis in der Gruppe. Die Rollenverteilung muss optimal sein, die richtige Person am rechten Ort. Sie muss sich ­darin wohl fühlen und in die Rolle hineinleben können.

Das Stück «Alpe – Vegas» ist ein Lustspiel, was dürfen die Besucher davon erwarten?

Es geht um einen Bauern mit überschuldetem Hof, da er seit dem Tod seiner Frau nicht mehr arbeitet. Seine Tochter hat keine Ambitionen, ihm behilflich zu sein. Der Hof wird nur dank Knecht und Magd, die nicht gerade vor Intelligenz strotzen, am Leben erhalten. Und so kommt es, wie es kommen muss: Eines Tages schleppt die Tochter zwei dubiose Typen an, die mit Wohlstand und viel Geld protzen. Wie das nun folgende Intrigenspiel endet und ob es ein Happy End gibt, bleibt bis zur ersten Vorstellung ein Geheimnis. Nur so viel, das Stück eignet sich für jedes Alter und garantiert beste Unterhaltung.

Innerhalb einer Woche finden fünf Aufführungen statt, verändert sich dabei etwas?

Ja, es ist jedes Mal ein bisschen anders, je nach Publikum. Einmal wird viel gelacht und geklatscht, ein anderes Mal herrscht knisternde Spannung. Manchmal versuchen wir auch zusätzliche Pointen einzubauen.

Herr Scherrer, Sie waren Darsteller und heute Administrator und Bühnenbildner, was hat sich seit der Gründung von 1957 grundlegend geändert?

Nicht viel. Wir sind heute noch eine lose Gruppe und kein Verein. Gespielt wird seit jeher während der Fasnacht, in den Sparten Lustspiel und Komödie sowie auch mal Krimi. Ausgefallen ist das Theater nur zweimal, 1985 und 1996, als die Bühne umgebaut wurde. An erster Stelle steht die Zufriedenheit des Publikums, alles andere ist Zugabe. Verändert hat sich jetzt das Bühnenbild, das ich als Schreiner selber machen konnte, von der Stube nach draussen, «zwischen Stall und Wohnhaus». Daraus ergeben sich für die Auswahl von Stücken neue Möglichkeiten.

Die Darsteller wechseln zum Teil jährlich. Gibt es auch jene, die der Theatergruppe lange die Treue hielten?

Nathalie Loser, die heuer zum ersten Mal spielt, ist die 145. Darstellerin. Bei den Altgedienten steht der einheimische Georg Breitenmoser an erster Stelle, der 30-mal spielte. Seine perfekt gespielten Rollen sind legendär. Kathrin Vogel und Pius Keller spielten 20-mal. Alois Fust war 26 Jahre Regisseur. Jürg Dreier, ein ehemaliger «Kummerbube», führte rund ein Dutzend Mal ­Regie.

Spieldaten mit Metzgete (ausser am ersten Spieltag) im «Pöstli», Dreien: 18. und 19. Februar, 13.30 Uhr, sowie 21., 23. und 25. Februar, jeweils 20 Uhr.