Drei Szenarien für ein Zentrum

Heute verfügen die evangelischen Kirchbürger Ebnat-Kappels über zwei Kirchen. Eine Arbeitsgruppe der Kirchgemeinde hat drei Varianten ausgearbeitet, wie sich das kirchliche Leben künftig auf ein Zentrum – bei der Kirche Ebnat oder der Kirche Kappel – konzentrieren könnte.

Olivia Hug
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EBNAT-KAPPEL. Unter Beratung des Wiler Architekten Bruno Rüegger hat die evangelische Kirchenvorsteherschaft drei Szenarien entworfen, wie sich in Ebnat-Kappel ein kirchliches Zentrum schaffen liesse. Noch basieren die Szenarien, welche die Verantwortlichen den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern am Dienstagabend vorgestellt haben, erst auf Möglichkeiten anhand der Raumansprüche und sind nicht als konkrete architektonische Projekte zu verstehen.

Standort Kirche Ebnat

Eine Variante sieht die Kirche Ebnat als Standort vor, welcher durch einen Anbau am bestehenden Pfarrhaus erweitert würde. In diesem Anbau könnten entstehen: Ein Untergeschoss mit Foyer, Office, Saal mit technischen Räumen; ein Erdgeschoss mit Verwaltungsräumen und Gruppenzimmern; zwei Obergeschosse mit diversen seelsorgerischen Räumen und weiteren Gruppenzimmern; sowie allenfalls ein Dachgeschoss, das als Jugendraum dienen könnte. Die Kirche Ebnat könnte moderat umgebaut werden, so dass der Chor vergrössert und die Bestuhlung flexibel gehalten würde.

Standort Kirche Kappel

Variante zwei sieht die Kirche Kappel als kirchliches Zentrum vor. Auch hier könnte ein Anbau errichtet werden, der direkt von der Kirche aus zugänglich ist. Weil in Kappel aufgrund des an die Kirche grenzenden Friedhofes weniger Platz vorhanden ist, würden die Räumlichkeiten im dreigeschossigen Anbau etwas kleiner ausfallen. Ebenfalls wären hier Verwaltungsräume, Gruppenräume und Arbeitszimmer sowie ein grosser Saal realisierbar. Die Kirche Kappel würde grossmehrheitlich wie bisher erhalten bleiben, wobei auch hier eine flexible Bestuhlung angedacht ist.

In beiden Fällen – Variante eins und zwei – werden die grossen Säle auf rund 200 Gäste bei Konzertbestuhlung ausgerichtet. In beiden Fällen würden die Anbauten um einen Fahrstuhl in alle Etagen ergänzt. Ausserdem würden beide Varianten bedeuten, dass die jeweils andere Kirche, welche nicht mehr verwendet wird, auf ein Minimum der Nutzung reduziert oder – bestenfalls – verkauft wird.

Weiterhin zwei Standorte

Als dritte Variante haben die Verantwortlichen die Kirche Ebnat als kleines Zentrum angedacht, wobei die Kirche Kappel zwar beibehalten, jedoch zum Saal umfunktioniert wird. Das heutige Pfarrhaus Ebnat bliebe in seinem Grundriss erhalten und dessen Zimmer würden so umgebaut, dass sich Verwaltungsbüros und Gruppenräume einrichten liessen. Der Chor der Kirche Ebnat würde erweitert, die Bestuhlung flexibel gestaltet. Die Kirche Kappel würde im Falle der Variante drei für Konzertveranstaltungen genutzt, nicht mehr aber für Gottesdienste. In der Kirche würden mittels einer Umgestaltung im Kircheninnern ein Foyer, sanitäre Anlagen, ein Office und ein Saal realisiert, wobei hierfür der Chor verkleinert würde.

Im Falle, dass die evangelischen Kirchbürgerinnen und Kirchbürger keine der Varianten gutheissen, hat die Kirchenvorsteherschaft den Status Quo als vierte Variante vorgeschlagen. Dabei würden die Kirchen an beiden Standorten er- und unterhalten. Die Bürgerschaft muss sich in diesem Fall überlegen, ob das Pfarrhaus Ebnat weiterhin genutzt werden soll. Das am Dienstagabend erhobene Stimmungsbild deutet darauf hin, dass Variante eins klar bevorzugt wird, gefolgt von Variante zwei. Für die dritte Variante sprachen sich einige Kirchbürger aus, für den Status Quo nur eine Handvoll.