Drei sollen eins werden

Auf dem Gebiet der Gemeinde Nesslau soll es nach dem Willen der Kirchenvorsteherschaften nur noch eine evangelische Kirchgemeinde geben. Gottesdienste würden weiter in allen vier Kirchen stattfinden, allerdings nicht mehr jede Woche.

Martin Knoepfel
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NESSLAU. Die drei Evangelischen Kirchgemeinden Krummenau-Ennetbühl (696 Seelen), Nesslau (1194) und Stein (163) sollen nach dem Willen ihrer Kirchenvorsteherschaften fusionieren. In den vergangenen Monaten haben rund 30 Personen sich in Arbeitsgruppen mit der künftigen Organisation der Seelsorge und der Kirchgemeinde befasst sowie den Zusammenarbeitsvertrag und den Entwurf für die Kirchgemeindeordnung, die «Verfassung» der neuen Kirchgemeinde erarbeitet.

Die neue Kirchgemeinde wird alle Evangelischen aus der Gemeinde Nesslau umfassen. Am Mittwochabend konnten sich die Kirchbürger im Büelen-Saal in Nesslau informieren lassen. Rund 85 Personen kamen. Die Botschaft für die Kirchbürger ist auch im Internet verfügbar.

Lohnsumme muss leicht sinken

Die Seelsorge sei eine wichtige Aufgabe, sagte Projektleiter Rolf Hanselmann. Pfarrer und Diakone seien in der ganzen Kirchgemeinde und im bisherigen Kirchenkreis einsetzbar. Es werde nicht mehr jede Woche Gottesdienste in allen vier Kirchen geben. Die neue Kirchgemeinde werde das Programm gestalten. Taufen, Abdankungen und Hochzeiten seien aber weiter in allen Kirchen möglich. Nach dem Konzept, das die Arbeitsgruppe «Seelsorge und Programm» erstellt hat, finden in Stein im Jahresmittel zwei Gottesdienste im Monat statt. So lautete die Antwort von Markus Roduner, Leiter der Arbeitsgruppe, auf Fragen der Besucher.

Die neue Kirchgemeinde hat Anrecht auf eine Lohnsumme, die drei Vollzeitstellen von Pfarrern der höchsten Lohnklasse entspricht. Heute sind es 3,25 Vollzeitstellen für alle Gemeinden. Die Fusion baut nicht zwingend Stellen ab. Denkbar ist, jüngere Pfarrer zu beschäftigen oder Pensen von Pfarrern auf Diakone zu verschieben. Die neue Kirchgemeinde wird ebenfalls Besitzerin aller Liegenschaften, die Ende 2015 einer der drei Kirchgemeinden gehören. Die vier Friedhöfe sollen einheitlich geführt werden, wobei die Zuständigkeit für den Unterhalt mit der Gemeinde abgesprochen wird.

Die neue Kirchgemeinde wird in vier Kreise (Ennetbühl, Nesslau-Neu St. Johann, Krummenau, Stein) eingeteilt. Die Kirchenvorsteherschaft der neuen Kirchgemeinde soll aus mindestens sechs Personen und dem Präsidenten bestehen. Sie soll Mitglieder aus allen vier Kirchenkreisen oder allen drei heutigen Kirchgemeinden umfassen. Das sei als Wunsch formuliert für den Fall, dass das nicht realisierbar sei, hiess es auf die Frage dieser Zeitung. Im Entwurf der Kirchgemeindeordnung der neuen Kirchgemeinde ist von mindestens vier Mitgliedern der Kivo und dem Präsidenten die Rede. Das ist das Minimum gemäss kantonaler Kirchenordnung. Die Synodalen behalten ihre Ämter.

Kirchenchöre bleiben vorerst

Die Kirchenchöre Nesslau und Krummenau-Ennetbühl bleiben bestehen, solange sie genug Sänger finden. Die Mitarbeiter der Kirchgemeinden sollen weiter beschäftigt werden. Beim Mesmer- und Organistendienst gilt der heutige Stand fürs Jahr 2016.

Eine Frau fragte, ob Konfirmationen und Bestattungen von Personen aus Neu St. Johann neu in Nesslau statt in Krummenau erfolgen, da Nesslau und Neu St. Johann künftig einen Kirchenkreis bilden. Das müsse man nochmals intensiv diskutierten, sagte Rolf Hanselmann.

Zuletzt wurde konsultativ über den Namen der Kirchgemeinde – Obertoggenburg oder Nesslau – abgestimmt. Auch Auswärtige könnten sich darunter etwas vorstellen, erläuterte Rolf Hanselmann die Vorschläge. Mit 36:17 Stimmen lag Nesslau bei vielen Enthaltungen vorne.

www.ref-nesslau.ch www.kirche-ke.ch

Die evangelischen Kirchen Nesslau, Ennetbühl, Stein und Krummenau im Uhrzeigersinn von links oben. (Bilder: Olivia Hug und Sabine Schmid)

Die evangelischen Kirchen Nesslau, Ennetbühl, Stein und Krummenau im Uhrzeigersinn von links oben. (Bilder: Olivia Hug und Sabine Schmid)