Drei Punkte im Trockenen

Kirchberg verhindert mit einem 2:1-Sieg in Aadorf den kompletten Fehlstart. Debütant Patrice Müller entschied die Partie mit seinem Tor nach einer Stunde.

Merken
Drucken
Teilen

FUSSBALL. Die Vorzeichen lasen sich gänzlich ungünstig. Mehrere Spieler sagten ihre Teilnahme am so wichtigen Auswärtsspiel mehr oder weniger kurzfristig ab, so dass sich Trainer Bosshart bei einem Präsenzbestand von elf Spielern noch am Samstagmorgen auf Spielersuche begeben musste. So wurde Rekrut Maurus Widmer in das Kader eingezogen, ebenso Peter Brändle vom «Drü» und der junge Patrice Müller aus der zweiten Mannschaft. Doch diese Truppe von «Übriggebliebenen» liess vom Anpfiff weg keinen Zweifel daran, dass die Einstellung stimmte, um in Aadorf das erste Erfolgserlebnis der noch jungen Meisterschaft zu realisieren. Mentale Qualitäten waren denn auch gefordert an diesem Samstag, in dieser Gluthitze, auf diesem gefühlt betonierten Platz.

Frühe Führung

Den äusseren Umständen entsprechend kam das Spiel nur schleppend in Gang, jeder Sprint nach einem in die Tiefe gespielten Ball verkam für die Spieler zur Übung in Selbstüberwindung. Etwas leichter liess es sich mit Ball am Fuss sprinten. So schien es zumindest, als sich Mario Kuhn in der siebten Spielminute auf den langen Weg zum 0:1 machte. An der Mittellinie angespielt, zog der Kirchberger Regisseur von halbrechts los und liess SCA-Torwart Stäger mit einem plazierten Abschluss keine Chance.

Die Thurgauer, bei denen ebenfalls einige Stammkräfte fehlten, erarbeiteten sich nach dem Rückstand zwar ein Übergewicht beim Ballbesitz, doch die Hundertprozentigen vergaben in Person von Schönenberger und wiederum Kuhn die Gäste. Beide tauchten nach Aadorfer Abwehrschnitzern völlig blank vor Stäger auf, beide scheiterten jedoch am hellwachen Schlussmann, der sich auch durch Schönenbergers versuchten Beinschuss nicht überwinden liess.

Ausgleich vor der Pause

Kurz vor der grossen Pause – der Schiedsrichter liess in der 22. und 63. Minute zusätzlich trinken – war Aadorf dann plötzlich zurück. Nach einer Fehlerserie der Kirchberger Abwehr traf Moser von der Strafraumgrenze mit einem herrlichen Schlenzer. Das Tor, über den Flügel und per Querpass vorbereitet, erinnerte in seiner Gestalt stark an einen der Kirchberger Gegentreffer im Spiel gegen Bronschhofen.

An der Spielanlage änderte sich auch nach dem (zügig gesüssten) Pausentee wenig, hochstehender Fussball war das nicht, was die Zuschauer auf dem Sportplatz Unterwiesen zu sehen bekamen. Es bedurfte einer Willensleistung, um das Spiel zur Entscheidung zu bringen, um mit einem trockenen, Wüstenstaub aufwirbelnden Schuss das letzte Tor in diesem Abnützungskampf zu erzwingen. Dieser gelang schliesslich dem jungen Debütanten Patrice Müller. Nach einem von Peter Brändle herausgeholten Freistoss hatte er im Strafraum plötzlich nur noch Stäger vor sich. Den ersten Versuch konnte der Torwart noch unter sich begraben, doch irgendwie kam der Ball wieder frei und Müller stocherte den Ball zum 1:2 über die Linie. Es folgte ein lange halbe Stunde bis zum ersehnten Schlusspfiff. Iten konnte plötzlich nicht mehr kicken, so dass in einer skurrilen Schrecksekunde kurz vor dem Ende Dal Molin den von seinem Torwart geworfenen Ball wegschlagen musste. Weit weg war der Aadorfer Stürmer da nicht gestanden. Auch solche Dinge gingen gut am Samstag. (pd)

Matchtelegramm: SC Aadorf – FC Kirchberg 1:2 (1:1) – Unterwiesen – SR Adem – 70 Zuschauer – Tore: 7: Kuhn 0:1, 45. Moser 1:1, 62. Müller 1:2. Aadorf: Stäger; E. Moser, Meier, Christen, Gianforte; Farkas, Bannwart, Ebneter, Ammann; Lima (65. Krijan), Holenstein. Kirchberg: Iten; Patrik Brändle, Dal Molin, Rohner, Nagel; Wyrsch (Müller), Kellenberger (15. Widmer), Kuhn, Bürge (77. Peter Brändle), Keller; Schönenberger. Gelbe Karten: 62. Nagel (Foul), 72. Krijan – Gelb-Rot: 90. Krijan (wiederholtes Foulspiel) – Kirchberg ohne: Marro, Di Bella, Nüesch (verletzt), Schweizer, Gähwiler, Sallahu, Sewo, Kaderli, Schefer (abwesend), Holenstein, Jenny (nicht im Aufgebot).