Drei Linien und drei Drittel für drei SCH-Treffer

Ab der 3. Minute führt der SC Herisau zum Start der 1.-Liga-Abstiegsrunde in Seewen. Mit dem 3:2-Erfolg übernimmt er den ersten Platz. Neun Strafen werden allein bis zur 12. Minute gepfiffen. «Es wird kämpferisch weitergehen», sagt Raphael Zeller, der Schütze des entscheidenden Tores.

Lukas Pfiffner
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EISHOCKEY. Mit einem Klaps verabschiedete sich Herisaus Assistenztrainer Stefan Allenspach von Seewens Coach Corsin Camichel. «Wir sehen uns», meinte Allenspach. Das wird im letzten Saisonspiel am 15. März der Fall sein. Ist dann Entspannung angesagt? Oder kommt es zum Showdown in Sachen Relegation? Mit den Siegen von Herisau in Seewen und von Bellinzona in Arosa (das entscheidende Tor fiel fünf Sekunden vor Schluss) liegen die vier Teams nach dem Start der Abstiegsrunde innerhalb von vier Punkten.

Solidarisch und geschlossen

Herisau bestätigte am Samstag die Fortschritte, die es in den vergangenen Wochen gemacht hat, und übernahm die vorderste Position. Seewen verlor zum vierten Mal hintereinander; es hat seit Mitte Januar aus acht Partien zwölf Punkte weniger geholt als der SCH. Dieser trat solidarisch und geschlossen auf. Die Center sicherten meist klug und wirkungsvoll ab. Die Gäste waren um eine Spur nervenstärker und zeigten sich in der Mittelzone lange resoluter als die Schwyzer. Diese verschafften sich zwar in der zweiten Spielhälfte Feldvorteile, waren aber zu wenig zielstrebig und genau. «Über das Ganze gesehen ist unser Sieg verdient», meinte SCH-Trainer Andy Frischknecht. «Wir führten das Spiel weitgehend so durch, wie wir uns das vorgestellt hatten. Aber es ist noch hitzig und eng geworden ...» Drei Szenen aus der 59. und 60. Minute, beispielhaft für die Turbulenzen in der Schlussphase: Timo Koller vergibt nach einem Querpass Aernis die Chance zur Entscheidung; Marti liegt nach einem wilden Durcheinander im Torraum auf der Scheibe; Aernis Schuss verfehlt im Gegenzug das leere Tor.

«Perfekt zugespielt»

Die drei Herisauer Treffer waren auf drei Drittel und drei verschiedenen Linien verteilt. Beim 1:0 hat Breitenmoser mit einem Flachschuss während des ersten Powerplays Erfolg (3.). Das 2:0 gelingt Diener ebenfalls mit einem Weitschuss (24.). Den dritten Treffer bereitet Pace für Zeller vor (49.): «Er ist sehr gut und schnell vorgestossen; ich machte Druck auf das Tor und bekam den Puck perfekt zugespielt», erzählte Raphael Zeller. Kurz vor diesem «game-winning goal» waren die Schwyzer in Überzahl dem Ausgleich nahe, obwohl sich die Gäste mehrheitlich geschickt in Pass- und Schusswege stellten. SCH-Torhüter Marti hat aber seine starke Form in die Abstiegsrunde mitgenommen. Er blieb bis zur 44. Minute ohne Gegentor und war an der spektakulärsten Situation des Abends beteiligt: Er eilte in der 27. Minute dem Puck entgegen und wurde von Riatsch über den Haufen gefahren, was dem Innerschweizer zwei Strafminuten eintrug. «Marti stand an der Basis des Erfolgs. Wir dürfen uns nun nicht zu sicher fühlen», meinte Zeller, «aber wir sind als Mannschaft zusammengerückt.» Man gewinne jetzt Spiele, die im Herbst noch verloren gegangen wären, und könne körperlich mithalten. «Es wird kämpferisch weitergehen, schon am Mittwoch in Bellinzona.» Neun kleine Strafen wurden vorgestern bis zur 12. Minute gepfiffen, entsprechend selten kamen die vierten Linien zum Einsatz. Gefordert waren die Coaches auch später: Während einer Zehnminutenstrafe Breitenmosers rückte Timo Koller in die erste Formation, und in den letzten sechs Minuten spielte Herisau noch mit zwei Angriffslinien. «Da waren schnelle Wechsel wichtig», meinte der Trainer.

Seewen – Herisau 2:3 (0:1, 0:1, 2:1) Zingel. – 423 Zuschauer. – Sr. Zweidler, Remund/P. Nater. Tore: 3. Breitenmoser (Käser, Ausschluss Zurkirchen) 0:1. 24. Diener (T. Koller, Colombo) 0:2. 44. Holdener (Nideröst, Eisenegger) 1:2. 49. Zeller (Pace) 1:3. 55. Nideröst (Sigg) 2:3. Seewen: Mathis; Schnüriger, Kryenbühl; Mi. Arnold, Holdener; Brücker, Sigg; Schmidig, Bolfing, Zurkirchen; Müller, Suter, Nideröst; Büeler, Ma. Arnold, Riatsch; Hermann, Eisenegger, Schön. Herisau: Marti; Käser, Diener; Peter, Bischof; M. Koller, Figini; Aerni, Ammann, Breitenmoser; Pfennich, Pace, Zeller; Popp, Eigenmann, Jeitziner; T. Koller, Rotzinger, Colombo; Speranzino. Strafen: Seewen 8mal 2 Minuten, Herisau 11mal 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe Breitenmoser (Check gegen den Kopf). Bemerkungen: Herisau ohne Homberger (verletzt). 59:29 Timeout Seewen.

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