Drei Jahre Haft wegen Drogenhandel

Das Kreisgericht Toggenburg spricht einen Mann wegen verschiedener Drogendelikte schuldig. Er hat viele Jahre Heroin konsumiert und sich mit dem Handel von Heroin und anderen Drogen seinen Lebensunterhalt verdient.

Sabine Schmid
Merken
Drucken
Teilen

LICHTENSTEIG. Bei einer Personenkontrolle haben Kantonspolizisten bei einem Mann 72 Gramm Heroingemisch sowie rund 1700 Franken Bargeld gefunden. Bei der Durchsuchung der Wohnung dieses Mannes stellten die Polizisten mehr als 300 Gramm Heroingemisch, 600 Gramm Haschisch, einige Valiumtabletten und Methadon sowie mehr als 20 000 Franken Bargeld sicher.

Heroin und Haschisch verkauft

Der Mann – selbst seit mehr als zwei Jahrzehnten drogenabhängig – hat während rund drei Jahren mit Stoff gedealt. Insgesamt hat er rund 5,5 Kilogramm Heroingemisch gekauft. Etwas mehr als zwei Kilogramm hat er selbst konsumiert, den Rest hat er verkauft. Dazu hat der Mann rund 1,2 Kilogramm Haschisch und einige Valiumtabletten abgesetzt. Nicht zuletzt hat der Mann Methadon gegen Heroin eingetauscht und Methadon verkauft. Während all dieser Jahre waren seine Aktivitäten auf die Beschaffung der Drogen ausgerichtet. Er hat mit dem Drogenhandel seinen Lebensunterhalt bestritten und noch rund 20 000 Franken Bargeld gespart. Wegen gewerbsmässigem Drogenhandel und weil er mit Eigenkonsum von Drogen gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen hat, musste sich der Mann vor dem Kreisgericht Toggenburg verantworten.

Haftstrafe und Therapie

Vor den Richtern hat der Beschuldigte, der sich im vorzeitigen Strafvollzug befindet, die Vorwürfe vollumfänglich anerkannt. Der Staatsanwalt hielt fest, dass die Bedingungen erfüllt seien, um ein vom Verteidiger beantragtes abgekürztes Verfahren anzuwenden (siehe Stichwort). Der Ankläger forderte eine Haftstrafe von drei Jahren sowie eine Geldbusse von 5000 Franken. Zusätzlich beantragte der Staatsanwalt eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme. Die Höhe der Haftstrafe rechtfertigte der Staatsanwalt unter anderem damit, dass sich der Beschuldigte während des ganzen Verfahrens kooperativ gezeigt habe. Der Beschuldigte und sein Verteidiger haben das Strafmass schon vor der Gerichtsverhandlung anerkannt.

«Bestes für sich herausholen»

Die Richter am Kreisgericht Lichtensteig stimmten dem abgekürzten Verfahren zu. Der Angeklagte wurde wegen mehrfacher Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetzes und wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes schuldig gesprochen. Mit der Strafzumessung folgten sie dem Vorschlag von Staatsanwalt und Verteidigung. Die Toggenburger Kreisrichter hielten in der mündlichen Urteilsbegründung fest, dass die vollzugsbegleitende ambulante Massnahme dem Beschuldigten die Möglichkeit gebe, während der Strafe an der Sucht zu arbeiten, damit später ein drogenfreies Leben möglich wäre. Die Richter zeigten sich zuversichtlich, dass der Mann während dieser Zeit das Beste für sich heraushole. Sie appellierten, dass er alle Möglichkeiten nutze und Perspektiven entwickle für sein Leben nach der Verbüssung der Haftstrafe.