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Drei Bürli für den Bundesrat

Ignazio Cassis war Ehrengast an der Delegiertenversammlung der FDP in Gais und als solcher ein begehrtes Fotomodell.
Karin Erni
Ständerat Andrea Caroni und seine Tochter, Bundesrat Ignazio Cassis, FDP-Parteipräsidentin Monika Bodenmann sowie Nationalratskandidatin Jennifer Abderhalden posieren für ein Foto.

Ständerat Andrea Caroni und seine Tochter, Bundesrat Ignazio Cassis, FDP-Parteipräsidentin Monika Bodenmann sowie Nationalratskandidatin Jennifer Abderhalden posieren für ein Foto.

Angekündigt war, dass mit Bundesrat Ignazio Cassis ein hoher Gast der FDP-Delegiertenversammlung in Gais beiwohnen würde. Doch der Helikopter aus Bern verspätete sich. So konnte Cassis nach seiner Ankunft dem frisch gekürten Ständeratskandidaten Andrea Caroni und der Nationalratskandidatin Jennifer Abderhalden lediglich noch seine Gratulation zur klaren Nomination aussprechen.

Ständerat Andrea Caroni, der mit Cassis befreundet ist, stellte den Anwesenden den prominenten Besucher mit einigen humorigen Sätzen vor. Cassis sei ein Menschenfreund, der richtig aufgehe, wenn er unter vielen Leuten sei. Ausserdem sei er äusserst liberal, gesellschaftlich wie wirtschaftlich. In einem Ranking der NZZ habe er jeweils die Note 2,3 erhalten, genau wie er selber, sagte Caroni. «Wobei minus zehn auf der Skala Karl Marx entspricht und plus zehn Andreas Glarner.» Weiter spreche Cassis ziemlich alle Landessprachen, so Caroni. Zum Beweis fragte er ihn auf Italienisch, was «Cornetti al Formaggio» heisse und Cassis übersetzte brav in gutturales Schweizerdeutsch: «Chäshörnli». An ihrer ersten Begegnung auf dem Herisauer Rechberg habe es dieses Essen gegeben und seither sei das ihr gemeinsamer Running Gag, erklärte der Ausserrhoder dem lachenden Publikum.

Volk und Regierung freuen sich über Besuch

«Geniale», lobte Ignazio Cassis die Rede von Andrea Caroni, als er schliesslich selbst ans Rednerpult trat. Er sei gern gekommen, auch wenn es nicht immer gern gesehen werde, wenn Bundesräte vor den Wahlen an politische Veranstaltungen gingen. Es sei schön, Bundesrat zu sein, auch wenn es viel Kritik absetze und man oft müde sei. «Es ist ein Privileg, dieses wunderschöne Land vertreten zu dürfen und es ist ein Privileg zu versuchen, die Rahmenbedingungen dieses Landes mitzugestalten und sie so zu prägen, dass sie liberalen Werten entsprechen.» Leider gehe der Zeitgeist heute in eine andere Richtung, bedauerte er. In der Ostschweiz und generell auf dem Land sei es aber noch besser. Nach seiner ausgesprochen kurzen Ansprache mischte Cassis sich unters Volk. Delegierte und andere Besucher nutzen die Gelegenheit, ein Erinnerungsfoto des Bundesrats zu machen. Diverse Handys wurden gezückt, um für ein gemeinsames Selfie mit Cassis zu posieren. Als erster machte Andrea Caroni ein Bild von seiner Familie und Cassis. Es folgte eine Gruppe Jungfreisinniger, die mit dem Bundesrat auf ein Gläschen Alpenbitter anstossen wollten. Auch die beiden Regierungsmitglieder Paul Signer und Dölf Biasotto machten ihre Aufwartung und wechselten ein paar Worte mit dem Magistraten aus Bern.

Das viele Händeschütteln macht wohl auch Bundesräte hungrig und durstig. Wahrscheinlich hätte Ignazio Cassis vor seinem Rückflug gerne einen Teller der vorher so besungenen Chäshörnli gehabt, denn die angekündigten Bratwürste vom Grill waren noch nicht parat. Cassis bestellte daher bei einem Helfer kurzerhand ein «Brötli» und meinte wahrscheinlich ein Canapé vom Apérobuffet, doch auf einem Teller erhielt er statt dessen – drei runde Ostschweizer Bürli überreicht.

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