Wenn Luca Hänni die Filmmusik beisteuert: Herisauer drehen Film in Heimatgemeinde 

Herisau verwandelt sich im Juli zum Drehort des Films «iCarus». Die Produktion von Roman Ramsauer und Moritz «Zane» Liechti thematisiert Designerdrogen und deren Gefahren. Unklar ist, wo die Crew übernachtet.

Alessia Pagani
Drucken
Teilen
Luca Hänni beim Auftritt am Eurovision Song Contest. Er wird nun die Musik zum Herisauer Film beisteuern. (Bild: EPA/ABIR SULTAN)

Luca Hänni beim Auftritt am Eurovision Song Contest. Er wird nun die Musik zum Herisauer Film beisteuern. (Bild: EPA/ABIR SULTAN)

Im Wohnzimmer stapeln sich Zeitpläne, Skripte, Briefe. «Wir sind angespannt. Für uns ist momentan die wichtigste Phase», sagt Moritz «Zane» Liechti. Gemeinsam mit Roman Ramsauer betreibt er die die LYDAA Non-Profit Filmproduktion. LYDAA steht für Live Your Dream Artist Agency. Die beiden Herisauer arbeiten seit nunmehr 14 Jahren zusammen. Nebst Werbefilmen für Unternehmen haben sie sich der Jugend-Prävention-Filmerei verschrieben und setzten sich mit künstlerischen Mitteln gegen Diskriminierung und für mehr Toleranz ein.

Nun stehen die beiden mitten in den Vorbereitungen zu einem neuen Spielfilm. Schauplatz der Dreharbeiten zu «iCarus» ist Herisau und die nähere Region, die Dauer vom 3. bis 28. Juli. Nach «andersCHt» im Jahr 2013 ist es der zweite Spielfilm, der in der Gemeinde gedreht wird.

Drehbuch aus Innerrhoden

Vor wenigen Tagen ist das fertige Drehbuch bei den Herisauern eingetroffen. Verantwortlich dafür zeichnet der Appenzeller Buchautor und Journalist Stefan Millius. «Es ist wirklich ein super Drehbuch, das war uns wichtig», so Ramsauer. Der 57-Jährige war in den USA als Autor und Schauspieler tätig, später spielte er unter anderem kleinere Rollen in Lüthi&Blanc. Von seinen Beziehungen hat er diesmal nur bedingt profitiert. «Da führt man Gespräche mit Autoren in New York, und merkt erst ganz zum Schluss, dass die beste Lösung nur wenige Kilometer entfernt verborgen liegt», so Ramsauer über die Zusammenarbeit mit Millius. Die Regie wird die Zürcher Produzentin Caroline Wloka übernehmen. Die Filmmusik wird der ehemalige Sieger der deutschen Castingshow DSDS, Luca Hänni , beisteuern. Langsam aber sicher können sich Moritz «Zane» Liechti und Roman Ramsauer zurücklehnen. Die Vorbereitungen laufen gut. Nur eines macht den beiden Sorgen: Bis zu 25 Personen werden am Set anwesend sein. Nebst Kamerateam, Produzenten, Technikern, Assistenten und Regisseurin auch Schauspieler. Und diese müssen untergebracht werden. «Wir suchen Übernachtungsmöglichkeiten für die Filmcrew.» Als Non-Profit-Organisation sind die finanziellen Mittel beschränkt, deshalb sind die Filmemacher auf das Wohlwollen der Bevölkerung angewiesen. «Ob uns Privatpersonen Zimmer, Einliegerwohnungen oder gar freistehende Immobilien zur Verfügung stellen, spielt keine Rolle. Wir sind um jede Hilfe dankbar.»

Die Filmemacher Roman Ramsauer und Moritz «Zane» Liechti. (Bild: Alessia Pagani)

Die Filmemacher Roman Ramsauer und Moritz «Zane» Liechti. (Bild: Alessia Pagani)

Zusagen von Privatpersonen liegen vor. «Diese haben uns bereits beim letzten Dreh unterstützt und wollen nun wieder Mitwirkende bei sich aufnehmen.» Beim letzten Mal habe sich diese Zusammenarbeit bewährt. Von der Anwesenheit der Crew-Mitglieder würden die Gastfamilien kaum etwas merken. Ramsauer: «Nach den langen Drehtagen sind sie so müde, dass sie direkt ins Bett gehen.»

Weltweit aktuelle Themen

Der Film handelt davon, wie Influencer mit immer waghalsigeren Ideen immer mehr Internet-Klicks generieren wollen. Und er handelt vom Umgang mit Designerdrogen. «Zwei weltweit aktuelle Themen. Der Film könnte also überall spielen» sagt Ramsauer. Neben Filmvorführungen an Festivals, in Kinos oder im TV ist es der LYDAA Non-Profit Filmproduktion ein Anliegen, ihre Filme direkt an Schulen zu zeigen und diskutieren zu dürfen und damit die Kommunikation zwischen Jugendlichen und zwischen Jugendlichen und Erwachsenen zu fördern. Geplant ist, dass der Film ab 2020 in den Schweizer Kinos gezeigt wird. Die Absichtserklärung eines Filmvertriebs liegt vor. «Bei einem Vertrieb aufgenommen zu werden, ist Voraussetzung dafür, dass der Film überhaupt in den Kinos gezeigt werden kann», freut sich Ramsauer.

Hinweis: Interessenten melden sich unter 071 351 67 50/078 745 61 98 oder roman.ramsauer@lydaa.ch. Weitere Info unter: www.lydaa.ch