Dr. med. Reinhard Fischer 1920 – 2012

Am Montagabend, den 29. Oktober 2012, ist Dr. med. Reinhard Fischer sanft entschlafen. Er hatte ein langes und erfülltes Leben, bei dem der Beruf, die Familie, freundschaftliche Kontakte und Hilfe für die Mitbürger im Vordergrund standen.

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Am Montagabend, den 29. Oktober 2012, ist Dr. med. Reinhard Fischer sanft entschlafen. Er hatte ein langes und erfülltes Leben, bei dem der Beruf, die Familie, freundschaftliche Kontakte und Hilfe für die Mitbürger im Vordergrund standen.

Dr. med. Reinhard Fischer war von 1959 Direktor und Chefarzt, ab 1971, nach der Einstellung eines Medizinischen Chefarztes, Direktor und Chefarzt Chirurgie. 1985 wurde er pensioniert.

Dr. med. Reinhard Fischer wurde im Jahre 1959 von Nationalrat Jean Pozzi und dem damaligen Wattwiler Gemeindeammann und späteren Regierungsrat Willy Hermann als Nachfolger des im Amt verstorbenen Dr. med. Andreas Christ zum Direktor und Chefarzt am Spital Wattwil gewählt.

Mit grossem Engagement und Können förderte Dr. med. Reinhard Fischer die Entwicklung des Spitals Wattwil. Das Hauptziel von ihm war eine möglichst weitgehende aber vernünftige Spezialisierung am Spital Wattwil. Selber erwarb er sich besondere Verdienste und einen weit über die Region hinaus reichenden guten Ruf bei der Entwicklung der Osteosynthese und bei verschiedenen Verfahren der Venenchirurgie.

Nach der Fertigstellung des Erweiterungsbaus 1973 entstand auf seine Initiative hin eine selbständige Medizinische Abteilung unter der Leitung des Chefarztes Bruno Bischof. Der Einbezug mehrerer ambulant tätiger Spezialärzte erweiterte zusätzlich das Leistungsangebot am Spital Wattwil. 1978 wurde mit Chefarzt Dr. med. Adalbert Schmidt die Geburtshilflich-Gynäkologische Abteilung verselbständigt.

Mit Hedwig Brocker, Witwe eines früheren Spitalpräsidenten, gründete Dr. med. Reinhard Fischer 1978 den Freiwilligen Spitaldienst FSD, der bis heute den Patientinnen und Patienten neben praktischen Hilfestellungen zusätzlich herzliche Wärme ins Spital Wattwil bringt. Der Abzug der Ingenbohler Schwestern, die in vielen Spitälern des Kantons St. Gallen jahrzehntelang für die Pflege der Patientinnen und Patienten verantwortlich waren, führte zu einer gefährlichen Personalknappheit, die zeitweise sogar die Funktionsfähigkeit der Spitäler in Frage stellte.

Aus diesem Grund gründeten die Spitäler des westlichen Kantonsteils 1970 die Pflegerinnenschule Toggenburg Linth (PTL) in Wattwil mit Ausbildungsstätten in den tragenden Spitälern. Dr. med. Reinhard Fischer war einer der Initianten der Pflegerinnenschule Toggenburg Linth.

1985 wurde Dr. med. Reinhard Fischer pensioniert. Über 26 Jahre lang hat er mit seiner ausgeprägten Schaffenskraft die Entwicklung des Spitals Wattwil massgeblich geprägt.

An der Jubiläumsfeier «120 Jahre Spital Wattwil» im September 2010 war Dr. med. Reinhard Fischer neben Regierungsrätin Heidi Hanselmann Ehrengast. In einer halbstündigen Festrede blickte er auf humorvolle und facettenreiche Art auf die 120 Jahre Spital Wattwil zurück. Am Schluss seiner Rede zitierte Dr. med. Reinhard Fischer Prof. Dr. Urs Lütolf, ärztlicher Direktor des Zürcher Universitätsspitals und ehemaliger Assistenzarzt am Spital Wattwil: «Natürlich hat sich am Spital Wattwil vieles geändert. Ich träume aber immer noch davon, dass es solche Orte wie Wattwil gibt und weiter geben werde, wo Sorgfalt, Offenheit, kritisches Erkennen der Grenzen so natürlich sind wie die Steine im Ampferenboden. Möge die Ökonomisierung der Medizin diese Orte respektieren»

Im Namen der Mitarbeitenden und der Geschäftsleitung der Spitalregion Fürstenland Toggenburg spreche ich den Hinterbliebenen unser tiefes Beileid aus. Das Andenken an Dr. med. Reinhard Fischer werden wir in bester Erinnerung bewahren.

René Fiechter, Vorsitzender der Geschäftsleitung der SRFT (CEO)

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