Dort, wo alles begonnen hat

Mit einer Zeitreise zu den Ursprüngen der Menschheit unterhielt der Turnverein Dicken am Samstag zweimal sein Publikum. Auch die Theatergruppe war dabei und spielte «Wetterzeiche» – horribles Gewitter inklusive.

Michael Hug
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Alle sorgen sich um Bauer Etters Bein: Michi Bräker, Toni Ender, Werner Meier, Conny Bräker, Dani Graf und Regula Stauffacher (von links). (Bilder: Michael Hug)

Alle sorgen sich um Bauer Etters Bein: Michi Bräker, Toni Ender, Werner Meier, Conny Bräker, Dani Graf und Regula Stauffacher (von links). (Bilder: Michael Hug)

DICKEN. Es war, wie es immer ist vor grossen Abendunterhaltungen: Alle waren ein wenig nervös. Die Turnerinnen und Turner von ganz jung bis älter, die Darstellerinnen und Darsteller der Theatergruppe, auch das Publikum war gespannt. Doch innerlich am meisten aufgerührt war Michael Bräker, auch wenn er es nicht zeigte. In seiner Doppelfunktion als Turnerpräsident und Theatergruppensprecher durfte er das auch sein. Als dann das Programm begann, war die Aufregung plötzlich wie weggewischt.

Ursprünge der Menschheit

«Zeitreise» hiess das Programm der Turnerinnen und Turner. Es war eine Reise zu den Ursprüngen der Menschheit. Man begann «dort, wo alles begonnen hat», da, wo der Mensch das aufrechte Gehen lernte.

Ein Professor und ein Student supponierten auf der Bühne eine Vorlesung über die Evolution des Neandertalers – nicht Neckertalers! – zum modernen Homo Sapiens. Der, so die Feststellung des gescheiten Lehrers, sich in seinem Gebaren nicht mehr wirklich fort-, sondern eher wieder rückwärtsentwickle. «Man beobachte nur mal den modernen Menschen, wie er sich mit seinem Handy fortbewegt, gebückt und auf einen Punkt fixiert. Das sieht schon bald wieder aus wie zu den Zeiten im Neandertal!»

Im schottischen Mittelalter

Wechselnd zur Zeitreise im Vorlesungssaal zeigten die Angehörigen des Turnvereins ihre Nummern. Jugi klein, Jugi gross, Aktiv-, Damen- und Männerriege zeigten, wie man in der Steinzeit, bei den alten Griechen oder im schottischen Mittelalter turnte. Auch wie man sich künftig sportlich bewegen würde, wussten die Turnenden vorzuführen – mit einem zackigen Can-Can im Schottenrock. Alle Beteiligten wussten mit ausserordentlichem Einsatz zu begeistern, dabei ist das auf dieser kleinen Bühne gar nicht so einfach. Nach dem Anlauf kommt schon die Wand, doch dazwischen soll ja auch noch ein Salto gezeigt werden. Dem Problem half man ab – indem man die Wand mit einer Matte schützte.

Ein Schwank um Wetterstürze

Die Theatergruppe Dicken zeigte im zweiten Teil «Wetterzeiche». Ein Schwank um Wetterstürze und Verliebtheitsfälle, um Theorie und Praxis der Wettervorhersage und um das Aufeinandertreffen von Wissenschaft und Instinkt. In der «Chratzlibodehütte» von Heiri Schenkel (Michi Bräker) und seiner Enkelin Margrit (Regula Stauffacher) trafen sich eines «schönen» Tages der Meteorologe Willi Wetter (Toni Ender) und der Bergbauer Johann Etter (Werner Meier). «Ein wunderbarer Tag zum Wandern», behauptete der Wissenschafter. Es werde gleich ein Sturm aufkommen, hielt Bauer Etter ihm entegegen: «Min Scheiche erkennts Aazeiche!» Mitten ins Quartett platzten zudem Wittwe Susi Frosch (Conny Bräker) und ihr Sohn Werner (Dani Graf).

Trotz der Warnung des Bauern steigen die Wanderlustigen ins Gebirge auf. Es kam wie es kommen musste: Das Quartett geriet in ein horribles Gewitter. Lädiert und völlig durchnässt finden sie zum «Chratzlibode» zurück. Doch abgesehen vom Wetter hatte sich auch in vier Herzen ein Sturm ereignet.

Herr Wetter kam Frau Frosch nah und Werner Frosch verguckte sich in Margrit Schenkel. Welch bedeutungsvolle Kombinationen! Bauer Etter freute sich, wieder einmal recht gehabt zu haben, doch sein Bein, das so treffend das Wetter vorhersagen konnte, machte ihm trotzdem keine Freude: Es war dermassen geschwollen, dass er kaum noch das Hosenbein darüberstreifen konnte. Bauer Etter wird sich noch darum kümmern müssen – aber erst nachdem der Vorhang gefallen war.

Ein Can-Can im Schottenrock, gekonnt getanzt von den Dickler Turnerinnen und Turnern.

Ein Can-Can im Schottenrock, gekonnt getanzt von den Dickler Turnerinnen und Turnern.

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