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«Niemand aus den Vereinen hat Lust»: Dorffest Herisau steht auf der Kippe – nur noch drei OK-Mitglieder

Das Datum steht fest, die Reservationen sind getätigt – vieles ist aufgegleist für das Dorffest 2020. Nur sagen, ob dieses auch wirklich stattfindet, können die Verantwortlichen nicht. Dem OK fehlen die Mitglieder.
Alessia Pagani
Das Herisauer Dorffest war stets gut besucht – auch bei der vergangenen Ausgabe 2018. (Bild: APZ)

Das Herisauer Dorffest war stets gut besucht – auch bei der vergangenen Ausgabe 2018. (Bild: APZ)

«Wir haben verschiedene Vereine angeschrieben, leider war der Rücklauf sehr gering», sagt Stefan Zollet. Der Präsident des Vereins Dorffest Herisau tönt konsterniert, wenn er diese Worte spricht. Vor rund sechs Jahren hat Zollet gemeinsam mit zwei Freunden das Dorffest Herisau initiiert. Ein Jahr später, im Sommer 2014, fand die erste Ausgabe statt. Hiesige Vereine wie die Musikschule, der Unihockeyclub oder die Herisauer Bühne sowie Institutionen wie die Assekuranz oder die Feuerwehr waren mit Ständen zugegen.

Seither konnte der alle zwei Jahre stattfindende Anlass auf reges Besucherinteresse setzen. Bis anhin, denn nun steht die Zukunft einer der grössten Herisauer Anlässe auf der Kippe: Drei der sechs OK-Mitglieder – und damit das halbe Team – haben ihre Tätigkeit niedergelegt. Nachfolger zu finden, gestaltet sich für die restlichen Verantwortlichen schwierig. Zollet:

«Niemand aus den Vereinen hat Lust, im OK mitzuarbeiten. Das Dorffest alleine zu stemmen, macht für uns drei wenig Sinn.»

Von Zuversicht zu Ernüchterung

Noch dauert es ein Jahr bis zum geplanten Anlass. Bis anhin waren die Verantwortlichen zuversichtlich, sprachen nach der vergangenen Durchführung noch von einem moderaten Wachstum für 2020. Im Konzept 2018 wurde darüber geschrieben, «im Herisauer Innenkern im Zweijahresrhythmus ein attraktives, traditionelles und übersichtliches Fest» durchzuführen. Auch das Datum für die Durchführung im kommenden Jahr stünde mit dem 5. und 6. Juni 2020 bereits fest. Mittlerweile hat sich Ernüchterung breit gemacht. Zollet:

«Grundsätzlich wollen wir am Dorffest festhalten. Ein Entscheid ist allerdings noch nicht gefallen.»

Im August werden sich die drei verbleibenden OK-Mitglieder zusammensetzen und über die Zukunft des Anlasses entscheiden. «Es wäre schade für Herisau und dessen Vereine, wenn das Fest nicht mehr stattfinden würde. Diese haben uns immer gute Rückmeldungen gegeben.» So hoffte Stefan Zollet, die fehlenden OK-Mitglieder in den Reihen der in den Vorjahren teilgenommenen Vereine zu finden – leider ebenfalls vergeblich.

Den heimischen Vereinen eine Plattform bieten, das war seit jeher die Idee hinter dem Anlass. Mittlerweile zweifelt Zollet an einem solchen Bedürfnis.

«Wenn sich seitens der Vereine niemand meldet, brauchen und wollen sie einen solchen Anlass allem Anschein nach nicht. Wir, für uns, müssen nichts erzwingen.»

Verständnis hat der Herisauer für die Absagen nur teilweise: «Es waren in der Vergangenheit immer wieder Stimmen zu hören, Herisau brauche ein Dorffest. Nun wenn es eines hat, möchte niemand mithelfen.»

Seit Anbeginn bestand das OK aus denselben sechs Personen, namentlich aus Beat Müller, Marco Braun, Stefan Zollet, Claudia Huber, Casino-Pächter Stefan Huber und Patrick Hohl. Warum aber verlassen letztere Drei nun das OK? Stefan Zollet nennt als Gründe gestiegene familiäre und berufliche Verpflichtungen.

«Für eine solche Entscheidung habe ich nach sechs gemeinsamen Jahren vollstes Verständnis.»

Der Vereinspräsident, der in den vergangenen fünf Jahren viel Herzblut in das Dorffest Herisau gesteckt hat, spricht von einem «Problem», das nicht nur sein Anlass hat und kann als aktives Mitglied beispielsweise des Turnvereins aus Erfahrung sprechen:

«Personen für Freiwilligenarbeit zu finden, ist allgemein schwierig. Alle wollen profitieren, aber kaum jemand ist bereit, etwas zu investieren. Es ist schon schade, da stellt man mal was auf die Beine und niemand ist bereit, mitzuarbeiten.»

Dabei sei die Tätigkeit mit wenig Aufwand verbunden. «Die Neuen könnten sich in ein gemachtes Nest setzen. Vieles ist aufgegleist.»

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