Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Dörfer sollen ihre historische Identität behalten»

Die Regierung will Ausserrhoden zum attraktivsten Wohnkanton der Ostschweiz machen. Die Förderung der Baukultur nimmt für sie eine wichtige Rolle ein. Eva Louis, Obfrau des Heimatschutzes Ausserrhoden, nimmt zum Regierungsprogramm Stellung.
David Scarano
Eva Louis, Obfrau Heimatschutz Ausserrhoden. Bild: PD

Eva Louis, Obfrau Heimatschutz Ausserrhoden. Bild: PD

Wie bewertet der Heimatschutz das neue Regierungsprogramm?

Wir begrüssen das Ziel der Regierung, die qualitätsvolle Innenverdichtung und gute Einfügung in das Ortsbild zu fördern. Ebenfalls wichtig finden wir den in der Einleitung erwähnten respektvollen Umgang mit historischer Bausubstanz und Förderung von gestalterischer Qualität bei Neubauten.

Wo sehen Sie Schwierigkeiten?

Dass die ambitionierten fiskalpolitischen Ziele im Bereich Raumplanung abgehandelt werden, ist zweischneidig. Ein übermässiger Steuerwettbewerb kann die Zersiedelung zusätzlich anheizen. Das Thema Wohnen sollte zudem integral betrachtet werden: Es gilt auch Verkehr, Wirtschaft und Arbeit zu berücksichtigen. Gute Verkehrsanbindungen, Arbeitsmöglichkeiten sowie eine familienergänzende Betreuungsstruktur sind ebenso wichtig, damit die Wohnqualität steigt und die Privaten bereit sind, in die bestehende Bausubstanz zu investieren.

Fehlt aus Ihrer Sicht etwas?

Wir vermissen ein klares Bekenntnis, dass die Bautätigkeit ausserhalb der Bauzonen auf das Nötigste zu beschränken sei. Auch das Thema Landwirtschaft wurde nicht erwähnt. In den Zielvorgaben fehlt auch die Verkehrsberuhigung bei der Dorfentwicklung – auch dies ein wichtiger Faktor für die Wohnattraktivität.

Der Regierungsrat macht Handlungsbedarf in den Kernzonen aus. Die Dörfer müssten «zeitgemäss und qualitätsvoll» weiterentwickelt werden. Wie sähe eine solche Entwicklung aus Sicht des Heimatschutzes aus?

Die Appenzeller Dörfer sollen ihre historisch gewachsene Identität behalten. Deshalb ist an jedem Ort zu prüfen, welche baukulturellen Qualitäten massgebend sind, welche Baudichte optimal und wo neue Freiräume entstehen können. Die Inventare der schützenswerten Ortsbilder ISOS liefern wertvolle Hinweise dazu. Bei Innenverdichtung muss die Qualität des Bestehenden grundsätzlich verbessert und nicht gemindert werden. Zentral ist, dass dieser Prozess umsichtig und unter frühzeitigem Einbezug aller Anspruchsgruppen erfolgt.

Worauf muss die Regierung bei der Umsetzung achten?

Der Heimatschutz Ausserrhoden ist der Meinung, dass die Gemeinden einen finanziellen Spielraum brauchen, um die Qualitätssicherung der Verdichtungsmassnahmen etwa Studien zu Verdichtungspotenzial, Ortsbildberatung und Gestaltung der öffentlichen Plätze proaktiv zu betreiben. Wir werden uns dafür einsetzten, dass in der zweiten Etappe der Revision des Baugesetzes erneut über Einführung der kommunalen Mehrwertabgabe diskutiert wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.