Dorf muss die Wasserfrage klären

Während 45 Jahren hat in Schönengrund das Wasserreglement seinen Dienst erfüllt. Nun steht eine Änderung an – ein neues Reglement soll eingeführt werden. Die «Sache» kostet viel, warnt der zuständige Gemeinderat.

Esther Ferrari
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Dürfte bald in jedem Haus in Schönengrund montiert werden: Ein Wasserzähler. (Bild: ky/Alessandro Della Valle)

Dürfte bald in jedem Haus in Schönengrund montiert werden: Ein Wasserzähler. (Bild: ky/Alessandro Della Valle)

SCHÖNENGRUND. Eine anschauliche Anzahl Besucherinnen und Besucher fand sich am Dienstagabend im Mehrzweckgebäude ein. «Alles fliesst, nichts bleibt», sagte Gemeindepräsidentin Hedi Knaus anlässlich der öffentlichen Gemeindeversammlung und meinte damit nicht nur das Wasser, auch andere Veränderungen, die sich laufend abspielen. Nebst dem saisonalen Thema Voranschlag 2014 stand das neue Abwasserreglement im Fokus. Zu reden gaben aber auch der Friedhof und die Holzschnitzelheizung.

Wasseruhren für alle

Ein Tarifblatt Abwasser, gültig ab 1. Januar 2015, und das Abwasserreglement, eine Version für die Volksdiskussion vom 31. Oktober bis 30. November 2013, lagen für die Besucher auf. Gemeinderat Hans Brunner empfahl, die Unterlagen nach Hause zu nehmen, gut zu studieren, sich bei Fragen zu melden. «Die ganze Sache kostet», betonte er. Es müssten Leitungsnetze saniert, abgelegene Liegenschaften an den Kanal angeschlossen werden. Die Gemeinde könne private Abwasseranlagen unentgeltlich übernehmen, soweit ein öffentliches Interesse bestehe. Die Fragen aus dem Publikum betrafen die allgemeinen Kosten, aber auch die Wasseruhren. Wer organisiert sie, wer bezahlt sie? Die Anschlussgebühren müssen erhöht werden. Der Verbrauch wird in Zukunft über die Wasseruhren gemessen. Benützungsgebühren für Schmutzwasser müssen erhoben werden. Wie wird gemessen, wenn Regenwasser benutzt wird? Noch ist einiges offen. Eines ist sicher, eine Gebühr für Meteorwasser wird nicht erhoben. Der anwesende Karlheinz Diethelm vom kantonalen Amt für Umwelt verdeutlichte, dass wenig Spielraum bleibe, vieles sei vorgegeben. Und: Er gratulierte den Schönengründlern, deren altes Reglement während 45 Jahren reibungslos funktionierte.

Infolge des totalrevidierten Haushaltgesetzes, das am 1. Januar 2014 in Kraft trete, seien die Allgemeinen Erläuterungen zum Voranschlag 2014 und die damit notwendigen Informationen etwas ausführlicher beschrieben.

Steuerfuss soll bleiben

Die Gemeinde Schönengrund stehe nicht schlecht da. Der Finanzhaushalt sei nach wie vor in einem guten Zustand. «Aber es wird noch einiges auf uns zukommen», mahnte Gemeindepräsidentin Hedi Knaus. Der Voranschlag schliesst bei einem Gesamtaufwand von 2 588 000 Franken mit einem Aufwandüberschuss von rund 337 500 Franken. Basis für den Voranschlag 2014 bilden ein Steuerfuss von 3,7 Einheiten, die unveränderte Abwassergrundgebühr von 60 Franken pro Haushalt und die Gebühr von 15 Franken pro Einwohnergleichwert sowie die unveränderte Kehricht-Grundgebühr von 20 Franken. 21 000 Franken sind für eine Sonnenuhr und eine Neugestaltung der Urnengräber auf dem Friedhof vorgesehen. Ein weiteres Thema war die Holzschnitzelheizung des Mehrzweckgebäudes, eine der ersten weit und breit, die seit 1993 in Betrieb ist. In zehn Jahren muss sie saniert werden. Ob weitere Gebäude angeschlossen werden, ist noch offen.

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