Appenzeller Bahnen
Doppelspur oder Tunnel in Teufen? Der Gaiser Peter Hugentobler hat noch eine dritte Lösung

Der pensionierte Architekt Peter Hugentobler aus Gais hat genug davon, dass noch immer keine Entscheidung vorliegt, wie die Züge der Appenzeller Bahnen künftig Teufen passieren werden. Kurzerhand hat er sich selbst mit der Thematik beschäftigt.

Astrid Zysset
Drucken
Teilen
Peter Hugentobler kann nicht nachvollziehen, warum die Entscheidungsfindung in Teufen so lange dauert.

Peter Hugentobler kann nicht nachvollziehen, warum die Entscheidungsfindung in Teufen so lange dauert.

Bild: Astrid Zysset

Doppelspur oder Tunnel? Wie die Züge der Appenzeller Bahnen (AB) künftig Teufen durchqueren sollen, beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger der Mittelländer Gemeinde schon lange. Es ist eine Frage, die das Dorf spaltet, wie keine andere. Und ein definitiver Entscheid ist nicht in Sicht. Doch es gibt noch eine dritte Variante – diese Meinung vertritt zumindest Peter Hugentobler aus Gais. Dem pensionierten Architekten und Baubiologen geht das «Hickhack in Teufen», wie er es nennt, schon länger auf die Nerven. Und einfach abwarten, bis eine Entscheidung gefällt wird, kommt für ihn nicht in Frage. So hat er sich kurzerhand eines Nachts an den Schreibtisch gesetzt und eine Lösung gesucht. «Das Visionäre, Vorausschauende war lange Zeit Teil meines Berufes. Das kann ich nicht einfach ablegen», sagt Hugentobler und lacht.

Auf dem Plan, den er gezeichnet hat, ist die Linienführung der AB durch Teufen mit bunten Farben vermerkt. Was auf den ersten Blick verwirrend erscheint, ist im Grund genommen einfach erklärt: Was Hugentobler für Teufen als ideal erachtet, ist eine Mischform zwischen der jetzigen Bahnführung und dem Tunnel. So soll die einstige Vision des Langtunnels wieder aufgenommen werden. Dieser würde sich von der Liebegg bis südlich des Hotels Linde über eine Strecke von 2,75 Kilometern erstrecken. Der Bahnhof müsste in den Untergrund verlegt werden, die übrigen Haltestellen in Teufen würden nicht mehr angefahren. Diese würden mit der jetzigen, bestehenden Linienführung bedient. Konkret würden also zwei unterschiedliche Züge Teufen passieren. Der heutige Tango oberirdisch, unterirdisch die etwas breiteren Walzer. Letztere würden dann von der Liebegg auf dem bestehenden Trassee via Riethüsli direkt zum St.Galler Güterbahnhof fahren.

Ein Langtunnel war schon mehrfach Thema

Neu ist die Idee eines solchen Langtunnels nicht. Schon 2002 und 2014 wurde er diskutiert, aus Kostengründen aber wieder verworfen. Damals auch wurde eine Strecke von der Liebegg bis zum Bahnhof ins Auge gefasst. Würde man diese jedoch bis südlich der Linde weiterführen, ergäbe sich dazwischen Platz für eine Umfahrungsstrasse nach Speicher und somit wäre auch der geplante Bahnhofskreisel müssig – so die Vision Hugentoblers. Für den Gaiser hat seine Idee der Linienführung aber einen anderen entscheidenden Vorteil: Die Fahrzeit zwischen Appenzell und St.Gallen verkürzt sich. Damals, als 2013 an der Landsgemeinde der Kantonsbeitrag an die Durchmesserlinie verabschiedet wurde, stand eine Fahrzeit von einer halben Stunde nach St.Gallen im Raum. «Heute braucht die Bahn in Tat und Wahrheit fast 45 Minuten. Und mit der Doppelspur wird es noch länger dauern, da sich die Bahn dem Strassenverkehr ausgesetzt sieht.» Peter Hugentobler schüttelt den Kopf. «Das war nicht das, was man uns damals versprochen hat.» 2013 wohnte Hugentobler nämlich noch in Appenzell.

Idee wird nach Bern geschickt

Die Linienführung in Teufen hat Auswirkungen auf alle Gemeinden auf der gesamten Strecke St.Gallen-Appenzell. Für Hugentobler ist es unverständlich, dass in dieser Frage die Teufner alleine entscheiden können. Darum erachtet er seine Lösung als fair. Seinen Plan wird er nun den jeweiligen Gemeindepräsidenten, den Verantwortlichen der Appenzeller Bahnen wie auch denjenigen beim Bundesamt für Verkehr vorstellen. Letzteres löste unlängst die Erarbeitung einer sogenannten Korridorstudie aus, bei welcher eruiert werden soll, welche Infrastrukturen auf der Linie Trogen-St.Gallen-Appenzell auf lange Sicht vonnöten wären, um ein reibungsloses Umsteigen in St.Gallen zu gewährleisten. «Das ist der ideale Zeitpunkt, um mit meiner Idee in Bern vorstellig zu werden», ist Hugentobler überzeugt.

Es ist nicht die einzige, die der Gaiser in petto hat. So würde er es auch gerne sehen, wenn die Appenzeller Bahnen alternierend zu Appenzell auch zur Starkenmühle rausfahren würden. Dort draussen wäre es aus Hugentoblers Sicht ohnehin naheliegend, wenn man eine Bergbahn nach Altstätten installiert. Diese Vision ist ebenfalls eines Nachts an seinem Schreibtisch entstanden.