Doppel-Kreisel gehen in Betrieb

Nach einer Bauzeit von eineinhalb Jahren wird morgen Mittwoch auf den Wiler Kreiseln Wilfeld und Freudenau mit angegliedertem Bypass das definitive Verkehrsregime eingeführt. Ein Novum im Kanton.

Philipp Haag
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Ab morgen Mittwoch kann der Freudenau-Kreisel auf der Georg-Renner-Strasse in der korrekten Richtung befahren werden. (Bild: Philipp Haag)

Ab morgen Mittwoch kann der Freudenau-Kreisel auf der Georg-Renner-Strasse in der korrekten Richtung befahren werden. (Bild: Philipp Haag)

Die Männchen der Welcome-Figur winken bereits aus dem Innern des Freudenaukreisels auf der Georg-Renner-Strasse Richtung Toggenburg. Die Autofahrer umkreisen das Kunstobjekt allerdings noch auf der falschen Seite. Diese ändert sich heute Abend.

Gutes Wetter vorausgesetzt, werden die Kreisel Freudenau und Wilfeld beim Möbelhaus Lipo in der Nacht auf morgen auf das endgültige Verkehrsregime umgestellt. Dies bedingt eine Sperrung des Doppel-Kreisels von 20 Uhr bis 5 Uhr. Während der Nachtschicht werden die provisorischen Markierungen entfernt und die Neusignalisation angebracht.

Lichtsignal folgt Ende Monat

Ab morgen Mittwoch können die beiden Kreisel am südlichen Rand von Wil in der definitiven Richtung befahren werden, inklusive der beiden Bypässe. Durch den Bypass auf der Georg-Renner-Strasse kann der Kreisel Freudenau umfahren werden, durch denjenigen auf der Flawilerstrasse muss weder der Freudenau- noch der Wilfeld-Kreisel befahren werden.

Noch nicht in Betrieb ist die Lichtsignalanlage, welche eine Busbevorzugung auf der Flawilerstrasse erlaubt und Rückstaus auf die Autobahn verhindern soll. Die Lichtsignalanlage muss noch mit derjenigen beim Autobahnzubringer auf der Georg-Renner-Strasse synchronisiert werden, was Ende Oktober geschieht. Ausserdem werden diesen Monat noch diverse Fertigstellungsarbeiten vorgenommen wie das Anbringen von Leitschranken und Zäunen.

Mit der Inbetriebnahme des Doppel-Kreisels und der Lichtsignalanlage Ende Oktober geht eine eineinhalb Jahre dauernde Bauphase zu Ende. Zwei Monate früher als vorgesehen. Dank des guten Wetters im vergangenen und in diesem Jahr kamen die Bauarbeiten schneller voran als erwartet. Vor allem die Aufschüttung von 15 000 m³ Erde auf einer Länge von 80 Metern und einer Höhe von 16 beim Freudenaukreisel im Jahr 2015 konnte zügig und ohne grosse Probleme realisiert werden.

Bauarbeiten unter Verkehr

Auch die Verkehrsumstellungen – immerhin sechs – mussten nie wegen schlechten Wetters verschoben werden. Die Bauarbeiten sind unter hohem Aufkommen des Verkehr erledigt worden. Kein leichtes Unterfangen, wie Projektleiter Manfred Huber vom kantonalen Tiefbauamt bestätigt, gab es doch ein tägliches Verkehrsaufkommen von 25 000 Fahrzeugen, das über eine ausgeklügelte Verkehrsführung geleitet werden musste. Die Platzverhältnisse waren eng, was dazu führte, das der eine oder andere Lastwagen Abschrankungen touchierte. Gravierende Unfälle geschahen aber keine. «Die Fahrzeuglenkerinnen und -lenker verhielten sich sehr diszipliniert», sagt Huber, obwohl die sich teilweise ineinander verflechtenden Verkehrsführungen eine hohe Aufmerksamkeit erforderten.

Für Huber war das Projekt «interessant und herausfordernd», handelt es sich bei der Konstellation Doppel-Kreisel mit Bypässen um ein Novum im Kanton St. Gallen. Der Freudenau-Kreisel ist mit einem Durchmesser von 45 Meter und einer Fahrbahnbreite von 10 Metern zudem der grösste auf Kantonsgebiet. Die veranschlagten Kosten von knapp neun Millionen Franken können eingehalten werden.