Doch mehr Geld für Klangwelt

REGION. Der Kantonsrat streicht die Beiträge für die Klangwelt Toggenburg nicht so massiv: Die Organisation wird künftig mit 60 000 Franken weniger unterstützt. Bei der Klangwelt Toggenburg wurde dieser Entscheid mit Erleichterung aufgenommen.

Sabine Schmid
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Die Klangwelt Toggenburg (im Bild das Klangfestival Naturstimmen) kann weiterhin auf Beiträge aus dem Lotteriefonds zählen. (Bild: Reto Neurauter)

Die Klangwelt Toggenburg (im Bild das Klangfestival Naturstimmen) kann weiterhin auf Beiträge aus dem Lotteriefonds zählen. (Bild: Reto Neurauter)

Der Kantonsrat hat sich gestern dafür ausgesprochen, die allgemeine Kulturförderung und die Förderung der neuen kantonalen kulturellen Schwerpunktinstitutionen markant abzubauen. So war unter anderem vorgeschlagen, den Kantonsbeitrag an die Klangwelt Toggenburg um 100 000 Franken zu kürzen. Dagegen wehrte sich Vreni Wild (FDP, Neckertal) und stellte einen Gegenantrag: Nicht um 100 000, sondern nur um 60 000 Franken sollen die Kantonsgelder für die Klangwelt Toggenburg gestrichen werden. Von den vorgeschlagenen 100 000 Franken seien nur 60 000 Franken der Staatskasse entnommen worden, die restlichen 40 000 Franken dem Lotteriefonds, erklärte Vreni Wild. Daher habe sie diesen Antrag stellen können, ohne am Sparziel zu rütteln.

Keine grosse Werbung

Sie habe für ihren Antrag nicht speziell geweibelt, nachdem sie ihn am Montag eingereicht habe, sagt Vreni Wild. Da sie erklären konnte, woher die 40 000 Franken entnommen werden und dabei der Sparbeitrag in der Staatsrechnung nicht tangiert wurde, hatte sie Unterstützung nicht nur der Toggenburger, sondern auch von Kantonsräten aller Fraktionen. Gegenvoten zu ihrem Antrag gab es keine.

Die Abstimmung verlief hingegen sehr knapp – es lautete 47 zu 47. Der Kantonsratspräsident Donat Ledergerber (SP, Kirchberg) sprach sich im Stichentscheid zugunsten des Antrags von Vreni Wild aus und sicherte damit der Klangwelt Toggenburg die 40 000 Franken. Dass mit Donat Ledergerber ein Toggenburger den Stichentscheid geben konnte, wertet Vreni Wild als einen Vorteil. Andreas Widmer (CVP, Mosnang) führt die Unterstützung des Antrags von Vreni Wild darauf zurück, dass das Projekt Klangwelt Toggenburg im Rat sehr gut verankert ist und eine gute Ausstrahlung erreicht hat. «Die Arbeit ist anerkannt und wird geschätzt», ist Andreas Widmer überzeugt.

Klangwelt ist nicht Klanghaus

Obwohl die SVP-Vertreter nicht gerade als Kulturförderer bekannt sind, hat ein Teil der Fraktion den Antrag von Vreni Wild unterstützt. Unter ihnen ist Heinz Habegger (SVP, Neu St. Johann), der sich für einen jährlichen Beitrag an die Klangwelt Toggenburg ausgesprochen hat. Es werde in jedem Jahr viel Geld für die Kultur ausgegeben, sagt er. Da sei es verhältnismässig, dass ein Teil dieser Beiträge ins Toggenburg fliesse. Heinz Habegger betont aber, dass seine Unterstützung der Klangwelt gilt und nicht dem Klanghaus. Das knappe Resultat, das zugunsten der Unterstützung der Klangwelt Toggenburg ausgefallen ist, bezeichnet Heinz Habegger mit: «Wir haben Glück gehabt.»

Sparauftrag geht weiter

Bei der Klangwelt Toggenburg ist der Entscheid aus dem Kantonsrat mit Erleichterung aufgenommen worden. Dennoch heisse es sparen, ist sich die Klangwelt-Intendantin Nadja Räss bewusst. «Die Kürzung bedingt, dass wir beispielsweise unsere Eigenwirtschaftlichkeit weiter zu erhöhen suchen, obwohl sie im letzten Jahr eine für einen Kulturbetrieb beachtliche Höhe von 67 Prozent aufgewiesen hat.» Nadja Räss geht davon aus, dass sich die Klangwelt Toggenburg vermehrt auf gewisse Projekte konzentrieren muss. Zudem sei man auf Sponsoren angewiesen. «Wir legen den Fokus auf jene Projekte, welche uns einen wirtschaftlichen Nutzen einbringen. Dies im Spagat, die Kultur nicht unschön zu vermarkten, doch im direkten Einfluss dieser unschönen Kürzungsmassnahmen», sagt Nadja Räss.

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