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Djourou hat recht

Es ist bekannt, dass ich keine Fussballregeln kenne. Sie interessieren mich einfach nicht. Meine Kommentare sind darum nervig, mein Mann reagiert nur noch selten darauf, im besten Fall gibt's ein müdes Lächeln.
Gabriele Barbey
Bild: Gabriele Barbey

Bild: Gabriele Barbey

Es ist bekannt, dass ich keine Fussballregeln kenne. Sie interessieren mich einfach nicht. Meine Kommentare sind darum nervig, mein Mann reagiert nur noch selten darauf, im besten Fall gibt's ein müdes Lächeln. Ganz überflüssig sind Fragen wie: «Warum reisst einer dem andern ein Stück Leibchen weg?» Oder: «Wieso reichen ihre Hosen bis in die Kniekehlen?» Über Fussballerfrisuren hat sich Brosmete-Kollege Hüsler kürzlich schon sehr pointiert geäussert.

Das ganze Drum und Dran aber interessiert mich sehr. Dass die Gesellschaft sich von Männern wie Blatter (VS) und Infantino (VS) immer wieder auf die Nase scheissen lässt! Oder schlimmer noch: Schprygin (RUS), Ex-Hooligan, Ex-Neonazi, heute verantwortlich für Auswärtsfahrten und -flüge russischer Fans. Aber auch harmloser: Dass ein Altbundesrat (BE) mit seinen Geschichtlein von armen Kindern, die sich über Lederbälle freuen, uns immer wieder zu Tränen rührt!

Gerne lese ich ausführliche Interviews mit Promispielern. Johan Djourou wurde kürzlich im «Tages-Anzeiger» gefragt: «Welchen Ruf hat das Land (gemeint die Schweiz) in Hamburg, wo Sie leben?» Djourou darauf: «Einen sehr guten (…). Wobei sich die Leute vor allem auf die Deutschschweiz beziehen. Sie kennen Zürich oder Bern. Genf hingegen höchstens am Rand.» Er spricht hier von den Deutschen. Der Satz gilt fast genauso für die Deutschschweizer. Leichtfertig reden wir von der Schweiz und meinen die Deutschschweiz. Und das nicht etwa nur im Sport; die Literaturwelt ist keinen Deut besser. Eher schlimmer. Schweizer Literatur gleich Literatur der Deutschschweizer. Quelle erreur! Il avait raison, Djourou!

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