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Frauen wollen eine zweite Frau in der Innerrhoder Regierung

Diverse Politikerinnen erachten es als angebracht, wenn die Innerrhoder Standeskommission durch eine zweite Frau ergänzt würde. Frau Statthalter Antonia Fässler schweigt.
Roger Fuchs
Vreni Kölbener, Grossrätin Bild: pd

Vreni Kölbener, Grossrätin Bild: pd

Nachdem von verschiedenen Personen bekundet wurde, Frau Statthalter Antonia Fässler wäre nach dem Rücktritt von Landammann Daniel Fässler durchaus die Position als Frau Landammann zuzutrauen, hätte heute ihre Antwort interessiert − auch allgemein zur Frauenfrage: Doch Fässler lässt ausrichten: Sie möchte sich nicht äussern. Dies gelte ganz unabhängig davon, ob sie eine Kandidatur überhaupt in Erwägung ziehe oder nicht. Andere Frauen hingegen reden Klartext: Sowohl die Grossrätin und einstige Grossratspräsidentin Vreni Kölbener, als auch die Grossrätin und ehemalige Standeskommissionskandidatin Ruth Corminboeuf sowie Lydia Hörler, regierende Frau Hauptmann des Bezirks Appenzell, bekunden unisono:

«Die Zeit für eine zweite Frau in der Innerrhoder Standeskommission ist reif.»

Kölbener traut explizit auch das Landammannamt vielen Frauen zu. Der Titel «Landammann» dürfe nicht implizieren, dass dieses Amt ausschliesslich für Männer reserviert sei. Eine eigene Kandidatur zieht Kölbener momentan eher nicht in Betracht. «Doch sag niemals nie.» Aktuell werde jedoch durch den Rücktritt von Landammann Daniel Fässler das Landammannamt in Kombination mit dem Volkswirtschaftsdepartement frei. Dazu fühle sie sich nicht berufen.

Standeskommission widerspiegelt nicht Realität

Ruth Corminboeuf, Grossrätin

Ruth Corminboeuf, Grossrätin

Ruth Corminboeuf weist darauf hin, dass die Frauen die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, aber derzeit nur einen Sitz in der Standeskommission einnehmen. Das widerspiegle nicht die Realität. «Wir haben viele gute Frauen im Kanton, von daher wäre es an der Zeit, eine zweite in die Standeskommission zu wählen.» Zudem wisse man, dass gemischte Teams besser arbeiten würden. Corminboeuf hofft, dass potenzielle Frauen von den Verbänden und Parteien zu einer Kandidatur animiert werden. Für eine erfolgreiche Wahl müsste dann aber auch das Volk gewillt sein, Vorurteile über Bord zu werfen. Ruth Corminboeuf hat den Eindruck, dass Frauen und Männer im Kanton oft nicht mit gleichen Massstäben gemessen werden. Eine verlässliche Antwort, ob sie selbst an einer weiteren Kandidatur für die Standeskommission interessiert ist, kann sie zum heutigen Zeitpunkt noch nicht geben.

Lydia Hörler-Koller, Frau Hauptmann Appenzell

Lydia Hörler-Koller, Frau Hauptmann Appenzell

Jemand, die weiss, ob man als Frau in einem Exekutivamt stärker um Anerkennung und Respekt kämpfen muss als Männer, ist Lydia Hörler, Frau Hauptmann im Bezirk Appenzell. Als sie 2003 in den Grossrat gewählt wurde, hätte sie durchaus noch das Gefühl gehabt, sich gegen Männer durchsetzen zu müssen. Inzwischen habe sie aber ihre politische Position festigen können und fühle sich gleichwertig behandelt. Die Lehre aus ihrer jahrelangen Erfahrung als Frau Hauptmann: «Ich finde es selbstverständlich, dass Frauen ein Exekutivamt inne haben können.» Wenn Frauen geeignet seien, würden sie auch gewählt, wie letzte Woche die Bundesratswahlen gezeigt hätten. Persönlich schliesst sie eine Kandidatur für die Standeskommission aufgrund ihres Alters eher aus, abschliessend will aber auch sie diese Frage noch nicht beantworten.

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